Schloß Gripsholm

BR Deutschland 1963 Spielfilm

Inhalt

Nach der Novelle von Kurt Tucholsky: Das junge, frisch verliebte Pärchen Kurt und Lydia verbringt seinen ersten gemeinsamen Urlaub in Schweden auf dem malerischen Schloss Gripsholm. Sie genießen die unbeschwerten Tage in der Natur, fernab aller Alltagssorgen, und amüsieren sich mit Kurts altem Freund Karl, der die beiden in ihrem Feriendomizil besucht. Doch als kurz darauf Lydias hübsche Freundin Billie zu Besuch kommt, spürt Lydia, dass Kurt sich in sie zu verlieben droht.

 

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Falk Schwarz
Nordisches Wunder am Mälarensee
In einer zauberhaften, warmen, windstillen Nacht erleben die „Prinzessin“ (Jana Brejchova), „Daddy“ (Walter Giller) und Karlchen (Hanns Lothar) am Ufer des Mälaren Sees bei Mariefred gegenüber dem Schloss Gripsholm in Schweden ihr nordisches Wunder. Voller Zartheit, Melancholie und Unbeschwertheit harmonieren sie zu dritt und singen voll Übermut Tucholskys Igel-Song: „Und du gabst dich mir im Unterholze, einmal hin und einmal her, und du fragtest mich mit deutschem Stolze, ob ich auch im Krieg gewesen wär...Anna-Luise!“ Ein solcher Moment kommt vielleicht ein paarmal im Leben vor, aber dass ein Regusseur ihn so auf Film bannen kann, grenzt an ein kleines Wunder (ab Minute 61). Dazu glänzend aufgelegte Schauspieler: Jana Brejchova (top synchronisiert - aber wem gehört die Stimme?) verströmt Lockerheit, Freude und ein Verliebtsein, das geradezu ansteckt. „Daddy“ scheint sein Glück gar nicht fassen zu können und gibt sich ganz in diese Beziehung hinein. Karlchen bringt diesen Schuss Melancholie mit, und es lässt sich ahnen, dass hinter seiner lockeren Frechheit, seiner herzlichen Quasselei ein ganz tiefes Bedürfnis nach Liebe und Anerkennung steckt. Dass er sich in die Lydia verliebt, glaubt man sofort. Kameramann Richard Angst findet dazu wunderbar klare Bilder und verwendet Kunstlicht äußerst sparsam. Die Stimmung springt über, Leichtigkeit und Traurigkeit haben beide Platz und sowas gelingt nur, wenn ein erfahrener Meister in seinem Genre ungehindert inszenieren darf. „Warum macht Glück immer auch ein wenig traurig?“, fragt „Prinzessin“ Lydia. Zudem gelang Hoffmann mit dem Drehbuchautor Herbert Reinecker, der für Komödien weniger bekannt war, ein Glücksgriff. Das Drehbuch ist witzig, klug filmisch und doch Tucho-nah. Zum Schluss eine Marginalie. Giller holt sich von seinem Verleger einen Vorschuss in dem Büro mit dem hinreissenden Hafenblick. Wer ist der Verleger? Er steht auf keiner Besetzungsliste. Des Rätsels Lösung: Heinrich Maria Ledig-Rowohlt, der Mann, der Tucholsky verlegte, spielt sich selber. Aufgenommen im Springer-Hochhaus in Hamburg.

Credits

Alle Credits

Länge:
2711 m, 99 min
Format:
35mm
Bild/Ton:
Eastmancolor, Ton
Prüfung/Zensur:

FSK-Prüfung (DE): 30.09.1963, 30914, ab 18 Jahre / nicht feiertagsfrei

Aufführung:

Uraufführung: 04.10.1963

Titel

  • Originaltitel (DE) Schloß Gripsholm

Fassungen

Original

Länge:
2711 m, 99 min
Format:
35mm
Bild/Ton:
Eastmancolor, Ton
Prüfung/Zensur:

FSK-Prüfung (DE): 30.09.1963, 30914, ab 18 Jahre / nicht feiertagsfrei

Aufführung:

Uraufführung: 04.10.1963