Kleines Mädel - großes Glück

Deutschland 1933 Spielfilm

Filme der NS-Zeit sind im Kontext der staatlich beeinflussten Produktion und Rezeption zu sehen. Mehr erfahren »

Inhalt

Turbulente Verwechslungskomödie mit Dolly Haas: Annie, Tochter des Schlossermeisters, und Georg, Autoverkäufer, lernen sich auf dem Rummelplatz kennen, verlieren sich aber wieder aus den Augen. Später erhält Annie von ihrem Vater den Auftrag, neue Schlösser ins Schloss einer Gräfin zu bringen. Am Bahnhof wird sie mit der Nichte der Gräfin verwechselt, deren Ankunft unmittelbar erwartet wird. In einer prächtigen Kutsche wird sie zum Schloss gebracht und begegnet Georg wieder, der gerade in einem schicken Wagen eine unerlaubte Spritztour macht. Beide halten nun den jeweils anderen für überaus wohlhabend. Als die echte Komtesse auf dem Schloss eintrifft, macht es ihr Spaß, das Verwechslungsspiel mitzumachen und tritt als ihre eigene Gesellschafterin auf, in die sich wiederum Graf Egon verliebt. Nach Auflösung des Verwirrspiels gibt es zwei glückliche Paare.

 

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Falk Schwarz
Ein Schloss ist nicht immer ein Schloss
E.W. Emo liebte die knabenhaften, feschen, selbstbewussten jungen Frauen - nach Magda Schneider nahm er nun Dolly Haas unter Vertrag, der mit dem Film "Dolly macht Karriere" ein großer Erfolg gelungen war. Emo wollte für seine Lustspiele gut aussehende Frauen und die 23jährige schaut im Blaumann (als Mechanikerin) genauso stylisch aus wie in einem weißen Seidenkleid, in dem sie der albern alten Adeligen (mal wieder Adele Sandrock) die Komtesse vorspielt, die sie natürlich nicht ist. Darum geht es in diesem Leichtgewicht von Film: jeder hält jeden für jemand anderen und das Ganze dreht sich um den doppeldeutigen Begriff "Schloss". Dolly (oder Annie, wie sie im Film heißt) versteht darunter ein Vorhängeschloss, das sie ins nahe gelegene Schloss Petersfeld bringen soll ("Ein Weinkeller ohne Schloss ist ein Verbrechen", sagt die Alte), während die wirkliche Komtesse, die der bärbeissigen Schloßherrin auch nicht bekannt ist, eben dieses "Schloss" kaufen will, damit es in der Familie bleibt. Denn die alte trottelige Adelige hat alles heruntergewirtschaftet und steht vor der Pleite. Diese konstruierte Geschichte wird vom Regisseur aufgepeppt, weil er kurzerhand ein Horch-Kabriolett zum weiteren Hauptdarsteller erklärt, weshalb Annie und ihr Galan (Carl Esmond) dauernd darin umher fahren müssen. Wir lernen Landschaften rund um Berlin kennen, dürfen Chausseebäume zählen und uns an den leeren Straßen erfreuen. Dazwischen näselt Theo Lingen als Autoverkäufer, wenn man auch nicht versteht, was er sagt, weil eine nervige Musik mit halbgroßem Orchester darunter gelegt ist. Was der Dialog nicht bringt, dafür muss die Musik herhalten. Dieses Gefühl von: alles ist leicht, die Menschen sind hübsch anzusehen (außer der Alten), das Leben ist herrlich und voll geglückter Beziehungen (Refrain der Musik "Wenn es ein Glück gibt, bist du es für mich"). Dagegen ist die Wirkung von Dolly Haas immer wieder zu bestaunen. So hübsch, so emotional, so liebenswürdig, so schön! Sie ist und bleibt der Aktivposten dieses Films. Nur einmal packt uns der Neid. Als die Alte eine Flasche Piesporter Tröpfchen aus dem Keller holt und verkündet: das sei ein 1891er Jahrgang. Und der war vermutlich "großes Glück".

Credits

Regie

Drehbuch

Darsteller

Produzent

Alle Credits

Regie

Regie-Assistenz

Drehbuch

Musikalische Leitung

Darsteller

Produzent

Produktionsleitung

Aufnahmeleitung

Länge:
2092 m, 76 min
Format:
35mm, 1:1,33
Bild/Ton:
s/w, Tobis-Klangfilm
Prüfung/Zensur:

Zensur (DE): 21.10.1933, B.34785, Jugendverbot

Aufführung:

Uraufführung (DE): 24.10.1933, Berlin, Atrium

Titel

  • Originaltitel (DE) Kleines Mädel - großes Glück

Fassungen

Original

Länge:
2092 m, 76 min
Format:
35mm, 1:1,33
Bild/Ton:
s/w, Tobis-Klangfilm
Prüfung/Zensur:

Zensur (DE): 21.10.1933, B.34785, Jugendverbot

Aufführung:

Uraufführung (DE): 24.10.1933, Berlin, Atrium