Deutschland im Fokus beim Vancouver International Film Festival 2026

Vom 1. bis 11. Oktober 2026 findet das Vancouver International Film Festival (VIFF) statt. Bei seiner 45. Ausgabe präsentiert das Festival internationales Kino aus zahlreichen Ländern und verbindet Filmvorführungen mit Talks, Live-Formaten und Industry-Veranstaltungen.

 

Ein besonderer Schwerpunkt liegt in diesem Jahr auf Deutschland: Unter dem Titel "Focus On New German Cinema: Extreme Tension" zeigt das VIFF sechs aktuelle deutsche Filme und stellt dabei insbesondere neue Regiestimmen und Debütfilme in den Mittelpunkt.

Das Vancouver International Film Festival zählt zu den größten Publikumsfestivals Kanadas und bildet an der Westküste einen wichtigen Treffpunkt für internationales Kino. Im vergangenen Jahr verzeichnete das VIFF mehr als 106.000 Festivalbesuche. Im Vergleich zum Toronto International Film Festival, das als internationales Branchenfestival, wichtiger Startpunkt für die nordamerikanische Awards Season und seit 2026 auch mit einem eigenen Content Market eine deutlich stärkere Industry-Funktion einnimmt, liegt der Schwerpunkt in Vancouver stärker auf dem Publikum, der kuratorischen Filmauswahl und dem direkten Austausch zwischen Filmschaffenden und Kinobesucher.

Deutschland erhält 2026 mit "Focus On New German Cinema: Extreme Tension" eine besondere Plattform. Die Sektion knüpft an die langjährige Präsenz des deutschen Films beim VIFF an und konzentriert sich gezielt auf eine neue Generation von Filmschaffenden.

Sechs Filme stehen im Zentrum des Programms: "Erzähl mir dein Morgen" von Ella Cieslinski und Nina Wesemann, "Ich verstehe Ihren Unmut" von Kilian Armando Friedrich, "Staatsschutz" von Faraz Shariat, "Was an Empfindsamkeit bleibt" von Daniela Magnani Hüller, "Die Ballade von Mittwoch auf Donnerstag" von Christoph Otto sowie "Der Heimatlose" von Kai Stänicke.

Mehrere Filmschaffende reisen nach Vancouver, um ihre Arbeiten persönlich vorzustellen und mit dem Publikum ins Gespräch zu kommen. Bestätigt sind Ella Cieslinski, Christoph Otto, Kai Stänicke und Daniela Magnani Hüller. Ergänzt wird der deutsche Schwerpunkt durch das Industry-Programm: Editorin Evelyn Rack gibt in der Masterclass "Editing As Discovery: Narrative, Instinct, And The Unpredictable" Einblicke in ihre Arbeit an Spiel- und Dokumentarfilmen.

Simone Baumann, Managing Director von German Films, zum deutschen Schwerpunkt: "Vancouver ist neben Toronto das wichtigste Publikumsfestival im englischsprachigen Teil Kanadas und für uns ein zentraler Ort, um deutsches Kino einem jungen, diversen und weltoffenen Publikum vorzustellen. Gleichzeitig verfügt Vancouver über eine starke Infrastruktur in der Film- und Medienbranche und ist mit seinen Ausbildungsstätten ein wichtiges Zentrum für den internationalen Filmnachwuchs. Dass das VIFF in diesem Jahr mit 'Focus On New German Cinema: Extreme Tension' gezielt Debütfilme und neue Stimmen aus Deutschland präsentiert, macht diesen Schwerpunkt besonders spannend und zukunftsgerichtet. Wir freuen uns sehr, dass Ella Cieslinski, Christoph Otto, Kai Stänicke und Daniela Magnani Hüller ihre Filme persönlich in Vancouver präsentieren und Evelyn Rack im Rahmen einer Masterclass ihre Arbeit vorstellt."

"Das deutsche Kino wird seit langem für seine kreative Handwerkskunst und seine Intellektualität gefeiert, doch diese neue Generation von Filmemachern zeichnet sich durch die einzigartigen Perspektiven und Lebenserfahrungen aus, die sie in ihre Arbeit einbringen", sagt Curtis Woloschuk, Programmdirektor des VIFF. "Die thematisch komplexen Filme in der Reihe 'Extreme Tension' setzen sich auf einfühlsame und provokative Weise mit persönlichen und systemischen Spannungen auseinander. Wir freuen uns sehr über die Zusammenarbeit mit German Films, um diesen außergewöhnlichen neuen Stimmen in Vancouver eine prominente Bühne zu bieten."

Auch jenseits der Focus-Sektion ist deutsches Kino in Vancouver breit vertreten. Besonders prominent sind drei Filme, die in diesem Jahr für Deutschland im Rennen um den Oscar für International Feature Film stehen. "Everytime" von Sandra Wollner, Gewinner des Un Certain Regard Award in Cannes, wurde von der deutschen Auswahljury als offizieller deutscher Beitrag für die 99. Academy Awards ausgewählt. Nach den neuen Academy-Regularien haben sich außerdem "Gelbe Briefe" von İlker Çatak, Gewinner des Goldenen Bären der Berlinale, und "Von Scham und Geld" von Visar Morina, Gewinner des World Cinema Grand Jury Prize: Dramatic in Sundance, direkt für die Kategorie qualifiziert.

Beim VIFF läuft "Everytime" ebenso wie "Von Scham und Geld" in der Sektion Panorama, während "Gelbe Briefe" im Showcase zu sehen ist. Mit "Das geträumte Abenteuer" von Valeska Grisebach ist dort eine weitere vielbeachtete deutsche Produktion vertreten. In Panorama wird außerdem "No Good Men" von Shahrbanoo Sadat gezeigt, während "Rose" von Markus Schleinzer in den Special Presentations programmiert ist.

Weitere deutsche Produktionen und Koproduktionen finden sich in den Sektionen Portraits, Spectrum, Vanguard, VIFF Short Forum und Modes. Damit bildet der diesjährige Focus nicht nur einen eigenständigen Schwerpunkt für neue deutsche Stimmen, sondern ist Teil einer umfangreichen Präsenz des deutschen Films im Gesamtprogramm des Vancouver International Film Festival.

Quelle und sämtliche deutsche Produktionen im Überblick: www.german-films.de