Im Januar dieses Jahres ist der ungarische Filmemacher Béla Tarr im Alter von 70 Jahren gestorben. Das DFF – Deutsches Filminstitut & Filmmuseum widmet dem Regisseur im Mai eine Hommage, die Einblick in sein einflussreiches Werk gibt. Zum Auftakt der Filmreihe ist morgen der Kameramann und Filmemacher Fred Kelemen, Weggefährte und Mitarbeiter Tarrs, zu Gast.
Tarr begann seine Karriere mit 16 Jahren als Amateurfilmer und landete bald beim renommierten Balázs Béla Stúdió. Dort gab er im Alter von 22 Jahren sein Debüt mit "Családi Tüzfészek" ("Das Familiennest"), in dem er mit Laiendarsteller*innen und einem dokumentarischen Stil die Geschichte einer Familie erzählte, die in eine nationale Wohnungskrise verwickelt ist. Mit seinem Film "Kárhozat" ("Verdammnis") von 1988 beschritt Tarr neue Wege und entwickelte gemeinsam mit dem Autor László Krasznahorkai, dem Kameramann Gábor Medvigy und dem Komponisten Mihály Víg eine ganz eigene Ästhetik, die für seine folgenden Werke bestimmend wurde: Mit langen, gleitenden Einstellungen, kontrastreichen Schwarz-Weiß-Aufnahmen und einer minimalistischen wie komplexen Tongestaltung erkundete der Regisseur die Tiefen menschlicher Verzweiflung und die Auswirkungen des Zerfalls der Sowjetunion.
Fred Kelemen ist am Mittwoch, 6. Mai im DFF zu Gast bei den Vorführungen seines Abschlussfilms "Verhängnis" (1994) und Béla Tarrs "Das Turiner Pferd" (2012). Seit den 1990er Jahren arbeitete Fred Kelemen als Kameramann mit Béla Tarr zusammen.
In der Filmreihe präsentiert das DFF außerdem Tarrs Werke "Kárhozat" (1988), "Die Werckmeisterschen Harmonien" (2000), "Satanstango", 1994), "The Man From London" (2007).
Quelle und alle Termine: www.dff.film