Inhalt
"Alter und Schönheit" erzählt die tragikomische Geschichte von vier Freunden, die sich jahrelang nicht gesehen haben und aus einem einzigen Grund zusammenkommen: Der krebskranke Manni liegt im Sterben und möchte seine letzten Tage im Hospiz mit seinen alten Freunden verbringen. Außerdem hat er einen letzten Wunsch, den ihm die drei erfüllen sollen. Er möchte seine große Liebe Rosie, die früher die "Königin" der Clique war, um Verzeihung bitten. So ziehen Bernhard, Justus und Harry wie in alten Zeiten durch Berlin und spüren Rosie auf – doch sie zu Manni ins Hospiz zu bringen, stellt sich als schwierig heraus. Und was Manni auch nicht weiß: Zwischen Rosi und seinen Freunden gibt es noch andere alte Verbindungen.
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Manni, das Küken des Quartetts und als beliebter Fernsehkommissar der erfolgreichste von ihnen, liegt im Hospiz, Krebs im Endstadion. Und sein nagelneuer Ferrari parkt quasi in Sichtweite davor. Bernhard, der mit Erfolg den Marsch durch die Institutionen hinter sich gebracht hat, ist bei ihm, aber nie ohne seine Lehrer-Aktentasche, um zwischendurch 'mal eben einige Schulaufsätze korrigieren zu können. Sie sind sich mit der Zeit ein wenig fremd geworden, die etablierten Mitfünfziger, aber alle sind sogleich Mannis ausdrücklichem Wunsch nach einem Wiedersehen gefolgt.
Nun fehlt nur noch die „Königin“, die jeder aus der Clique einst vergötterte, mit der Harry vielleicht auch etwas gehabt hat, die jedenfalls aber Mannis Flamme gewesen ist. Bernd schafft es erst im zweiten Anlauf, Rosi, um die sich wie selbstverständlich sogleich wieder alles dreht, aus ihrer anonymen Wohnanlage, in der sie sich förmlich eingeigelt hat, loszueisen. Denn es muss einiges vorgefallen sein vor zehn Jahren, als Rosi ihre große Liebe verlassen hat, und die Wunden sind offenbar längst noch nicht verheilt.
In Mannis Bungalow vertreiben sich die vier, wenn sie nicht am Hospizbett wachen oder dem Todgeweihten so sinnvolle Geschenke wie eine Armbanduhr mit ewigem Kalender ans immer schwächer werdende Herz legen, die Zeit: Der Joint kreist wie die Schampusflasche und der Plattenteller, alte Zeiten leben wieder auf und aus Rosi bricht es spontan heraus: „Ihr seid so schöne Männer!“ Am Ende, so suggeriert es zumindest das Filmplakat, wird auch Manni noch heimgeholt an seinen Pool – vorzugsweise in seinem nagelneuen Ferrari mit der versöhnten, gar neu verliebten Rosi am Steuer.
Aber in Michael Kliers „Alter und Schönheit“ bleibt so mancher Traum unerfüllt. Übrigens auch bezogen auf die Erwartungen des Publikums, dass sich nach der langen Einleitung mehr erhofft als belanglose, im Nichts versiegende Dialoge offenbar so selbstzufriedener wie selbstgenügsamer Schauspieler, die sich eine kontemplative Auszeit vor der Kamera der „Bildgestalterin“ Sophie Maintigneux gegönnt haben. Für die vielbeschäftigten Leinwand- und Bühnenstars sicherlich eine prima Sache, für uns Zuschauer pure Langeweile. Arte sorgte am 5. März 2011 für die Erstausstrahlung.
Pitt Herrmann