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Alle Fotos (6)Biografie
Karin Rasenack wurde am 10. November 1938 in Berlin geboren (gab später aber zeitweise das Geburtsjahr 1945 an). Der Wunsch, Schauspielerin zu werden, formte sich nach eigener Aussage bereits im Alter von sechs Jahren. Nach ersten Erfahrungen im Theater ihres Gymnasiums und dem Abitur besuchte sie die Max-Reinhardt-Schule für Schauspiel in West-Berlin unter der Leitung von Hilde Körber. Im Anschluss spielte sie zunächst an diversen Theatern West-Berlins, ehe sie einen Vertrag am Staatstheater Pforzheim erhielt. Sie blieb dem Theater an vielen weiteren Spielorten treu, beispielsweise den Staatstheatern Braunschweig und Wiesbaden sowie dem Thalia Theater Hamburg, und absolvierte zahlreiche Gastspiele, auch international. Parallel zu ihrer Tätigkeit am Thalia Theater Hamburg arbeitete sie für andere Hamburger Theaterhäuser und den NDR in den Bereichen TV, Rundfunk und Synchronisation. Rasenacks Theaterkarriere umfasste insgesamt über 60 Bühnenrollen, darunter bedeutende Parts wie Blanche DuBois in Tennessee Williams "Endstation Sehnsucht", Gretchen in Goethes "Urfaust" und Helena in Shakespeares "Sommernachtstraum". 1976-1979 und 2008-2010 tourte sie außerdem als Sängerin und Tänzerin mit dem Tanztheater Wuppertal unter Pina Bausch mit dem Stück "Die Sieben Todsünden" durch Europa und Asien.
Ihre Fernsehkarriere begann sie im 1965 erschienenen Fernsehfilm "Der Weiber Streik" von Horst Alexander Stelter, der sich an das antike Theaterstück "Lysistrata" von Aristophanes anlehnt. Nach mehreren kleineren Rollen in TV-Produktionen gab sie ihr Kinodebüt mit einem Kurzauftritt ohne Credit in Guiseppe Patroni Griffis Psychodrama "Identikit" aus dem Jahr 1973 mit Elizabeth Taylor in der Hauptrolle. Ihre größte Filmrolle spielte sie im elfteiligen, international gefeierten TV-Epos "Heimat – Eine Chronik in elf Teilen" (1981-1984) unter der Regie von Edgar Reitz. Als opportunistische und temperamentvolle Berliner Prostituierte Lucie, die den von Rüdiger Weigang gespielten Hunsrücker Eduard Simon heiratet, um gesellschaftlich aufzusteigen und sich dann zuerst an die Nationalsozialisten, dann an die amerikanischen Besatzungstruppen anbiedert, wurde sie einem großen Film- und Fernsehpublikum bekannt.
Nach "Heimat" übernahm Rasenack immer wieder große Rollen in mehrjährigen Serien wie "Büro, Büro" (1984-1988), "Zwei Münchener in Hamburg" (1988-1991), "Anna Maria – Eine Frau geht ihren Weg" (1994-1996) und "Kunden und andere Katastrophen" (2001-2002). Auch in Kinoproduktionen spielte Karin Rasenack weiterhin, meist kleine oder Nebenrollen, wie in dem Colonia-Dignidad Drama "Die Kolonie" (1987) von Orlando Lübbert oder der Musicalverfilmung "Linie 1" (1988) von Reinhard Hauff. Ihren letzten Kinoauftritt hatte sie 2005 im Kurzfilm "Polterabend" von Marian Bruchholz. Außerdem spielte sie Episodenhauptrollen in langlaufenden TV-Produktionen wie "Der Fahnder", "Ein Fall für Zwei", "Großstadtrevier", "Die Kommissarin" und "Pfarrer Braun".
Zwischenzeitlich wurde es etwas ruhiger um sie, da sie mit ihrem zweiten Mann für mehrere Jahre auf der spanischen Insel Formentera ein Kleidungsgeschäft betrieb. Sie kehrte nach Deutschland zurück, um wieder schauspielern zu können, hatte jedoch nach eigener Aussage Schwierigkeiten, wieder in der Industrie Fuß zu fassen.
Ab 2013 spielte sie wieder Episodenhauptrollen in "Soko Stuttgart" und "Soko München". In dieser Zeit betätigte sie sich hauptsächlich als Synchron- und Hörspielsprecherin in Reihen wie "Dorian Hunter" und "Geisterjäger John Sinclair".
Karin Rasenack verstarb am 10. Juni 2026 im Alter von 87 Jahren in Hamburg.