Das weiße Schweigen

Deutschland 2021/2022 TV-Spielfilm

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Heinz17herne
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Nach mehrjähriger Kinderpause kehrt die Krankenpflegerin Clara Horn in ihren Job zurück – in Vollzeit. Die in Scheidung lebende alleinerziehende Mutter ist daher mit ihrem Sohn Leon (Finnley Berger) bei ihrem verwitweten Vater Marcus Horn (Siemen Rühaak) eingezogen – eine Win-Win-Situation angesichts des Schichtdienstes mit regelmäßigem Nachteinsatz auf der Herzstation des Hamburger Landeskrankenhauses.

Wo es im Büro des Finanzchefs Dirk Büscher in Anwesenheit der Klinikchefin Dr. Steenken (Nina Kronjäger) zu einer herzlichen Begrüßungsszene kommt: Clara und ihre Stationsleiterin Barbara Heckel kennen sich von früher und werden sicherlich gut miteinander auskommen. Einschließlich Radtour mit Schampus zu einem idyllischen Gewässer.

Freilich gehören Druck, Stress und Dauer-Anspannung durch personelle Unterbesetzung zum Klinikalltag einer gewinnorientierten medizinischen Versorgung. Als während einer Nachtschicht der nach einem Hinterwand-Infarkt frisch operierte Mijalko Kosic (Zlatko Maltar) kollabiert, kann sich der Pfleger Rico Weber einmal mehr auszeichnen. Der durchaus ehrfurchtsvoll „Intubations-Rambo“ genannte Womanizer, der nach einer feucht-fröhlichen Elbetour der ganzen Station auch Clara in sein Bett lockt, gerät bereits anderntags unter misstrauische Beobachtung seines One-Night-Stands: Zur Überraschung nicht nur seiner Gattin Sina ist der kurz zuvor ins Leben zurückgeholte Mijalko Kosic am anderen Morgen tot.

„Um meine Patienten machst du einen Bogen“ befiehlt Clara dem darob völlig konsternierten Rico, der sich der Rückendeckung der Kolleginnen Safiye Nasri und Kim ebenso sicher sein kann wie des Stationsarztes Dr. Erfeld und seiner Kollegin Dr. Benn. Doch die Anzeichen, dass etwas mit Rico Weber nicht stimmt, mehren sich analog zur steigenden Zahl der Todesfälle der Station, in der Sturmflut-Nacht allein drei. Sodass auch dem neuen Assistenzarzt Dr. Yildiz (Benjamin Radjaipour), der in diesem Chaos seinen ersten nächtlichen Bereitschaftsdienst absolvierte, Zweifel kommen.

In einer von Dr. Steenken einberufenen Mitarbeiterkonferenz ist zwar von abnormal erhöhten Kaliumwerten bei den drei verstorbenen Patienten die Rede, aber nicht von einer Ursachenforschung in Claras Sinne, die sich zunehmend isoliert sieht. Im Gegenteil erhält Rico von Dirk Büscher eine Belobigung für seine „außergewöhnliche Leistung“. Nach der Sitzung aber hat, so die offizielle Version, Rico gekündigt. In Wahrheit hat Barbara Heckel eine streng geheim gehaltene Liste erstellt, die eine unmittelbare Verbindung zwischen Ricos Dienstzeiten und den Sterbefällen herstellt. Rico ist gegangen worden – mit einem außerordentlich positiven Zeugnis.

Als ihr Vater einen Schlaganfall erlitten hat und im Klinikum Nord auf der Intensivstation liegt, begegnet Clara dort zu ihrem Entsetzen Rico Weber. Sie findet mit Anna Oelkers und Peter Bremer zwei Mitstreiter, die dem Todesengel eine Falle stellen: neun Jahre später beginnt der Prozess über die bis dato größte Mordserie der deutschen Nachkriegsgeschichte. Weil ihre Vorgesetzten und Kollegen schweigen, um das Landeskrankenhaus aus den Negativ-Schlagzeilen zu halten, darunter selbst Max Emmelmann, der als erster mit ihr der Meinung war, dass Rico etwas mit den Todesfällen auf der Herzstation zu tun hat, muss sich Clara als Zeugin vor Gericht unangenehmen Fragen erwehren …

„Das weiße Schweigen“ erzählt eine wahre Geschichte aus der fiktiven Perspektive einer tapferen Krankenschwester, inspiriert von den unfassbaren Geschehnissen rund um den sogenannten „Todespfleger“ Niels Högel, der zwischen 1999 und 2005 als Krankenpfleger in verschiedenen Kliniken in Deutschland 85 durch Exhumierung nachgewiesene Morde beging bei einer wohl sehr hohen Dunkelziffer. Högel spritzte Patienten ohne ärztliche Anordnung ein Mittel, das lebensbedrohliche Herzrhythmusstörungen sowie einen Blutdruckabfall auslöste, um sie dann reanimieren zu können. Er suchte dabei den Nervenkitzel und die Anerkennung seiner Kollegen.

„Das weiße Schweigen“, ab 28. Juni 2022 zunächst bei RTL+ im Stream-Angebot, wirft grundlegende Fragen auf: Wie können solche Taten so lange unentdeckt bleiben? Wie kann sich ein Kreis des Schweigens bilden? Wie würde man selbst reagieren, wenn man einen geringen Verdacht hätte? Im Fokus der Geschichte, die ständig zwischen der Gerichtsverhandlung und der Chronologie der schrecklichen Ereignisse wechselt, stehen vor allem die Opfer und deren Angehörige sowie das System des deutschen Klinikalltags.

Pitt Herrmann

Credits

Schnitt

Darsteller

Produktionsfirma

Produzent

Alle Credits

Regie-Assistenz

Kamera-Assistenz

Optische Spezialeffekte

Standfotos

Licht

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Kamera-Bühne

Außenrequisite

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Schnitt

Ton-Design

Ton-Assistenz

Darsteller

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im Auftrag von

Produzent

Redaktion

Executive Producer

Herstellungsleitung

Produktionsleitung

Produktions-Koordination

Post-Production

Dreharbeiten

    • 25.05.2021 - 23.06.2021: Berlin
Länge:
95 min
Bild/Ton:
Farbe, Ton
Aufführung:

Uraufführung (DE): 25.06.2022, München, Filmfest

Titel

  • Originaltitel (DE) Das weiße Schweigen
  • Weiterer Titel (eng) The Hippocratic Silence

Fassungen

Original

Länge:
95 min
Bild/Ton:
Farbe, Ton
Aufführung:

Uraufführung (DE): 25.06.2022, München, Filmfest