Heute in einem Monat startet die 49. Ausgabe von Deutschlands ältestem Filmfestival für junges Publikum: Vom 24. September bis 1. Oktober 2026 präsentiert LUCAS wieder spannende Filmkunst aus aller Welt für alle von drei Jahren bis 18plus.
Spielorte sind das Kino des DFF, das Cinéma und das CineStar Frankfurt Metropolis IMAX in Frankfurt, das Kino im Hafen 2 in Offenbach, die Caligari FilmBühne in Wiesbaden sowie erstmals das KINOPOLIS in Bad Homburg. In den Wettbewerben "Kids", "Teens" und "Youngsters" konkurrieren aktuelle Lang- und Kurzfilme um begehrte Preise im Gesamtwert von 21.000 Euro. Das vollständige Festivalprogramm kann bereits auf der LUCAS-Webseite eingesehen und gebucht werden.
40 Spiel-, Dokumentar- und Animationsfilme, viele davon Deutschlandpremieren, gehen bei LUCAS ins Rennen um die Auszeichnungen, die mit je 5.000 Euro für den besten Langfilm und je 2.000 Euro für den besten Kurzfilm dotiert sind. Ergänzt wird das Programm durch eine Reihe von Gastprogrammen und Specials. Auch in diesem Jahr können junge Menschen bei LUCAS auf verschiedenste Weisen "Mitmischen!": Als Moderator*innen, Kritiker*innen oder Filmpat*innen, als Jurymitglieder oder Kurator*innen gestalten sie das Festivalgeschehen mit.
Eröffnet wird LUCAS #49 am Donnerstag, 24. September, um 18 Uhr im Kino des DFF. Im Anschluss ist um 20 Uhr "The Swallows of Kabul" zu sehen: Der Animationsfilm von Zabou Breitman und Éléa Gobbé-Mévellec ist Teil der Reihe, die die "Young European Cinephiles" zum Thema "Gerechtigkeit" kuratiert haben. Die besten Filme des Jahres werden bei der Preisverleihung am Donnerstag, 1. Oktober, um 18 Uhr im Kino des DFF ausgezeichnet.
40 Kurz- und Langfilme aus mehr als 30 Ländern in den Wettbewerben "Kids", "Teens" und "Youngsters"
Wettbewerb "Kids" | Langfilm
Die Filme im Wettbewerb "Kids" erzählen von jungen Menschen, die mit Veränderungen umgehen, ihren eigenen Weg suchen und dabei die Kraft von Freundschaft und Zusammenhalt entdecken.
In "Koschka" läuft dem achtjährigen Jan kurz vor den Sommerferien eine Katze zu. Mit seinem Kumpel Sami kümmert er sich liebevoll um die Streunerin, doch die Pflege wird um Einiges aufwändiger, als diese drei flauschige Katzenbabys zur Welt bringt. In "Mumbo Jumbo" wächst ein Nilpferdjunge auf wundersame Weise plötzlich zu einem wahren Riesen heran. Um seine alte Größe zurückzuerlangen, begibt er sich mit seinen Freunden auf eine abenteuerliche Reise ins weit entfernte Sibirien. "Julián" soll den Sommer bei seiner Abuela, seiner Großmutter, in Brooklyn verbringen. Als er sich mit seinen Freundinnen auf einen festlichen Umzug vorbereitet, bei dem er als Meerjungfrau verkleidet mitlaufen möchte, müssen die beiden Wege finden, mit den Erwartungen anderer umzugehen. "Brave Cat" erzählt von Wildkatze Kona, die sich auf die Suche nach ihrer Mutter macht, die vor langer Zeit von einem Zirkus entführt wurde. Auf ihrer Reise muss Kona nicht nur ihren Mut unter Beweis stellen, sondern auch lernen, zu vertrauen und die Vergangenheit loszulassen. In "My Life in Versailles – The Movie" zieht Violette nach dem Tod ihrer Eltern bei ihrem Onkel Régis ein, der Hausmeister im prachtvollen Schloss Versailles ist. Einfühlsam und lebensbejahend erzählt der Animationsfilm von Verlust, Neuanfängen und der tröstenden Kraft von Familie und Freundschaft. "To Fetch a Pail of Water" spielt auf den Straßen Neu-Delhis: Hier helfen sich Santoo, Chintoo und Fiza, die aus ganz unterschiedlichen Welten kommen, ihre Träume von einem Swimmingpool, einem eigenen Dokumentarfilm und einer Cricket-Karriere wahr werden zu lassen. Protagonist von "Iron Boy" ist Christophe: Da mit seinem Rücken etwas nicht in Ordnung ist, muss er ein eisernes Korsett tragen, um sich aufrecht zu halten. Seine Welt gerät aus der Balance – doch dann entdeckt der Junge das Orgelspielen für sich. "Jazzy" und ihre Freundin Syriah sind unzertrennlich und verbringen jede freie Minute ihres Alltags miteinander. Doch dann zieht Syriahs Familie plötzlich weg und Jazzy muss den Alltag zum ersten Mal ohne sie meistern.
Wettbewerb "Teens" | Langfilm
Die Filme im Wettbewerb "Teens" erzählen von Jugendlichen, die Grenzen ausloten, Zugehörigkeit suchen und dabei herausfinden, wer sie sein wollen.
"The Altar Boys" sind Filip, "Gucci", "Chicken" und dessen Bruder "Little Chicken": Die vier Messdiener nehmen die apokalyptischen Predigten ihres Priesters für bare Münze und werden kurzerhand selbst zu Robin Hoods in ihrem rauen Viertel. Das dokumentarische Langzeitporträt "Almost Forever" begleitet Jasmine, Philip und ihre Clique über fünf Jahre hinweg beim Erwachsenwerden in Stockholm. Doch erste Lieben, verletzte Gefühle und neue Erfahrungen verändern den Zusammenhalt der Gruppe. In "Hijra" fahren Sarah und Janna mit ihrer Familie auf die Haddsch, die islamische Pilgerreise, nach Mekka. Als Sarah jedoch während eines Zwischenstopps plötzlich verschwindet, macht sich ihre strenge Großmutter erst einmal allein mit Janna auf die Suche nach ihrer Enkelin – ohne dem Vater etwas davon zu erzählen. In "Their Town" wird Matt unfreiwilligerweise zu Abbys Spielpartner in einem Schultheaterstück. Aus einer kurzen Textprobe wird eine lange Nacht, während der die beiden Jugendlichen, die aus ganz unterschiedlichen Milieus kommen, durch ihre Stadt driften und für ein paar Stunden alles miteinander teilen. "Big Girls Don't Cry" erzählt vom queeren Erwachen der 14-jährigen Sid: Mitte der 00er Jahre lebt sie im neuseeländischen Ōmaha, wo sie in den Sog einer älteren Clique gerät, während sie mit neuen Sehnsüchten und verwirrenden Gefühlen ringt. "Run Amok" ist ein traurig-komischer Film über Schmerz und Verlust, Kreativität und Katharsis: Zum zehnten Jahrestag des Amoklaufs an ihrer Schule, bei dem auch ihre Mutter ums Leben kam, will Meg zum Leidwesen ihrer Lehrkräfte ausgerechnet ein Musical inszenieren.
Wettbewerb "Youngsters"
Die fünf Beiträge des Wettbewerbs "Youngsters" erzählen von jungen Erwachsenen, die unter besonderen Bedingungen aufwachsen und sich Freiräume für ihre eigenen Wünsche und Träume schaffen.
"My First Love" handelt von der 19-jährigen Ella, die zum Studium von zuhause auszieht. Als die Behörden ihr die persönliche Assistenz verweigern, auf die sie als Rollstuhlfahrerin angewiesen ist, muss sie für ein selbstbestimmtes Leben kämpfen. In "The Girls from Above" treffen vier junge Frauen in einer WG im achten Stock eines Sozialbaus aufeinander. In ihrem eigenen "Himmel" finden sie jedoch nicht nur Gemeinschaft, sondern auch Gruppendruck. "Congo Boy" handelt von Robert, der mit seiner Familie in die Zentralafrikanische Republik geflohen ist. Dort ergreift er die Chance, mit seiner Leidenschaft zur Musik seiner Familie zu helfen. "Iluminada" lebt in einem von Armut und Kriminalität geprägten Vorort von Bogotá. Ihre wiederkehrenden Visionen, die ihre Tante als Gabe bezeichnet, verarbeitet sie in Gedichten, die niemand jemals zu hören bekommt – bis sie auf Juan trifft. "A Girl Unknown" folgt Wang Juan, die schon früh durch verschiedene Pflegefamilien gereicht wird. Trotz wechselnder Bezugspersonen erlebt sie auch immer wieder Momente, in denen sie sich angekommen fühlt.
Im Kurzfilmprogramm 3 feiert Semih Korhan Güners "Die Sandale meiner Schwester" Weltpremiere.
Wettbewerb "Kids" & "Teens" | Kurzfilm
Fünf Kurzfilmprogramme, davon drei im Wettbewerb "Kids" und zwei im Wettbewerb "Teens", bieten Kindern und Jugendlichen verschiedener Altersgruppen den perfekten Einstieg in die Vielfalt des Mediums. Insgesamt 21 aufregende Geschichten aus aller Welt – beispielsweise aus dem Iran, Kroatien, Mexiko, Norwegen, Peru oder Taiwan – erzählen von großen Gefühlen, überraschenden Begegnungen und neuen Perspektiven.
Weitere Sektionen & Specials
"Young European Cinephiles"
Sechs Jugendliche aus Tschechien, Frankreich und Deutschland haben eine Filmreihe zum Thema "Gerechtigkeit" kuratiert. Neben dem Eröffnungsfilm "The Swallows of Kabul" (FR 2019. R: Zabou Breitman, Éléa Gobbé-Mévellec) präsentieren sie Nora Fingscheidts "Systemsprenger" (DE 2019) sowie Saim Sadiqs "Joyland" (PK 2022).
"Fokus.Film.Klasse"
Anknüpfend an die kommende DFF-Wechselausstellung "Schatten" stellt eine 8. Hauptschulklasse der Gesamtschule am Gluckenstein in Bad Homburg Tim Burtons Animationsfilm "Frankenweenie" (US 2012) vor.
"Book to Screen"
In Kooperation mit der Frankfurter Buchmesse und dem Film- und Kinobüro Hessen zeigt LUCAS noch vor dem offiziellen Kinostart "Corpus Delicti" (DE 2026), Lena Stahls Adaption von Juli Zehs gleichnamigem Roman. Alle teilnehmenden Schulklassen erhalten nicht nur freien Eintritt in die Vorstellung, sondern auch zur Buchmesse, wo ein Event mit der Autorin und der Filmcrew geplant ist.
40 Jahre "Stand by Me"
Vier Jahrzehnte nach dem Kinostart von Rob Reiners "Stand by Me" (US 1986) lädt LUCAS eine neue Generation dazu ein, den Coming-of-Age-Klassiker zu entdecken.
Paneldiskussion: "Das Kindeswohl im Kino zwischen Kunst, Schutz und Vermittlung"
Michael Schmidt, Ständiger Vertreter der Obersten Landesjugendbehörden bei der Freiwilligen FSK, Filmpädagoge und -journalist Stefan Stiletto und Semih Korhan Güner, Regisseur von "Die Sandale meiner Schwester", beleuchten ihre Perspektiven auf die Fragen, wie viel Schutz junge Menschen im Kino brauchen.
Kurzfilmprogramm für "Minis"
Interaktives Kurzfilmprogramm für die jüngsten Festivalbesucher*innen ab drei Jahren, kuratiert von Kindern aus dem Schülerladen Grüne Soße aus dem Filmkatalog von Cinemini Europe.
"LUCAS für Familien" am Festivalsonntag, 27. September
Unter dem Titel "Und ... Action!" können Kinder und Jugendliche in kostenlosen Workshops und Mitmachaktionen unterschiedliche Filmberufe kennenlernen. Ein Ausflug ins DFF bedeutet freien Eintritt für alle Familienmitglieder von 10 bis 17 Uhr, sowohl ins LUCAS-Programm im Kino des DFF als auch in die Ausstellungen.
LUCAS ist ein Projekt des DFF – Deutsches Filminstitut & Filmmuseum.
Quelle: https://lucas-filmfestival.de