Inhalt
Beziehungskomödie über drei Frauen und ihre diversen Liebschaften: Christine und ihre Freundin Linda wohnen zusammen und verstehen sich bestens – außer in Männerfragen. Denn während Christine noch immer ihrem Ex-Freund nachtrauert, nimmt Linda die Sache mit dem Sex und den Beziehungen eher lässig. Barbara, die dritte im Bunde ist wiederum ganz anders: Seit sieben Jahren ist sie in festen Händen und glaubt noch immer an die eine, große Liebe. Erst als sie ihren Freund Manuel mit seiner Sekretärin erwischt, ändert sich ihre Haltung.
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Eine Kino-Version, zumal wenn sie so völlig überdreht daherkommt wie „Honigmond“, ist dagegen auch mit Starbestzung nicht zu retten – und allenfalls ein Fall fürs Pantoffelkino. Gernot Roll ist zwar ein ausgewiesener Könner seines Fachs, seine rasend bewegten Kamerafahrten in „Honigmond“ gehen aber nur noch auf die Nerven, darin übertroffen von einer ständigen Musikberieselung und der Tatsache, dass binnen 86 Minuten kein Klischee ausgelassen wird.
Veronica Ferres spielt die glückliche Ehefrau Barbara, die ihrem Gatten zuliebe in langen, züchtigen Schottenröcken herumläuft und das Heimchen am Herd gibt. Bis sie diesen, den Kai Wiesinger mit üblichem Dackelblick, in den sich hin und wieder gar richtige Tränen mischen, verkörpert, in einer heißen „Nummer“ auf dem eigenen Sofa mit dessen feuriger Sekretärin inflagranti erwischt und reißaus nimmt.
Barbara zieht zu ihrer Freundin Christine, die mit Linda in einer Münchener Luxus-Wohngemeinschaft lebt, um in Gemeinschaft den Männern abzuschwören. Doch erstere, die eher herb und frustriert wirkende Studentin der Psychologie, hätte gern eine Affäre mit ihrem noch jugendlich wirkenden Professor für Sexualwissenschaften, trauert aber noch allzu stark einer früheren Beziehung nach. Da ist letztere aus anderem Holz geschnitzt: Die in der Werbebranche erfolgreiche Yuppie-Blondine sucht sich ihre One-Night-Stand-Lover sorgfältig aus, sodass sie allein die Richtung bestimmen kann. Etwas anderes als ein solchermaßen „freies“ Leben kann Linda sich nicht vorstellen.
Nach manchem Hin und Her und wörtlich zu nehmendem Auf und Ab mutiert die stille Christine, die dem Apotheker zuerst und dann dem Professor hoffnungslos verfallen ist, zum rotbestrumpften Vamp, dem es ganz recht ist, dass der neue akademische Lover verheiratet und als Vater zweier Kinder ehelich-familiär gebunden ist. Linda dagegen erfährt familiäres Glück bei einem alleinerziehenden Vater, den Uwe Ochsenknecht treudeutsch-gemütlich gibt. Zumal sie selbst ein Kind erwartet und der Vater im fernen Australien nichts von ihr wissen will. Und Barbara? Nachdem sie vom blonden Gift in die Freuden des ungezwungenen Daseins eingeführt worden ist, macht sie am dann doch noch leidlich überraschenden Ende eine abrupte Kehrtwendung, zieht nicht wieder zu ihrem Gatten Manuel, sondern mit dem Taxifahrer in die nächste Nachtbar...
Pitt Herrmann