Die Augen der Mumie Ma

Die Augen der Mumie Ma

Deutschland 1918, Spielfilm

Inhalt

Auf einer Reise durch den Orient möchte der Maler Alfred Wendland das Grab der Mumie Mâ besuchen. Als sich zur gleichen Zeit der Fürst zu Hohenfels, ein späterer Freund des Malers, bei dem Hoteldirektor nach dem Grab erkundigt, schickt der ihn zu einem Kranken, da dieser ihm Auskunft geben könne. Dieser Kranke wiederum warnt inzwischen Wendland mit den Worten "Die Augen leben! Die Augen leben!"


Vergeblich sucht Wendland einen Führer, der ihn zum Grab der Mumie bringt. Als er alleine dort ankommt, findet er einen Wächter namens Radu vor Grabkammer. Doch in Wahrheit hat Radu eine schöne Agypterin in der Kammer versteckt, die Mâ täuschend ähnlich sieht. Als Wendland versucht, die Grabkammer zu betreten, wird er angeschossen. Dennoch kann er das Mädchen retten und nach Europa bringen, wo sie als Tänzerin auftritt.

Jedoch gelingt dem hasserfüllten Radu, die beiden aufzuspüren. Im Haus des Fürsten zu Hohenfels sieht er ein Bild von Mâ und sticht den Fürsten wutentbrannt nieder. Als er später erneut in das Haus eindringt, findet er Mâ, erdolcht sie und nimmt sich schließlich selbst das Leben. Als Wendland und von Hohenfels in das Zimmer eilen, ist es bereits zu spät: Die Legende von der "Rache der Pharaonen" hat sich erfüllt.

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Radu muss sie meucheln

An einem Brunnen in der Wüste hebt eine exotisch schöne Frau sich eine Wasserkaraffe auf die Schulter und entschwindet mit sanften Schritten hinter einer Düne - der Beobachter von Ferne ist von der Ausstrahlung der Wasserträgerin fasziniert und folgt ihr ohne zu zögern. Die Eingangssequenz in diesem Film. Nun fällt heute das Staunen ob solcher Szenen etwas schwer - zumal die Kalkberge von Rüdersdorf, die als Wüste herhalten sollen, mittlerweile aus Staudtes „Der kleine Muck“ bestens bekannt sind. Die hübsche, sinnliche Pola Negri konnte die Zuschauer becircen - und wenn man den Kritiken von 1918 glauben darf, waren die Leute begeistert ob dieser Story über „Die Rache der Pharaonen“. Denn der brutale Radu, der die herrliche Schönheit bewacht, will sie sich nicht von einem dahergelaufenen Nicht-Wüstensohn wie dem Maler Wendland wegnehmen lassen. Emil Jannings ist dieser Radu, dieser Naturbursche mit Wollperücke und brauner Gesichtsschminke, der im Grab der Mumie Ma seine Liebste bewacht. Als sie sich schließlich als laszive Tänzerin in Varietes in der Glitzerwelt der Europäer darbietet, da steht sein Entschluss fest: ich muss sie meucheln! Jannings macht dazu ein Gesicht, das zwischen Dummheit und Brutalität gekonnt wechselt. Zum Schluss zieht er seinen Dolch, der einem Küchenmesser sehr ähnlich sieht, ersticht sie und dann sich selber - übrigens keineswegs realistisch, sondern nur in der Andeutung. Denn der Regisseur ist kein anderer als Ernst Lubitsch. Die Szenen, in der die Tanzgesellschaft zusammenkommt und in der dann Pola Negri obszön ihren Körper den lustvollen Blicken der Männer darbietet, sind hinreissend. Eine Freude und eine Bewegung herrscht da, ein Aufeinanderzu und ein Miteinander, dass da großes Kino entstehen könnte. Noch ist es nicht ganz so weit, weil dieser kleine Film eher ein Lernstück ist, aber die Fantasie und die filmische Sicht begeistern. Diese “Mumien-Augen“ sind eher ein Versprechen, das Lubitsch wenig später brillant einlöste.

Credits

Alle Credits

Regie:Ernst Lubitsch
Drehbuch:Hanns Kräly, Emil Rameau
Kamera:Theodor Sparkuhl, Alfred Hansen
Bauten:Kurt Richter
  
Darsteller: 
Pola NegriMa
Emil JanningsRadu
Harry LiedtkeMaler Alfred Wendland
Max LaurenceFürst Hohenfels
Margarete Kupfer
  
Produktionsfirma:Projektions-AG »Union« (PAGU) (Berlin)
im Auftrag von:Universum-Film AG (UFA) (Berlin)
Produzent:Paul Davidson
Dreharbeiten:: Kalkberge Rüdersdorf, Freigelände Berlin-Tempelhof
Erstverleih:Universum-Film Verleih GmbH (Ufa) (Berlin)
Länge:1221 m, 43 min bei 24 b/s
Format:35mm
Bild/Ton:s/w, stumm
Aufführung:Uraufführung (DE): 03.10.1918, Berlin, U.T. Nollendorfplatz

Titel

Originaltitel (DE) Die Augen der Mumie Ma
Verleihtitel (AT) Die Augen der Mumie Mah

Fassungen

Original

Länge:1221 m, 43 min bei 24 b/s
Format:35mm
Bild/Ton:s/w, stumm
Aufführung:Uraufführung (DE): 03.10.1918, Berlin, U.T. Nollendorfplatz
 
Länge:1193 m
Format:35mm, 1:1,33
Bild/Ton:s/w, stumm
Prüfung/Zensur:Zensur (DE): 13.08.1918, B.42222, Jugendverbot
 
Länge:1187 m
Format:35mm, 1:1,33
Bild/Ton:s/w
Prüfung/Zensur:Zensur (DE): 12.05.1921, B.02173, Jugendverbot
 

Prüffassung

Länge:470 m, 43 min (bei 24 b/s
Format:16mm, 1:1,33
Bild/Ton:s/w + viragiert, stumm
Prüfung/Zensur:Zensur (DE): 16.06.1928, B.19273, Jugendverbot