Berlin. Die Sinfonie der Grosstadt

Deutschland 1927 Dokumentarfilm

Inhalt

"Warum machen Sie nicht einen Film über Berlin – ohne Story?" Diese Frage Carl Mayers stand der Legende nach am Beginn. Ruttmann zeigt einen Tag im Leben der Stadt, von den leeren Straßen am Morgen zur Hektik des Tages und den Vergnügungen des Abends.

Der Film erzählt von Arbeitern, Angestellten und Schulkindern, Kommerzienräten, Mannequins und Bettlern. Von Autos, Straßenbahnen und D-Zügen, Liebe, Hochzeit und Tod, Schlachthof, Wannsee und Zoo. Vom Rhythmus der Großstadt mit all ihren Kontrasten.

 

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Falk Schwarz
Irgendwas ist immer
Was für ein Erlebnis, auf eine Zeitreise in die turbulenten 20er Jahre in Berlin zu gehen und diese quirlige Stadt im Detail anzuschauen - mit bewegten, aber stummen Bildern. Keine Frage, der Kamerablick von Karl Freund und der geschickte Schnitt von Walter Ruttmann geben diesem Film eine Dynamik, die weit über die damaligen Möglichkeiten eines Dokumentarfilms hinausgingen. Aber wie sieht sich dieses Werk heute an? Damals bemerkte der Kritiker Siegfried Kracauer, dass sich die Musik vor die Bilder schiebt, sie allzu sehr den Rhythmus bestimmt, die Edmund Meisel zu diesem Film komponierte. Das heißt, die Dokumentation dient der „Sinfonie“, die in mehreren Sätzen das Berliner Leben einfängt. So gibt zu Anfang das Stampfen der Dampflokomotive, mit der die Kamera nach Berlin hereinfährt, den Rhythmus vor. Dann quellen die Menschen aus den vollen Zügen, um zur Arbeit zu kommen, viele im Anzug, fast alle mit Hut (trotz Sommer) oder Mütze. Dann beruhigt sich das Tempo der Sinfonie. Dabei fällt auf, wie sehr Karl Freund mit seinen Kameramännern auf Details achtete - die kess sich umdrehende Hure, die lachenden Frauen, der sich schneuzende Mann. Aber ist es das Bild von Berlin, das auf die Stadt im Jahre 1927 passt? Berlin wird gezeigt ohne seine Leuchttürme - das Brandenburger Tor, den Friedensengel, den Funkturm. Der Film kennt keine Ruhe, kennt keine Pause, überträgt die Hektik der Stadt auf den Zuschauer. Das ist keineswegs kritikwürdig, aber es entsteht vor lauter (auch nichtssagenden) Details kein Gesamtbild, das man festhalten möchte, um das Besondere in sich aufzunehmen. Das Eintauchen in diese ferne Zeit wird erschwert. In dem Buch „Berlin 1920-1950 - Sounds of an Era“ (Heinrich/Paysan) wird in sepiaeingefärbten Bildern der Alltag der zwanziger Jahre in Berlin abgebildet. Da kann man sich ruhig hineinversenken, da fangen die Details an zu leben und man begibt sich auf eine Fantasiereise. Gelegentlich sind stille Bilder den bewegten überlegen.

Credits

Alle Credits

Dreharbeiten

    • Berlin
Länge:
5 Akte, 1466 m
Format:
35mm, 1:1,33
Bild/Ton:
s/w, stumm
Prüfung/Zensur:

Zensur (DE): 11.06.1927, B.15891, Jugendverbot

Aufführung:

Uraufführung (DE): 23.09.1927, Berlin, Tauentzien-Palast;
TV-Erstsendung (DE): 14.11.1969, ZDF

Titel

  • Originaltitel (DE) Berlin. Die Sinfonie der Grosstadt
  • Schreibvariante Berlin - die Sinfonie der Großstadt
  • Schreibvariante Berlin - Symphonie einer Großstadt
  • Titelübersetzung (EN) Berlin, Symphony of a City

Fassungen

Original

Länge:
5 Akte, 1466 m
Format:
35mm, 1:1,33
Bild/Ton:
s/w, stumm
Prüfung/Zensur:

Zensur (DE): 11.06.1927, B.15891, Jugendverbot

Aufführung:

Uraufführung (DE): 23.09.1927, Berlin, Tauentzien-Palast;
TV-Erstsendung (DE): 14.11.1969, ZDF

Formatfassung

Länge:
568 m
Format:
16mm
Bild/Ton:
s/w, stumm

Auszeichnungen

1927
  • Künstlerisch wertvoll