Deutsches Kino auf dem Lido: Von 2. bis 12. September 2026 richtet sich der Blick der internationalen Filmwelt erneut auf den Lido: Die 83. Internationalen Filmfestspiele von Venedig präsentieren aktuelle Arbeiten renommierter Filmschaffender ebenso wie neue Stimmen und innovative filmische Erzählformen. Als ältestes Filmfestival der Welt und eine der bedeutendsten Plattformen des internationalen Kinos ist die Mostra zugleich ein wichtiger Ausgangspunkt für die kommende Festival- und Awards-Saison.
Auch das deutsche Kino ist in diesem Jahr mit Produktionen und Koproduktionen in verschiedenen Sektionen des Festivals vertreten. 22 deutsche Filme wurden in das Line-up des Festivals inklusive Immersive Sektionen eingeladen. Dazu kommen weitere zwölf Projekte in der Venice Production Bridge. Ihre Auswahl unterstreicht die künstlerische Vielfalt, die internationale Vernetzung und die starke Präsenz deutscher Filmschaffender innerhalb des aktuellen Weltkinos.
In den Hauptwettbewerb Venezia 83 Competition ist in diesem Jahr die deutsche Produktion "DAU" von Ilya Khrzhanovskiy eingeladen worden. Inspiriert von den sowjetischen Physikern, die die Atombombe entwickelten, erzählt "DAU" die Geschichte eines in Griechenland geborenen Physikers, der von 1928 bis 1968 in der UdSSR lebte, und gezwungen wird, sein wissenschaftliches Genie in den Dienst des Staates zu stellen. Über vier Jahrzehnte hinweg entfaltet der Film zugleich das intime Porträt eines Mannes und das monumentale Bild einer Gesellschaft, in der persönliche Entscheidungen und alltägliche Kompromisse untrennbar mit den großen Umbrüchen der Geschichte verbunden sind. Unter den insgesamt 20 Filmen im Hauptwettbewerb ist außerdem die irisch-amerikanische Produktion "Bucking Fastard" des deutschen Regisseurs Werner Herzog, ein Drama, das auf der wahren Geschichte der englischen Zwillingsschwestern Freda und Greta Chaplin basiert.
In Venezia Open – Out Of Competition - Non Fiction sind die beiden deutschen Dokumentarfilme "From Inside Out – The Architecture of Peter Zumthor" von Wim Wenders und "Imperium" von Sergei Loznitsa zu sehen. Wenders 3D-Dokumentarfilm porträtiert Zumthors radikalen Ansatz, Gebäude von innen heraus und tief verwurzelt in ihrer lokalen Umgebung zu entwickeln. "Imperium" ist eine visuelle Reise durch die Weiten der Sowjetunion, die vollständig auf Archivmaterial basiert, das zwischen 1970 und 1973 von einer Gruppe italienischer Filmemacher aufgenommen wurde.
Die Sektion Orizzonti, eine weitere Wettbewerbskategorie, widmet sich der Entdeckung neuer ästhetischer und expressiver Trends im weltweiten Independent-Kino. Hier ist die majoritär deutsche Produktion "Oase" von Jannis Lenz programmiert. In dem Drama geht es um einen Streit, der auf dem Schulhof eskaliert. Statt sich den Anschuldigungen der Erwachsenen zu stellen, suchen drei Außenseiter*innen Zuflucht in der Natur, wo sie sich fernab der Gesellschaft ihre eigenen Regeln und Normen kreieren.
Weitere zwei deutsche Produktionen laufen im Wettbewerb der Nebensektion Giornate degli Autori. In "Camouflage" von Mykyta Gibalenko geht es um den Ukrainer Vitaly, der sich als Student in München ein neues Leben aufbauen will. Durch den Kriegsbeginn am 24. Februar 2022 zerplatzt dieser Traum. "I Plant My Hand in the Garden" von Hoda Taheri und Boris Hadžija ist ein fiktionales Drama basierend auf autobiografischen Erlebnissen und folgt Hoda, eine in Berlin lebende iranische Geflüchtete, und Boris, ein queerer schwuler Mann aus Serbien. Die beiden wollen ein gemeinsames Leben aufbauen, stoßen dabei jedoch auf viele Herausforderungen.
Insgesamt sieben deutsche Produktionen und Koproduktionen sind in unterschiedlichen Sektionen von Venice Immersive zu sehen, darunter die majoritär deutschen Projekte "Octopocalypse" von Max Sacker und Arite Szadkowski sowie "Raj'in (We Shall Return)" von Faiz Abu Rmeleh und Keren Manor (In Competition) und "In 36.000 Ways" von Karim Ben Khelifa sowie "The Amusement" von Marc Barnes (Out of Competition).
Der Venice Production Bridge als offizieller Filmmarkt der Internationalen Filmfestspiele, widmet sich gezielt der Unterstützung von noch unveröffentlichten Projekten, um deren Entwicklung, Finanzierung und Fertigstellung entlang der gesamten Produktionskette voranzutreiben. In diesem Jahr sind zwölf deutsche Produktionen eingeladen, um ihre „Work-in-Progress“-Projekte zu präsentieren.
Alle deutschen Produktionen und Koproduktionen in Venedig im Überblick:
Venezia 83 Competition
"Dau" von Ilya Khrzhanovsky (DE/FR/UA/SE, Phenomen Berlin, Essential Filmproduktion)
Venezia Open – Out Of Competition - Non Fiction
"From Inside Out – The Architecture of Peter Zumthor" von Wim Wenders (DE/CH, Road Movie, DCM)
"Holy Wood Dust" von Victor Kossakovsky (IT/ES/DE, Doppelplusultra Filmproduktion)
"Imperium" von Sergei Loznitsa (DE/IT/FR/LT, Essential Filmproduktion)
"Listy" ("Letters from the Silenced Country") von Andrei Kutsila (PL/DE/LT, Inselfilm Production)
Orrizonti
"A Day in the Life of Jo: Chapter Phaedra" von Jacqueline Lentzou (GR/DE/FR, Kelek Film)
"Moragheb" ("Falling House") von Mohsen Gharaei (IR/US/DE)
"Oasis" ("Oase") von Jannis Lenz (DE/AT, Zeitgeist Filmproduktion, Third Picture)
"The Difficult Bride" von Rubaiyat Hossain (FR/BD/PT/NO/DE, Tandem Production)
"La Ragazza Con La Leica" ("The Girl with the Leica") von Alina Marazzi (IT/DE, Komplizen Film)
Venezia Spotlight
"Eu Contez" ("I Matter") von Alina Șerban (RO/DE/BE, Untold Stories)
Venezia Classics
"Yesterday Girl" ("Abschied von gestern") von Alexander Kluge (Kairos-Film)
Venice Immersive – In Competition
"Octopocalypse" von Max Sacker, Arite Szadkowski (Luma Octo)
"Raj'in (We Shall Return)" von Faiz Abu Rmeleh, Keren Manor (DE/PS, NowHere Media)
"Solwata" von Felix Gaedtke, Gayatri Parameswaran (US/DE/SB, NowHere Media)
Venice Immersive – Out Of Competition
"In 36.000 Ways" von Karim Ben Khelifa (Atelier Non-Fiction)
"The Amusement" von Marc Barnes (DE/FR, Curvature Games)
Biennale College Cinema – Immersive
"Library of Dreams" von Zhenya Rzheznikova, Alina Savelyeva (IL/DE)
"The White Saboteur" von Barthelemy Antoine-Lœff, Hugo Arcier (FR/DE)
Giornate degli Autori
"Camouflage" von Mykyta Gibalenko (Kalekone Film, HFF Munich University of Television and Film)
"Dear Ajayi" von Damilola Orimogunje (NG/DE, MAYANA FILMS)
"I Plant My Hand in the Garden" von Hoda Taheri und Boris Hadžija (DE/RS/US, German Film and Television Academy Berlin)
VENICE PRODUCTION BRIDGE
Final Cut
"Mehal Sefari" von Abraham Gezahagne (ET/CA/DE/NL/NO/SA, 2Pilots)
Gap Financing Market
"A Year Without Summer" von Flurin Giger (CH/DE, Heimatfilm)
"All Clear" von Christina Tynkevych (UA/DE/LU, Fiction Park)
"Chocolat Amer" by Valentin Merz (CH/DE)
"Kurinji" von Payal Sethi (IN/FR/DE, 70 Steps)
"La Manche" von Damian Kocur (PL/DE/FR, Oma Inge Film)
"Lionfish" von Thanasis Trouboukis (GR/DE, Studio Zentral)
"The Horsemen of the Apocalypse" von Lene Berg (NO/SE/DE, ALMA BANG)
"Toxic" von Jessica Hausner (AT/DE/FR/SE, Schubert Film)
Immersive Projects
"After the Flood" von Chloé Lee (Reynard Films)
"The Berlin Wall" von Karim Ben Khelifa and Tina Ahrens (FR/DE, Filmtank)
Biennale College Cinema – Immersive Projects
"Isabella, Mad with Love" von Giulia Falciani (DE/IT, Studio Fazi)
"Dies sind die zum gegenwärtigen Zeitpunkt gültigen Angaben; Änderungen am Line-up seitens des Festivals bleiben vorbehalten."
Quelle: www.german-films.de