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Menschen am Sonntag

Deutschland 1929/1930 Spielfilm

Inhalt

Robert Siodmaks semidokumentarischer Spielfilm gilt als eines der wichtigsten Werke der ausgehenden Stummfilmzeit und gehört sicherlich zu den berühmtesten Vertretern der "Neuen Sachlichkeit".

Der Film zeigt die Alltagserlebnisse junger Berliner – Christl, Wolf, Annie, Brigitte und Erwin – während eines Wochenendes, in dessen Mittelpunkt ein gemeinsamer Sonntagsausflug an den Wannsee steht. Dokumentarische Bilder und dramaturgische Inszenierung verbinden sich hierbei zu einer modernen Momentaufnahme, die zugleich den Status Quo des Weimarer Kinos Ende der 1920er Jahre reflektiert.

 

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Falk Schwarz
Das kleine Glück am Wannsee
„Ein Taxi-Chauffeur, ein Weinreisender, ein Ladenmädel, eine Filmkomparsin und ein Mannequin. Was passiert? Nichts? Nichts passiert.“ - so bewarb die UFA bei der Premiere im Theater am Kurfürstendamm in Berlin 1929 diesen Film. Doch aus diesem Nichts entsteht etwas eigenartig Besonderes! Es war ein Wagnis, einen Stummfilm zu drehen, der keine Stars will, der fast ohne Zwischentitel auskommt und in einer wilden Collage das Leben einer Großstadt einfängt. Hier gibt es keine Ateliers, keine Rückpro, keine Kulissen. Cinema pur! Das Leben am Sonntag in Berlin - S-Bahnen sausen kreuz und quer durch das Bild, die Autos rollen über Asphaltstraßen, die sich wie breite Bänder durch die Stadt ziehen, das Licht dieses Tages spiegelt sich in Pfützen, in Fenstern, auf der Wasseroberfläche. Wir sehen uns hinein in die Gesichter von vier jungen Menschen, die am Wannsee ein kurzes Glück suchen, sich verlieben, mit einander tändeln, Enttäuschungen erleben. So wie die Großstadt auch am Sonntag in Bewegung bleibt, so sind auch die Paare ständig in Aktion - sie tollen im Wasser, liegen zärtlich auf dem Sand und als ein Paar sich zu einer Umarmung entschließt, fährt die Kamera diskret hinauf zu den Baumwipfeln. Das Mädchen erwacht aus ihrer Trance in einer Mischung aus Schuld, Bestürzung, Freude und Glück. Die Kamera “sieht“ alles - Details, Gesichter, Zäune, Häuser, Autos - was eine Großstadt ausmacht und dem Film zu einem inneren Spannungsbogen verhilft. Hier spielen Menschen, die „nach dem Film wieder ihren Berufen nachgehen“. Es ist das Geschick von Regisseur Robert Siodmak und Kameramann Eugen Schüfftan, diese Bilderrevue so zu verdichten, dass der Zuschauer hineingezogen wird in diesen „Sonntag in Berlin“ - in den filmischen Rhythmus, in seine Tiefe und Emotionalität. Billie Wilder, Edgar J. Ulmer, Schüfftan und Siodmak wurden über Nacht weltberühmt und waren nicht mehr nur Namen im großen Filmeinerlei, sondern diejenigen, die „Menschen am Sonntag“ gedreht hatten.

Credits

Alle Credits

Dreharbeiten

    • 10.07.1929 - 11.12.1929: Berlin und Umgebung (Wannsee)
Länge:
6 Akte, 2014 m
Format:
35mm, 1:1,33
Bild/Ton:
s/w, stumm
Aufführung:

Uraufführung (DE): 04.02.1930, Berlin, U.T. Kurfürstendamm;
Aufführung (CH): 09.06.1939, Basel, Internationale Filmwoche "Le bon film";
TV-Erstsendung (DE): 21.09.1961, ARD

Titel

  • Originaltitel (DE) Menschen am Sonntag

Fassungen

Original

Länge:
6 Akte, 2014 m
Format:
35mm, 1:1,33
Bild/Ton:
s/w, stumm
Aufführung:

Uraufführung (DE): 04.02.1930, Berlin, U.T. Kurfürstendamm;
Aufführung (CH): 09.06.1939, Basel, Internationale Filmwoche "Le bon film";
TV-Erstsendung (DE): 21.09.1961, ARD

Formatfassung

Länge:
58 min bei 25 b/s
Format:
Video, 1:1,33
Bild/Ton:
s/w, stumm
Prüfung/Zensur:

FSK-Prüfung (DE): 14.03.1996, 74922 V, ohne Altersbeschränkung

Verleihfassung

Länge:
74 min bei 25 b/s
Format:
35mm, 1:1,33
Bild/Ton:
s/w, Mono
Aufführung:

TV-Erstsendung (DE FR): 16.11.2000, Arte