Die wilden Hühner und die Liebe

Deutschland 2006/2007 Spielfilm

Inhalt

Nach "Die wilden Hühner" eine weitere Verfilmung aus der populären Jugendroman-Reihe von Cornelia Funke. Während die Freundinnen Sprotte, Melanie, Frieda, Wilma und Trude für eine Schulaufführung Shakespeares Liebesreigen "Ein Sommernachtstraum" einstudieren, haben sie auch privat mit den Höhen und Tiefen der Liebe zu kämpfen: Melanie etwa wurde von ihrem Freund Willi für ein zwei Jahre älteres Mädchen verlassen. Frieda führt derweil eine komplizierte Wochenendfreundschaft mit Maik, den sie in den letzten Reiterferien kennen gelernt hat. Trude träumt von Ricky, einem Jungen aus der Nachbarklasse, und das "Oberhuhn" Sprotte trifft sich nach wie vor mit Fred – der jedoch von ihrer Eifersucht ganz schön genervt ist.

 

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Heinz17herne
Heinz17herne
„Wie kann das Glück so wunderlich doch sein...“ – und wie toll wäre es, mit Frau Rose in Ruhe den „Sommernachtstraum“ für die Schulaufführung zu proben. Aber – wie schon bei Shakespeare – „waltet das Glück gar wunderlich“. Für die Lehrerin, die ihren Kollegen Grünbaum schmerzlich vermisst. Und für die Wilden Hühner, für Sprotte, Melanie, Frieda, Wilma und Trude. Denn irgendwie haben die Wilden Hühner – wie alle Angehörigen der Daily Soap-Generation – mit den für sie ellenlangen Texten des ollen Elisabethaners zu kämpfen, wie mit diesem verflixten Gefühl namens Liebe. Sprottes Freundschaft mit Pygmäenboß Fred läuft zwar gut, aber zu Hause wartet neuerdings der „Klugscheißer“, Fahrlehrer Thorben Mossmann, auf sie: Der Öko-Freak will ihre Mutter Sibylle heiraten.

„Liebe ist verteilt wie Regen – die einen haben zu viel davon, die anderen zu wenig“: Auch die restlichen Hühner sind mit ihren Gedanken und Gefühlen nicht bei den Theaterproben. Melanie wurde von Willi wegen der zwei Jahre älteren Nana sitzen gelassen. Melli ist tief verletzt und kocht vor Eifersucht, was sie für die anderen Hühner manchmal nur schwer erträglich macht. Dabei ist auch Frieda dieses bohrende Gefühl nicht fremd, seit sie sich in den letzten Ferien in Maik (Jannis Niewöhner) verliebt hat. Der wohnt auf dem fernen Reiterhof, weshalb Frieda ihn kaum mehr gesehen hat. Und Briefe sind eben kein echter Ersatz.

Auch Sprotte lernt die Qualen der Eifersucht kennen, wenn Fred sich mit Nana zum Englischlernen trifft. Trude ergeht sich derweil in aussichtsloser Schwärmerei für den lässigen Ricky (Nikita Wokurka) aus der Nebenklasse. Doch am kompliziertesten ist Wilmas erste Liebe, ausgerechnet zu ihrer Bühnenpartnerin Leonie aus dem „Sommernachtstraum“.

„Ein glühend Herz, zu neuer Lieb bereit...“: Als nach dreizehn Jahren plötzlich Ex-Freund Christian bei Sybille auftaucht und sich mit seiner Tochter Sprotte verabreden will, tritt alles andere für das Ober-Huhn erst einmal in den Hintergrund. Christian ist ein bekannter, weltweit tätiger Fotograf, der, wie Oma erzählt, schon länger versucht hat, Kontakt zu seiner alten Familie aufzunehmen. Selbst als Oma Slättberg nachhilft, will Sprotte nichts von ihm wissen. Was soll das für ein Vater sein, der seine Tochter im Stich gelassen hat, als sie ihm gerade bis zum Knie reichte? Die ergreift sogar immer mehr Partei für den „Klugscheißer“: Der ist jedenfalls immer zur Stelle, wenn er gebraucht wird.

Ausgerechnet bei der Jubiläumsfeier zum „Fünfjährigen“ der Wilden Hühner, die Trude im Wohnwagen klammheimlich organisiert hat, kommt es zu einem Eklat. Als Melanie von Wilmas Liebe zu Leonie erfährt, stellt sie den Hühnern ein Ultimatum: Entweder sie werfen Wilma aus der Bande oder sie selbst ist ab sofort kein Wildes Huhn mehr! Der Streit überschattet die nächsten Tage, auch die Party im Baumhaus der Pygmäen, auf der sich Frieda glücklich an Maik kuschelt, der endlich zu Besuch gekommen ist. Steves spanische Cousins machen großen Eindruck auf Trude, vor allem Ramon (Niklas Jüngling). Doch dann taucht Melanie mit Ricky und zwei weiteren älteren Jungs aus der Schule auf, die bekannt sind für ihre rüde Art. Eins kommt zum anderen – und mündet in eine handfeste Prügelei. Melli ist fassungslos und voller Scham über das, was sie da angerichtet hat.

Am nächsten Morgen verkündet Sybille eine tolle Überraschung: Die Hochzeit mit dem „Klugscheißer“ ist erst mal abgeblasen. Dafür schickt Christian regelmäßig Post aus Neuseeland, für ein paar Monate sein neuer Arbeitsplatz. Was die Hühner in der Schule erwartet, ist eine weniger schöne Überraschung: Unbekannte haben das Theaterplakat für den „Sommernachtstraum“ beschmiert und Wilmas Beziehung zu Leonie öffentlich gemacht. Wilma will daraufhin ihre Rolle zurückgeben. Und die einzige, die sie ersetzen könnte, ist ausgerechnet Melanie...

Als „Spionin der Kinder in der Welt der Erwachsenen“ beschreibt sich die Autorin Cornelia Funke selbst. Eine äußerst erfolgreiche Spionin, haben doch ihre Jugendbücher in den Nullerjahren längst die Rekordmarke von vier Millionen verkaufter Exemplare erreicht, mehr als die Hälfte davon geht auf das Konto ihrer fünf realistischen „Wilde Hühner“-Romane. Die erste Verfilmung eroberte ein Jahr zuvor die Herzen der Zuschauer wie die der Kritiker und Festival-Juroren im Sturm. Nun der zweite „Hühner“-Film, durch den sich William Shakespeares „Ein Sommernachtstraum“ wie ein Roter Faden zieht. Regisseurin Vivian Naefe im Constantin-Presseheft: „Ich habe versucht, aus dem 'Sommernachtstraum' eine Aufführung zu erschaffen, die Shakespeare möglichst gerecht wird: Eben eine richtige Komödie mit viel Action. In der sich Leute raufen und anschreien und lieben und hassen. Und die Kinder waren total begeistert, das spielen zu dürfen. Haben ohne Murren Text gelernt, sogar mehr als nötig.“

Die inzwischen zu Teenagern gereiften Hühner machen ihre ersten Erfahrungen mit der Liebe. Was auch für die Darsteller gilt, meint Vivian Naefe: „Man wird ja in der Pubertät kein neuer Mensch, aber die Kinder waren inzwischen alle viel sensibler. Einer der Jungs ist seit dem letzten Dreh unglaublich erwachsen geworden. Zwei der Mädchen wurden gerade während der Drehpause von der Pubertät sehr gebeutelt. Man hat gemerkt, wie enorm man sich in dieser seltsamen Zeit verändert, in der man gerade noch ein Kind war und dann plötzlich nicht mehr.“ So ganz nebenbei bekommen die Hühner – und die jungen Mädchen im Kinosessel – mit, dass Liebeskummer nicht immer nur mit Jungs zu tun hat.

Ein bemerkenswertes Leinwanddebüt gelingt Nora Quest als Nana. Die 1990 geborene Enkelin eines bekannten Schauspielers ist eine begeisterte (Ballett-) Tänzerin und nimmt seit fünf Jahren Improvisationsunterricht bei Sadra Anklam in Bochum. Nora Quest stand bereits in vier Produktionen auf den Brettern des Schauspielhauses Bochum und wirkt 2007 in zwei weiteren Filmen mit: In Thomas Jauchs TV-Produktion „Post Mortem“ sowie in Peter Kahanes Kinostreifen „Die rote Zora“.

Pitt Herrmann

Credits

Alle Credits

Regie

Kamera-Assistenz

2. Kamera

Steadicam

Standfotos

Szenenbild

Außenrequisite

Kostüme

Spezialeffekte

Darsteller

Herstellungsleitung

Produktionsleitung

Produktions-Koordination

Dreharbeiten

    • 24.07.2006 - 04.11.2006: Nordrhein-Westfalen, München, Xanten
Länge:
2970 m, 108 min
Format:
35mm, 1:1,85
Bild/Ton:
Farbe, Dolby SR
Prüfung/Zensur:

FSK-Prüfung: 21.02.2007, 109197, ohne Altersbeschränkung / feiertagsfrei

Aufführung:

Kinostart (DE): 05.04.2007;
TV-Erstsendung (DE): 05.04.2010, ZDF

Titel

  • Originaltitel (DE) Die wilden Hühner und die Liebe

Fassungen

Original

Länge:
2970 m, 108 min
Format:
35mm, 1:1,85
Bild/Ton:
Farbe, Dolby SR
Prüfung/Zensur:

FSK-Prüfung: 21.02.2007, 109197, ohne Altersbeschränkung / feiertagsfrei

Aufführung:

Kinostart (DE): 05.04.2007;
TV-Erstsendung (DE): 05.04.2010, ZDF

Digitalisierte Fassung

Länge:
108 min
Format:
DCP
Bild/Ton:
Farbe, Dolby
Aufführung:

Aufführung (DE): 16.03.2023 [Wiederaufführung]

Auszeichnungen

FBW 2007
  • Prädikat: wertvoll