Hafenmelodie

BR Deutschland 1949/1950 Spielfilm

Inhalt

Klaas, der Sohn des Lagerverwalters Jansen, wird vermisst. Beleuchter Osthaus sieht diesem zum Verwechseln ähnlich, und das will sich eine Bande zu nutzen machen, um an die Waren im Lager zu kommen. Osthaus nimmt also Klaas' Identität an. Als er aber Gewissensbisse bekommt und aussteigen will, taucht Klaas auf einmal wieder auf….

 

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Falk Schwarz
Dissonantes von der Waterkant
Kann dieser Paul Henckels trüb, dunkel, verbissen, verschlossen aussehen! Er, der aus dem Rheinischen stammt und in vielen Filmen jene lockere Heiterkeit ausstrahlte, die sein Markenzeichen war. Hier ist er deutlich angeschlagen - vom Schicksal, von der Zeit der unmittelbaren Nachkriegsjahre, von Hunger und Elend. Dagegen ein Wiedersehen mit der norwegischen Diseuse und femme fatale der Filme der 30iger Jahre, der Sängerin Kirsten Heiberg. Leider sieht man es ihr an, dass sie nicht mehr passergenau in der Zeit liegt, ihr Auftritt in der Kneipe hat etwas Plüschig-Altmodisches. Vor allem, was sie singt: ein Chanson, dessen Text immerhin von Günter Eich stammt und der in etwas peinlicher Art das Schicksal des Jansen (also Paul Henckels) zum Thema hat. Er wird vorgeführt - und sitzt da in seiner Ecke, beschämt, nicht richtig an dieser Publizität interessiert, weil er doch seit Jahren nur seinen verlorenen Sohn sucht. Irgendwann muss er doch einmal im Hafen auftauchen... Und weil wir beim Film sind und Wunder ebendort stattfinden, sitzt nun dieser Sohn Klaas (Wolfgang Lukschy) unerkannt bereits im Lokal und hört dem Gesinge zu, dann bricht es aus ihm heraus und er schreit in den Saal: “Klaas Jansen ist tot“!. Was niemand in dieser frühen Filmphase richtig versteht. Dann tritt Heinz Engelmann auf, jung, mit dieser prononcierten Stimme und soll nun dem Alten von Gangstern untergeschoben werden als sein eigener Sohn, was auch klappt. Der alte Jansen wird betrogen, geleimt, sein Vatergefühl beleidigt. Doch der falsche Sohn entpuppt sich als ein Braver, Aufrechter und Anständiger - er macht mit den Gangstern nicht mehr mit. Er sagt seinen Kumpels (frech und gewollt kühl: Arno Assmann) ade, rettet den Nicht-Papa aus den Flammen und schliesst dessen Tochter in die Arme. „Hafenmelodie“ heißt soviel wie: das Lied des Schicksals. Regisseur Hans Müller verlässt sich allzu sehr auf die Dunkelkünste seines Kameramannes Willy Winterstein und auf die Mimik seines Hauptdarstellers. Den Rest besorgt der Hafen.

Credits

Alle Credits

Regie

Regie-Assistenz

Drehbuch

Schnitt

Musik

Darsteller

Produktionsfirma

Produktionsleitung

Aufnahmeleitung

Länge:
2646 m, 97 min
Format:
35mm, 1:1,37
Bild/Ton:
s/w, Ton
Prüfung/Zensur:

FSK-Prüfung (DE): 21.07.1949, 00009, ab 16 Jahre / nicht feiertagsfrei

Aufführung:

Uraufführung (DE): 20.01.1950, Berlin/West

Titel

  • Originaltitel (DE) Hafenmelodie
  • sonstiger Titel In Sidney verschollen

Fassungen

Original

Länge:
2646 m, 97 min
Format:
35mm, 1:1,37
Bild/Ton:
s/w, Ton
Prüfung/Zensur:

FSK-Prüfung (DE): 21.07.1949, 00009, ab 16 Jahre / nicht feiertagsfrei

Aufführung:

Uraufführung (DE): 20.01.1950, Berlin/West