Biografie
Stefan Sick wurde 1981 in Buxtehude geboren. Von 2003 bis 2006 absolvierte er eine Ausbildung zum Mediengestalter Bild & Ton an der Gutenberg-Universität in Mainz. Dort inszenierte er mehrere Kurzfilme war als Kameramann und Editor an Filmen von Kommiliton*innen beteiligt.
2010 begann er ein Studium im Fach Bildgestaltung/Kamera an der Filmakademie Baden-Württemberg. Für seine Bildgestaltung bei Nicole Vögeles studentischem Dokumentarfilm "nebel" (2014) erhielt er beim Studierendenfilmfestival Sehsüchte in Potsdam-Babelsberg den Preis für die Beste Kamera. Bis zu seinem Abschluss fungierte er als Kameramann bei zahlreichen weiteren Studierendenfilmen, aber auch bei Werbefilmen, TV-Reportagen ("37° Grad") und mittellangen Dokumentarfilmen.
Sicks Diplomfilm als Kameramann, "Closing Time" (CH/DE 2018), entstand ebenfalls unter Nicole Vögeles Regie: das dokumentarische Porträt eines Nachtimbiss in Taipeh, Taiwan, feierte beim Locarno Festival 2018 in der Sektion Cineasti del presente und wurde mit dem Sonderpreis der Jury ausgezeichnet.
Mit "Das innere Leuchten" (2019), über den Alltag in einer Pflegeeinrichtung für Demenzpatient*innen, realisierte Stefan Sick seinen ersten abendfüllenden Dokumentarfilm als Regisseur; daneben zeichnete er auch für Konzept, Kamera und Schnitt verantwortlich. Der Film feierte auf der Berlinale 2019 in der Sektion Perspektive Deutsches Kino Premiere und wurde 2020 für einen Grimme-Preis nominiert.
Erneut mit Nicole Vögele als Regisseurin drehte Sick rund um die bosnisch-kroatische Grenze bei Velika Kladuša "Landschaft und Wahn" (CH 2024), einen Film-Essay zu Fragen nach Heimat, Flucht und kriegerischer Gewalt. Der Film lief auf mehreren internationalen Festivals und erhielt beim Festival Visions du Réel in Nyon den Großen Preis der Jury sowie den Doc Alliance Award; beim Mirage Festival for the Art of Cinema in Norwegen erhielt Sick den Preis für die Beste Kamera.
Beim Münchner DOK.fest 2025 stellte Sick seinen Dokumentarfilm "Das fast normale Leben" vor, der den Alltag in einer betreuten Wohngruppe für Mädchen beobachtet. Die Produzentinnen Ulla Lehmann und Andrea Roggon erhielten von der Jury den Produktionspreis der Verwertungsgesellschaft der Film- und Fernsehproduzenten (VFF).