Biografie
Fabian Gamper wurde am 28. Januar 1985 in der Schweiz geboren. Nach dem Bachelorstudium im Fach Film an der Zürcher Hochschule der Künste arbeitete er zunächst als Zweitkameramann bei verschiedenen Spiel- und Fernsehfilmen. Anschließend setzte er seine Ausbildung an der Filmakademie Baden-Württemberg im Bereich Kameraführung fort, wo er seine Leidenschaft für die visuelle Gestaltung von Filmen vertiefte.
Als Kameramann trat Fabian Gamper erstmals mit Mascha Schilinskis Spielfilm "Die Tochter" hervor, der 2017 in der Sektion "Perspektive Deutsches Kino" der Berlinale uraufgeführt wurde. Das Werk fand international große Beachtung, lief auf mehr als 40 Festivals rund um den Globus und wurde mehrfach prämiert.
2018 gewann Gamper den Deutschen Kamerapreis für den in elegantem schwarz-weiß gehaltenen poetischen Kurzfilm "Freibadsinfonie" von Sinje Köhler. Auch deren ersten abendfüllenden Spielfilm, die Tragikomödie "Viva Forever", 2021 auf dem Filmfest München uraufgeführt, fotografierte er. 2021 arbeitete Gamper mit dem Schauspieler und Regisseur Robert Gwisdek zusammen: bei dessen vielbeachtetem Spielfilmdebüt "Der Junge, dem die Welt gehört", das bei den Hofer Filmtagen 2023 den Preis für die beste Regie erhielt.
Mit Mascha Schilinskis Drama "In die Sonne schauen" wurde Gamper 2025 in den Wettbewerb der Filmfestspiele von Cannes eingeladen. Der Film, der das Leben von vier jungen Frauen zu unterschiedlichen Zeiten auf einem Bauernhof in der Altmark erzählt und dabei Themen wie häusliche Gewalt, verdrängte Sehnsüchte und vererbte Traumata verhandelt, wurde dort mit dem Jury-Preis ausgezeichnet und im Dezember 2025 auf die Shortlist der Academy Awards für den besten internationalen Film gewählt. Gamper selbst gelangte zeitgleich ebenfalls auf die Shortlist für den Oscar in der Kategorie Bildgestaltung, erhielt jedoch – wie der Film – keine Nominierung. Für seine Kameraarbeit an dem mehrfach preisgekrönten Werk wurde er zudem mit dem Silbernen Frosch beim 33. EnergaCAMERIMAGE in Polen ausgezeichnet, einem der weltweit bedeutendsten Filmfestivals, das sich ausschließlich der Kamerakunst widmet, sowie im Januar 2026 mit dem Bayerischen Filmpreis.
Über seine Arbeit an "In die Sonne schauen" erklärte Fabian Gamper, gemeinsam mit dem Team ein visuelles Konzept entwickelt zu haben, das den Eindruck einer "hazy memory" erzeugen sollte. Dazu gehörten umfangreiche Tests mit Linsen und Effekten sowie der Einsatz ungewöhnlicher Mittel wie einer Lochkamera, um die diffuse Qualität von Erinnerungen filmisch einzufangen. Zentral für ihn seien dabei das konzeptionelle Denken, das er mit physischer und intuitiver Kameraführung verbindet, sowie sein hoher Anspruch an Teamarbeit und die enge Abstimmung mit Regisseur*innen und Schauspieler*innen.
Fabian Gamper ist mit der Regisseurin Mascha Schilinski verheiratet und lebt in Berlin.