Biografie
Evelyn Rack wurde 1983 in Hildesheim geboren. Sie studierte zunächst Kulturwissenschaften, Geografie und Soziologie in Bremen, und sammelte erste Filmerfahrungen bei der Filmarche Berlin, wo sie in verschiedenen Funktionen an Kurzfilmen mitwirkte. Schließlich begann sie ein Studium an der Filmuniversität Babelsberg, wo sie als Editorin an mehreren Filmen beteiligt war, darunter die langen Dokumentarfilme "Rotation" (2018) von Eric Esser und "Im Stillen laut" (2019) von Therese Koppe.
2019 machte Rack ihren Master-Abschluss (mit Auszeichnung) und begann als freie Editorin für Spiel- und Dokumentarfilm zu arbeiten. Zu ihren bekanntesten Arbeiten gehören Natalia Sinelnikovas preisgekrönte Sozialsatire "Wir könnten genauso gut tot sein" (2021) und Engin Kundağs Coming-of-Age- und Familiendrama "Ararat" (2023), für dessen Schnitt sie bei der Berlinale 2023 eine Nominierung für den Heiner-Carow-Preis erhielt.
Neben der Filmarbeit hat Evelyn Rack auch mehrere Kunstprojekte realisiert. Für die interaktive, multimediale Ausstellung "Add Your Heroine!" (zusammen mit Billie Mind), das traditionelle Geschlechterrollen hinterfragte und weibliche Vorbilder sichtbar machte, wurde sie mit dem Amadeu-Antonio-Preis ausgezeichnet. Gemeinsam mit der Regisseurin Kirstin Schmitt realisierte sie 2020 die Installation "Quítame La Sal de Encima", die unter anderem im Pariser Louvre und auf der documenta 15 (2022) gezeigt wurde. Außerdem engagiert Rack sich in der Queer Media Society, einer Organisation zur Förderung queerer Medienschaffender.
Weitere Kinoarbeiten Racks als Editorin waren unter anderem der Dokumentarfilm "wo/men" (2024), die queere Coming-of-Age-Geschichte "Die feige Schönheit" (2024) sowie der preisgekrönte Jugendfilm "Ab morgen bin ich mutig" (2024).
Ein großer Erfolg war Mascha Schilinskis Drama "In die Sonne schauen" (2025), das bei den Filmfestspielen von Cannes 2025 den Preis der Jury erhielt. Für ihre Arbeit bei diesem Film erhielt Rack 2026 den Preis der Kritikervereinigung International Cinephile Society in der Kategorie Best Editing. Außerdem wurde sie für den Preis der deutschen Filmkritik nominiert und gewann den Deutschen Filmpreis 2026 in der Kategorie Bester Schnitt.