Der Schauspieler Michael Mendl ist im Alter von 82 Jahren gestorben.
Mendl, der über Jahrzehnte zu den markanten Gesichtern des deutschen Films und Fernsehens gehörte, begann seine Karriere sehr früh: Bereits mit 14 Jahren stand er als Statist am Mannheimer Nationaltheater auf der Bühne. Nach einer Schauspielausbildung an der Folkwang-Hochschule in Essen folgten Engagements unter anderem in Stuttgart, München, Hamburg und Düsseldorf. Von 1988 bis 1993 gehörte Mendl zum Ensemble des Bayerischen Staatsschauspiels.
Seine große Bekanntheit beim breiten Publikum erlangte er allerdings vor der Kamera. In den 1970er Jahren zunächst mit kleineren Fernsehauftritten, wurde er 1989 durch seine Rolle als psychopathischer Triebtäter in der "Tatort"-Folge "Die Neue" einem größeren Publikum bekannt.
Sein Kinodebüt gab er erst mit 47 Jahren in dem Thriller "Leise Schatten" (1991). Mit dem Gefängnisthriller "14 Tage lebenslänglich" (1997) etablierte er sich endgültig viel gefragter Charakterdarsteller: Für seine Verkörperung eines Schwerverbrechers erhielt er den Bayerischen Filmpreis und eine Nominierung für den Deutschen Filmpreis.
Mendl besaß eine besondere Präsenz für Figuren mit Autorität und biografischem Gewicht. Er spielte Ärzte, Offiziere, Geistliche, Politiker und Unternehmer, konnte aber ebenso überzeugend zwielichtige oder gebrochene Charaktere darstellen. Eine seiner prägnantesten Leistungen war die Darstellung des früheren Bundeskanzlers Willy Brandt in dem Zweiteiler "Im Schatten der Macht".
Auch im Kino hatte er markante Auftritte: In "Der Untergang" spielte er General Helmuth Weidling, in "Barfuss" den strengen Stiefvater der Hauptfigur und in "Fritz Lang" den Vater des berühmten Regisseurs.
Doch das Fernsehen blieb über viele Jahre sein wichtigstes Arbeitsfeld. Mendl wirkte in einer großen Zahl von Fernsehfilmen und Serien mit, zuletzt unter anderem in "Dark" (2017-2019) und "Die Toten von Marnow" (2021). 2024 wurde er mit dem Götz-George-Preis geehrt.
Michael Mendl starb am 5. September 2026.