Alles auf Zucker!

Deutschland 2004/2005 Spielfilm

Summary

Go For Zucker – An Unorthodox Comedy

"I'm in deep shit," muses Jaeckie Zucker about the current state of his life, "but at least the view′s good." Actually, Jaeckie was born as Jakob Zuckermann in 1947, but since 1961 he wants nothing to do with the Jewish "club".That was when his mother fled to the West with her first-born son Samuel as the Wall was built, leaving Jaeckie to fend for himself. He became a celebrity sports reporter, but has been down on his luck since the fall of the Wall. He barely makes ends meet by playing billiards and gambling. Jaeckie owes the bank a huge sum of money, which the branch manager – his son Thomas – is trying to collect, and his wife wants a divorce. His only hope is to win the 100,000 euro jackpot at the European Pool Tournament, but just before it starts his mother dies. Her will provides that her two sons will only inherit her fortune if they reconcile their differences and stay indoors during shivah, the seven-day period of mourning – just when the tournament is taking place.

For Woody Allen, Roberto Benigni or Mel Brooks it's the most natural thing in the world, but till now in Germany almost unthinkable: an audacious, politically incorrect, self-ironical Jewish comedy. With this unorthodox family tale of two brothers separated by the Wall, politics and belief, Dani Levy has succeeded in painting a deeply human, sympathetic picture of Jewry in present-day Germany.

Source: 55. Internationale Filmfestspiele Berlin (Catalogue)

 

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Heinz17herne
Heinz17herne
Jakob Zuckermann ein Jude? „Mit dem Club habe ich nichts zu tun“, verkündet „Jaeckie“ voller Inbrunst. Doch da irrt er sich. Denn dem zu DDR-Zeiten beliebten Sportreporter und Lebemann steht das Wasser bis zum Hals: Der Gerichtsvollzieher droht mit Knast und seine Frau Marlene mit Scheidung. Für den gewitzten Billardspieler gibt es nur noch eine Hoffnung: Das mit 100.000 Euro dotierte European Pool Turnier. Doch unmittelbar vor Turnierbeginn stirbt Jaeckis Mutter in Frankfurt/Main. Und Mammes Testament hält eine besondere Überraschung parat: Sie will auf dem Jüdischen Friedhof in Berlin-Weißensee beerdigt werden. Das Erbe fällt den Zuckermanns nur dann zu, wenn sich die seit über 40 Jahren verfeindeten Söhne Samuel, er ging kurz vor dem Mauerbau mit der Mutter in den Westen, und Jakob versöhnen.

Außerdem soll Jackies Familie samt Sohn, unverheirateter Tochter mit Kind und der nichtjüdischen deutschen Ehefrau Marlene die jüdischen Gesetze einhalten samt siebentägiger strengster Totenwache. Während die resolute Marlene, die sogar die geplante Scheidung verschiebt, einen Crashkurs in Sachen jüdischer Tradition absolviert und die orthodoxe Verwandtschaft (die Volksschauspielerin und Leiterin des jüdischen Theaters Warschau, Golda Tencer, als Samuels Gattin und Mutter zweier erwachsener Kinder) mit koscheren Häppchen versorgt, gibt es für Jaeckie ein ganz anderes Problem: Das Billardturnier wurde soeben im ICC eröffnet, und das vom „Regierenden“ Klaus Wowereit höchstselbst...

Dani Levy, 1957 in Basel geboren und seit 1980 Berliner Schauspieler, Drehbuchautor und Regisseur, hat mit Filmen wie „Meschugge“ (1997) ein neues Genre der jüdischen, zumeist zudem auch deutsch-deutschen Nachkriegsgeschichten geschaffen. In „Alles auf Zucker!“, das Drehbuch hat Dani Levy zusammen mit Holger Franke vom Berliner Kindertheater Rote Grütze verfasst, treffen deutsche Juden aus Ost- und Westdeutschland aufeinander – aber auch in der zusätzlichen, durchaus brisanten Spiegelung der Wahrnehmung nichtjüdischer Deutscher wie einer Berliner Nachbarin Jackies, die hinter vorgehaltener Hand staunt: „Seit der Wende hat der Mann nur Pech gehabt, und jetzt soll er auch noch Jude sein!“

Dani Levy im X-Verleih-Presseheft: „Der Begriff ’Jüdische Komödie’ ist hier nur ein Label. Im Prinzip ist ’Alles auf Zucker!’ eine Familiengeschichte über ganz normale Menschen in einer bestimmten grotesken, aber gleichzeitig auch sehr authentischen Situation. Jaeckie Zucker ist ein Held, der in höchster Not ist – auf allen Ebenen. Nun reist zu allem Überfluß auch noch der Bruder mit seiner Familie an. Das führt zu einem Kollaps. Und kollabierende Familiensituationen sind ein super Stoff für Komödien. Man braucht eine gute Grundgeschichte mit stimmigen Randfiguren und Anekdoten, die einem Detailreichtum garantieren – eine Komödie lebt dadurch, dass sie im Detail gut ist. Das immer weiterzutreiben, hat bei ’Alles auf Zucker!’ einen Riesenspaß gemacht.“

Wir Zuschauer geben dem Regisseur das Kompliment prompt zurück: Auch uns hat sein Film großen Spaß gemacht. Und das liegt nicht zuletzt an der vorzüglichen Besetzung. Henry Hübchen ist der Ich-Erzähler des Films, der das Geschehen, knapp am Herztod vorbeigeschrammt, aus der Rückblende erzählt – mit einer großen Portion Selbstironie und alles andere als politisch korrektem jüdischem Witz. Hannelore Elsner ist als seine Gattin eine pragmatisch-zupackende Frau, die sich in Erwartung der Erbschaft sogleich ins Abenteuer eines „koscheren“ Haushaltes stürzt.

Als ihre Tochter ist Anja Franke nach längerer Leinwand- und Bildschirmpause endlich wieder zu sehen: Die alleinerziehende Mutter der reizenden Tochter Sarah lebt nun mit ihrer Freundin Irene zusammen. Ihren Bruder gibt Steffen Groth als nicht nur sprachlich gehemmten Banker, dessen im Fitnessstudio gestählte Muskeln sogleich der so attraktiven wie sexbesessenen Cousine Lilly aus Westdeutschland ins Auge – und bald auch in die Arme – fallen. Sebastian Blomberg kehrt als Samuels Sohn Joshua den streng orthodoxen Juden heraus – bis er beim überraschenden Finale, das natürlich nicht verraten wird, doch noch sehr menschliche Züge offenbaren kann. Udo Samel als dessen Vater läuft besonders in Jaeckis Stamm-„Club der Mitte“ (den übrigens die „Solo Sunny“-Ost-Ikone Renate Krößner leitet) zu großer Form auf, nachdem er versehentlich eine Ecstasy-Pille geschluckt hat.

Rolf Hoppe gibt den Rabbiner und Vorsteher der Synagoge Oranienburger Straße (der Film zeigt überhaupt viel Berliner Lokalkolorit) und Adriana Altaras die kleine Episodenrolle einer Verkäuferin in einem jüdischen Geschäft wie „Kolbo“ im Scheunenviertel, die Jaeckis ob der komplizierten Glaubensregeln zunehmend verzweifelte Gattin Marlene beruhigt: „Es ist nie zu spät, Jüdisch zu werden“. Dani Levys schwungvoll-überdrehte Komödie ist innerhalb von nur 24 Tagen mit drei parallel arbeitenden Kameras gedreht worden.

Pitt Herrmann

Credits

Director

Director of photography

Editing

Music

Cast

Producer

All Credits

Director

Assistant director

Script supervisor

Director of photography

Assistant camera

Still photography

Titles / Opticals

Lighting design

Production design

Property master

Stand-by props

Costume design

Editing

Assistant editor

Audio mixing

Special effects

Casting

Music

Cast

Producer

Line producer

Unit production manager

Location manager

Production coordinator

Post-production

Original distributor

Shoot

    • From 01.02.2004
Duration:
2613 m, 95 min
Format:
35mm, 1:1,85
Video/Audio:
Farbe, Dolby SRD
Censorship/Age rating:

FSK-Prüfung (DE): 22.10.2004, 100137

Screening:

Kinostart (DE): 06.01.2005;
TV-Erstsendung (DE): 23.09.2005, Arte

Titles

  • Arbeitstitel Zucker
  • Originaltitel (DE) Alles auf Zucker!

Versions

Original

Duration:
2613 m, 95 min
Format:
35mm, 1:1,85
Video/Audio:
Farbe, Dolby SRD
Censorship/Age rating:

FSK-Prüfung (DE): 22.10.2004, 100137

Screening:

Kinostart (DE): 06.01.2005;
TV-Erstsendung (DE): 23.09.2005, Arte

Awards

European Film Smiles Festival, Mladá Boleslav (Tschechien) 2005
  • Hauptpreis, Bester europäischer Film
Festival des Deutschen Films, Madrid 2005
  • Publikumspreis
Verband der Deutschen Filmkritik 2005
  • Preis der deutschen Filmkritik, Bestes Drehbuch
Club der Berliner Filmjournalisten 2005
  • Ernst-Lubitsch-Preis, Beste komödiantische Leistung
Deutscher Filmpreis 2005
  • Lola, Bestes Kostümbild
  • Lola, Beste Musik
  • Lola, Bester Hauptdarsteller
  • Lola, Bestes Drehbuch
  • Lola, Beste Regie
  • Lola in Gold, Bester Spielfilm