20. SchulKinoWochen Hessen eröffnen mit Teilnehmer*innen-Rekord

Am gestrigen Montagvormittag wurden die 20. SchulKinoWochen Hessen feierlich im Kino des DFF – Deutsches Filminstitut & Filmmuseum eröffnet. 1092 Kinovorstellungen finden in den kommenden zwei Wochen überall in Hessen statt. Die SchulKinoWochen sind ein Projekt von VISION KINO, das in Hessen vom DFF – Deutsches Filminstitut & Filmmuseum organisiert wird.

 

Die diesjährige Ausgabe startet mit mehr als 98.000 Besucher*innen in 74 hessischen Kinos. Damit bricht die runde Ausgabe des Projekts ihren Teilnehmenden-Rekord von 95.200 (2024). 82 Filmgespräche mit Filmschaffenden, Expert*innen und Filmpädagog*innen und 13 Workshops in den Schulen begleiten die Kinovorstellungen. Das mobile Kino – ein Zusatzangebot für Schulen, die kein Kino in der Nähe haben – kommt in diesem Jahr in Freiensteinau, Schloßborn und Fritzlar zum Einsatz.

"Bei den SchulKinoWochen ist das Kino Kulturort, Begegnungsraum und Klassenzimmer. Gerade für junge Menschen ist der Film ein Schlüsselmedium. Wer im Kinosaal gemeinsam lacht, staunt oder nachdenkt, lernt nicht nur Geschichten kennen, sondern auch andere Sichtweisen. Das ist gelebte kulturelle Bildung – und ein starkes Fundament für unsere offene, demokratische Gesellschaft."
Timon Gremmels, Hessischer Minister für Wissenschaft und Forschung, Kunst und Kultur

"Im Laufe von zwei Jahrzehnten sind die SchulKinoWochen zu einem festen Bestandteil der kulturellen Bildungslandschaft in Hessen geworden. Seit der ersten Ausgabe wurde das Angebot an filmbegleitenden Fortbildungen, Gesprächen und Workshops stark ausgebaut und ermöglicht eine tiefgehende Auseinandersetzung mit den Filmen und ihren Themen."
Dr. Manuel Lösel, Staatssekretär im Hessischen Ministerium für Kultus, Bildung und Chancen

Auftakt im Kino des DFF
Eine besondere Doppelvorstellung eröffnete gestern die 20. hessischen SchulKinoWochen: Die anwesenden Schulklassen schauten im Kino des DFF den Nouvelle-Vague-Klassiker "À bout de souffle" ("Außer Atem", FR 1959) von Jean-Luc Godard, gefolgt von dem Drama "Nouvelle Vague" (FR 2025) von Richard Linklater, der die Entstehungsgeschichte von "À bout de souffle" erzählt. Zu Gast war der französische Filmtheoretiker und -pädagoge Alain Bergala, der als ehemaliger Chefredakteur der Cahiers du Cinéma und Kenner des Werks Godards den Schüler*innen einen lebendigen Eindruck der neuen Impulse vermitteln konnte, die in den 1950er und 60er Jahren von der Nouvelle Vague ausgingen: von der Arbeit mit jungen Schauspieler*innen über den Einsatz bewegter Kameras und natürlichen Lichts bis hin zu Experimenten mit Erzählweise und Technik.

"Filmbildung eröffnet jungen Menschen neue Perspektiven. Die SchulKinoWochen ermöglichen Schüler*innen in ganz Hessen die Auseinandersetzung mit Film als künstlerischer Ausdrucksform und als Spiegel gesellschaftlicher Entwicklungen. Dass dieses Angebot Jahr für Jahr mehr junge Menschen erreicht und dabei stets seinen Bildungsanspruch ernst nimmt, macht uns stolz und motiviert uns, unsere Arbeit fortzusetzen." 
Christine Kopf, Künstlerische Direktorin des DFF

Filmgäste in Hessen
In den hessischen Kinos wird in den kommenden zwei Wochen wieder intensiv über Filme diskutiert. Zu den Gästen zählen Filmschaffende, Wissenschaftler*innen und Expert*innen unterschiedlicher Fachrichtungen. 

Zu Gast sind die Regisseur*innen Julia Lemke ("Zirkuskind"), Norbert Lechner ("Das geheime Sockwerk"), Daniel Abma ("Im Prinzip Familie"), Florian Gaag ("Wholetrain"), Marcin Wierzchowski ("Das deutsche Volk"), Wim Wenders ("Die Gebrüder Skladanowski") und Stephan Bergmann ("Endlich unendlich"). Jonathan Köhn, der junge Hauptdarsteller aus "Ab morgen bin ich mutig", wird zum Filmgespräch in Darmstadt erwartet.

Weitere Gäste aus dem akademischen Sektor bereichern die Filmgespräche mit ihrer Expertise: Katharina Hacker (Justus-Liebig-Universität Gießen), die zu kollektivem Erinnern und Gedächtnis, Genozid, Kolonialismus und Dekolonisation aus soziologischer, kultur- und kollektivwissenschaftlicher Perspektive forscht, ist bei einer Vorstellung von "Das leere Grab" zu Gast. Iley Fröhlich (Universität Freiburg) und Paul Glen Fischer (Universität Heidelberg), die zu Transhumanismus forschen, sprechen zum Film "Endlich unendlich".

Aus seiner Berufspraxis berichtet Mika Beuster, Journalist und Bundesvorsitzender des Deutschen Journalisten-Verbandes (DJV) begleitend zum Film "Hinter den Schlagzeilen". Hanna Kilzer vom Kompost- und Trockentoiletten-Händler NOWATO knüpft im Gespräch zum Film "Holy Shit" an die Themen Kreislaufwirtschaft und Nachhaltigkeit an. 

"Wir sind stolz darauf, dass die SchulKinoWochen Hessen wachsen und damit meinen wir sowohl die Zahl der Teilnehmenden als auch die Qualität der Auseinandersetzung mit Filmen im Kino. Der Austausch über Inhalt, Ästhetik und Emotion sowie der Diskurs zu politisch relevanten Fragestellungen sind gerade in einer herausfordernden politischen Gegenwart von großer Bedeutung (nicht nur) für Kinder und Jugendliche!"
Leopold Grün, Geschäftsführer von VISION KINO

"Die SchulKinoWochen präsentieren die große Bandbreite des Kinos. Mit dabei sind jedes Jahr auch hessische Produktionen, auf deren Vielfältigkeit wir besonders stolz sind. In diesem Jahr ist etwa der mit dem Hessischen Filmpreis ausgezeichnete Dokumentarfilm 'Das deutsche Volk' im Programm, der Hinterbliebenen und Überlebenden des rassistischen Anschlags von Hanau am 19. Februar 2020 eine Stimme gibt."
Anna Schoeppe, Geschäftsführerin Hessen Film & Medien

Quelle: www.dff.film