Credits
Regie
Drehbuch
Kamera
Schnitt
Musik
Darsteller
- Helen
- Peter
- Margret
- Franziska
- Bill
- Elly
- Lizzy
- Daniel
- Willem
- Apotheker
Produktionsfirma
Produzent
Alle Credits
Regie
Regie-Assistenz
Drehbuch
Vorlage
Kamera
Kamera-Assistenz
Steadicam
Licht
Kamera-Bühne
Set Design
Bühne
Maske
Kostüme
Schnitt
Ton
Ton-Assistenz
Casting
Musik
Darsteller
- Helen
- Peter
- Margret
- Franziska
- Bill
- Elly
- Lizzy
- Daniel
- Willem
- Apotheker
- Friseurin Petra
- Carli
- Ben
- Franka von Campe
- Polizistin
- Kundin Friseursalon
- Kundin Friseursalon
- Kundin
Produktionsfirma
im Auftrag von
Produzent
Redaktion
Produktionsleitung
Dreharbeiten
- 08.09.2009 - 13.10.2009: Berlin
Länge:
89 min
Format:
HDcam, 1:1,78
Bild/Ton:
Farbe, Dolby
Aufführung:
Aufführung (DE): 01.10.2010, Hamburg, Filmfest
Titel
- Originaltitel (DE) Meine Familie bringt mich um
Fassungen
Original
Länge:
89 min
Format:
HDcam, 1:1,78
Bild/Ton:
Farbe, Dolby
Aufführung:
Aufführung (DE): 01.10.2010, Hamburg, Filmfest
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Was auf Peter trotz beträchtlicher Geheimratsecken, die frau schon als „hohe Stirn“ bezeichnen könnte, jedenfalls nicht zutrifft: Der Gatte mit dem grünen Daumen für alles, was aus seinem Gewächshaus kommt, weshalb er zügig in einen Erweiterungsbau investieren möchte, hat bei den Kundinnen mehr als nur einen Stein im Brett, und offenbar gerade bei einer mit adliger Herkunft. Was Helen sogleich misstrauisch werden lässt etwa bei Anrufen übers Handy.
Doch eigentlich hat sie für solche Eifersüchteleien gar keine Zeit. Zum einen braucht der Steuerberater dringend die Geschäftsunterlagen des vergangenen Jahres, zum anderen ist ihre Mutter Margret gerade ins Krankenhaus eingeliefert worden: Schlaganfall. Die Folgen sind noch unabsehbar, weshalb sich Helens Schwester Franziska, die irgendwo in der Walachei jenseits des Großen Teichs mit ihrer Freundin Pferde züchtet, bemüßigt fühlt, sich 'mal wieder daheim sehen zu lassen.
Demenz gepaart mit Inkontinenz: Margret kann nicht mehr in ihre Wohnung zurückkehren, die derweil von ihrer Nachbarin und langjährigen Freundin Elly gehütet wird. Nicht nur diese, sondern auch Peter, wenn auch aus ganz anderen Gründen, plädiert dafür, die „Oma“ nicht in ein Heim zu stecken., sondern zu Hause zu pflegen. Doch da ist ob der Vielfach-Belastung Helens längst das Chaos ausgebrochen. Auch weil auf die beiden heftig pubertierenden Kinder nicht gezählt werden kann, die ihre eigenen Probleme mit der ersten Liebe um- und außer Haus treibt.
Der immerhin schon 17-jährige Daniel entwickelt sich im wahren Wortsinn über Nacht vom pickligen Milchbubi zum Objekt ganz reizend-weiblicher Begierde, so jedenfalls Peters Einschätzung. Und Lizzy, diese „entzückende Mischung aus Wut und Hormonen“, scheint schon vor ihrem 14. Geburtstag heftig mit einem wesentlich älteren Tierheim-Mitarbeiter zu flirten. „Ob das alles ist, was vom Leben übrig bleibt?“: Helen ist so rat- wie trostlos, als sie ihre Mutter Margret in einem privaten Altenheim unterbringt. Einziger Lichtblick ist der charmante Pfleger Bill, der ihr noch einmal das Gefühl geben könnte, nicht nur als Mutter, Schwester und Bürokraft des Gatten eher miss- denn gebraucht, sondern als begehrenswerte Frau geliebt zu werden...
Christiane Balthasars charmante und warmherzige, dabei zugleich ironische und sehr witzige Familienkomödie nach dem Roman „Mein Sohn hat ein Sexleben und ich lese meiner Großmutter Rotkäppchen vor“ von Renate Dorrestein ist rund um die herausragende Protagonistin Iris Berben kongenial besetzt. Ein am 29. September 2010 beim Filmfest Hamburg uraufgeführter und am 31. Januar 2011 im ZDF erstausgestrahlter „Fernsehfilm der Woche“, der freilich aus anderen Gründen schon vorab für Schlagzeilen sorgte: Die Autorin Doris J. Heinze musste seinerzeit als NDR-Fernsehspielchefin ihren Hut nehmen, weil sie unter Pseudonym Drehbücher verfasste und als im Hamburger Sender dafür Verantwortliche sich selbst das Honorar zuschanzte. Das war so dreist wie dumm – und auch noch schade, denn ihre Drehbücher hatten zumeist Klasse weit über dem Durchschnitt unserer seichten TV-Unterhaltung.
Zusätzlich ist Iris Berbens produzierender Sohn Oliver in die Schusslinie der Mainzer Clearingstelle geraten, die darüber wacht, ob auf dem Bildschirm (zu viel) Schleichwerbung zu sehen ist. Er musste gegenüber dem Auftraggeber ZDF eingestehen, von einem deutschen Automobilkonzern einen vierstelligen Betrag zur Produktionskostensenkung erhalten zu haben. Dabei gehört Product Placement heute zum Alltag auf der Kinoleinwand wie auf dem Fernseh-Bildschirm – und tut der Komödie „Meine Familie bringt mich um!“ nun wirklich keinen Abbruch. Im übrigen: Hätte Oliver Berben die Mainzelmänner im Vorfeld über die „Bereitstellung“ aus Wolfsburg informiert, wäre gar nichts passiert.
Pitt Herrmann