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Siegfried Rauch gestorben

Der vor allem durch die Serie "Das Traumschiff" bekannte Schauspieler wurde 85 Jahre alt

 

Den meisten Zuschauern dürfte Siegfried Rauch durch seine zahlreichen Fernsehrollen ein Begriff sein, nicht zuletzt durch seinen Part als väterlicher Kapitän in "Das Traumschiff". Tatsächlich aber wirkte Rauch vor allem zu Beginn seiner Karriere in einigen Kinofilmen mit, etwa in den Edgar-Wallace-Krimis "Der Mönch mit der Peitsche" (1967) und "Im Banne des Unheimlichen" (1968).

Mehrfach wurde er auch in internationalen Produktionen an der Seite von Hollywood-Größen besetzt. So war er als deutscher Hauptmann in dem oscarprämierten Kriegsfilm "Patton" ("Patton – Rebell in Uniform", US 1970) an der Seite von George C. Scott zu sehen. Der große Durchbruch gelang ihm als wortkarger Rennfahrer und Gegenspieler von Steve McQueen in dem Formel-1-Drama "Le Mans" (US 1971). Mit McQueen verband Rauch bis zu dessen Tod eine enge Freundschaft; der Hollywoodstar war auch Patenonkel seines ersten Sohnes. Weitere internationale Produktionen mit Rauch in tragenden Rollen waren die Kriegsfilme "The Eagle Has Landed" ("Der Adler ist gelandet", GB 1976) und "The Big Red One" (US 1980).

Doch anstatt eine Hollywoodkarriere zu verfolgen, blieb Rauch in Deutschland, wo er sich zunehmend als Fernsehstar etablierte. Zu seinen größten Erfolgen zählen die Familienserie "Eine glückliche Familie" (1987-1993) mit Maria Schell, die Abenteuerserie "Wildbach" (1993-1997) und natürlich das "Traumschiff" (1999-2013) sowie "Der Bergdoktor" (2008-2018), wo er bis zuletzt eine wichtige Rolle als eifriger Arzt im Ruhestand hatte. Insgesamt umfasst Rauchs Filmografie mehr als 130 Titel, die einzelnen Serienfolgen nicht mitgerechnet.

Vermutlich wäre der Schauspieler trotz seines hohen Alters noch eine ganz Weile aktiv geblieben. Erst 2017 übernahm er einen neuen Part im Ensemble der Sketch-Comedyserie "Knallerkerle".

Am 11. März 2018 stürzte Siegfried Rauch bei einer Feier der örtlichen Freiwilligen Feuerwehr in seinem Wohnort Untersöchering eine Treppe hinunter; er verstarb noch an der Unglücksstelle.

Ergänzung, 14.03.: Als Todesursache wurde nicht der Treppensturz, sondern Herzversagen festgestellt.