Start für "W.I.M. Im Lauf der Zeit – Eine Wim Wenders Ausstellung" im DFF

Von kommenden Mittwoch, 11. März, bis zum 18. Oktober ist die Sonderausstellung "W.I.M. Im Lauf der Zeit. Eine Wim Wenders Ausstellung" (bis 18. Oktober 2026) im DFF – Deutsches Filminstitut & Filmmuseum zu sehen.

 

Wim Wenders gilt als einer der bedeutendsten Vertreter des Weltkinos der Gegenwart. Filme wie "Pina", "Buena Vista Social Club", "Das Salz der Erde", "Der Himmel über Berlin" und "Paris, Texas" gehören zum internationalen Kanon. Die Ausstellung "W.I.M. Im Lauf der Zeit" widmet sich seinem Leben und Werk.

Rund um Wenders' 80. Geburtstag am 14. August 2025 kuratierte das DFF zusammen mit der Bundeskunsthalle in Bonn zunächst die Ausstellung "W.I.M. Die Kunst des Sehens" (1. August 2025 bis 11. Januar 2026) in Bonn und nun im DFF in Frankfurt am Main "W.I.M. Im Lauf der Zeit. Eine Wim Wenders Ausstellung" mit verändertem Schwerpunkt. Die Schau beleuchtet Leben und Werk eines Filmemachers, Produzenten, Fotografen, Autoren und Bildenden Künstlers, der seit mehr als sechs Jahrzehnten die internationale Kultur prägt. Die Ausstellung in Frankfurt zeigt zahlreiche Exponate wie Drehbücher, Fotos, Requisiten und Kostüme. Highlight ist eine von Wenders selbst geschaffene immersive Installation, die in seine Bildwelten eintauchen lässt.

Wim Wenders stellte in vielen seiner Filme nachdenkliche, suchende Figuren in den Mittelpunkt, die immer in Bewegung sind – per Zug, Auto, Schiff, Motorrad, Flugzeug oder Lastwagen. Wenders holte so Road Movie und Rockmusik ins deutsche Kino und teilte seine Faszination für die US-amerikanische Popkultur. Damit begeisterte er schon in den 1970er und 1980er Jahren das Kinopublikum, das sein kunstvolles Filmschaffen bis heute bewundert. Ihn zeichnen eine besondere Beobachtungsgabe und Einfühlsamkeit aus, die die Orte seiner Filme und die Seelenzustände seiner Figuren greifbar machen.
Wenders in Motion

Wim Wenders versteht sich in erster Linie als "Reisender und dann erst als Regisseur oder Photograph". Von ihm selbst stammt daher auch das Akronym im Ausstellungstitel "W.I.M.", das gerne als "Wenders in Motion" gelesen werden darf. Das Reisen und In-Bewegung-Sein ist ein zentrales Motiv seiner Filme und spiegelt auch Wenders' Methode wider: Neue Orte inspirieren ihn zu Geschichten. Er ist ein Regisseur, der sich ständig weiterentwickelt, angetrieben von einer unerschöpflichen Neugier auf neue Genres und Erzählformen, einer Lust, das Geheimnis von Künstler*innen aus Disziplinen wie Tanz, Mode, Architektur, Musik und dem Film selbst zu entschlüsseln. Auch die Suche nach technischen Innovationen, die immer neue Bilder ermöglichen, prägt seine Arbeit.

Internationales Renommee
Seine Filme wurden auf den wichtigsten internationalen Festivals ausgezeichnet. Er erhielt die Goldene Palme in Cannes für "Paris, Texas" (1984) sowie für "Der Himmel über Berlin" (1987); zuletzt eine Oscar®-Nominierung für "Perfect Days" (2023) als Bester Internationaler Film sowie den European Lifetime Achievement Award der European Film Academy. Derzeit befindet er sich mitten in der Fertigstellungsphase seines Dokumentarfilms über den Schweizer Architekten Peter Zumthor.

Die Ausstellung führt durch Wenders' Leben, Denken und Arbeiten. In atmosphärisch verdichteten Räumen wird seine kreative Methode ebenso erfahrbar wie die ästhetischen, musikalischen und filmhistorischen Bezüge seines Werks. Ein besonderer Fokus liegt auf wiederkehrenden Motiven wie dem Road Movie, der Bedeutung von Musik, der Auseinandersetzung mit den USA oder der Figur des Engels.

Die Ausstellungsstücke
Viele Exponate stammen aus dem Archiv der Wim Wenders Stiftung, darunter Drehbuchentwürfe, Korrespondenzen, Notizbücher und Tagebücher. Ergänzt wird die Präsentation durch bedeutende Objekte aus den Sammlungen des DFF – Deutsches Filminstitut & Filmmuseum: Polaroids, Kostüme und Requisiten aus der Sammlung Wim Wenders, Setfotografien sowie Architekturentwürfe der Filmarchitektin Heidi Lüdi zu "Der amerikanische Freund" (BRD / FR 1977) und "Der Himmel über Berlin" (BRD / FR 1987) aus ihrem im DFF verwahrten Arbeitsarchiv. In Interviewsequenzen werden künstlerische Wegbegleiter*innen von Wim Wenders vorgestellt, darunter Kameramann Robby Müller, Editor Peter Przygodda oder die Schauspieler*innen Lisa Kreuzer und Rüdiger Vogler. Sie berichten von ihren Erfahrungen bei den Dreharbeiten und geben persönliche Einblicke in die Zusammenarbeit mit dem Regisseur. Diese Stimmen erweitern die Perspektive auf Wenders' Werk und machen die kollektiven Entstehungsprozesse seiner Filme sichtbar.

Der Audioguide
Im eigens für die Ausstellung produzierten Audioguide begleitet Wenders die Besucher*innen höchstpersönlich durch sein Leben und Werk. Er erzählt von der Kindheit im zerbombten Nachkriegsdeutschland, von seiner frühen Faszination für die Malerei und den Film, vom Sog, den die USA auf ihn ausübten, und von der Liebe zu Japan – ausgelöst durch die Filme des Regisseurs Yasujirō Ozu.

Die Film-Jukebox
Im Zentrum der Ausstellung steht eine für Frankfurt am Main entwickelte Film-Jukebox, über die das Publikum interaktiv zu den Drehorten der Wenders-Filme gelangt und in viele seiner Filme hineinschauen kann. So entsteht eine filmische Reise durch Zeiten und Räume. Ein weiteres Highlight ist ein eigens eingerichtetes 3D-Kino, in dem Besucher*innen eine Kompilation aus drei von Wenders’ 3D-Kinofilmen erleben können.

Die immersive Installation
Erstmals wird auch die Dauerausstellung des Museums einbezogen. Als Gastkurator bespielt Wim Wenders den Filmraum im zweiten Obergeschoss. Auf fünf Projektionsflächen ist eine von Wim Wenders konzipierte immersive Installation zu sehen, die Bilder- und Klangwelten aus zahlreichen seiner Filme zu einer raumgreifenden Erfahrung macht.

Kurator*innen: Hans-Peter Reichmann und Isabelle Louise Bastian

Eine Ausstellung des DFF – Deutsches Filminstitut & Filmmuseum, Frankfurt am Main in Zusammenarbeit mit der Bundeskunsthalle, Bonn, der Wim Wenders Stiftung und mit freundlicher Unterstützung von Wenders Images und Road Movies.

Festival "Wim Wenders: Driven by Music" - Mittwoch, 11. März, bis Freitag, 13. März 2026 – Alte Oper Frankfurt:
Direkt nach der Ausstellungseröffnung findet in der Alten Oper ein dreitägiges Festival unter dem Titel "Wim Wenders: Driven by Music" statt, das sich der Rolle der Musik in Wenders' Filmen widmet. 

Mehr Infos auf der Programmseite Alte Oper

Quelle: www.dff.film