Scherbentanz

Deutschland 2001/2002 Spielfilm

Summary

Shattered Glass

A broken family. A tragic illness. The will to live...

Invited to his father′s mansion for a party, Jesko is enraged to discover that the invitation is a bold deception. He has leukemia, and his father and brother Ansgar are hoping that a bone-marrow transplant from his long-lost mother might save him.

Sullen and self-pitying, Jesko has no desire to see his mother, who during her swift descent into schizophrenia many years ago had almost killed him and Ansgar. Once beautiful, her illness had transformed her into a despairing shell of a woman. Stifling his impulse to flee, Jesko nevertheless alienates himself from his family with his sarcastic abuse. When her bone-marrow proves unsuitable, his mother, in a moment of clarity and spurred by an instinctive love for her son, reveals the painful secret which could be the only alternative left for Jesko – his father′s illegitimate child. Reluctant to believe the charge, he confronts his father. Now Jesko is forced to recognize that his father would rather sacrifice him than endanger his bourgeois façade. Jesko and his mother search for evidence, but they are discovered by his father and brother and angrily expelled from the estate. Defiantly returning, Jesko crashes a party taking place in the mansion. Suddenly he sees his mother entering the ballroom on the arm of a young man he has never met...

Source: German films Service & Marketing GmbH


 

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Heinz17herne
Heinz17herne
Dem 42-jährigen Autor Chris Kraus ist mit der Leinwandadaption seines Romans „Scherbentanz”, mit dem er 2001 als Filmregisseur debütierte, ein großer Wurf gelungen, der nicht nur die Kritiker an die Glanzzeiten eines Rainer Werner Fassbinder erinnerte.

„An den Schmerzen erkennst du, ob du zu Hause bist – nicht am Türschild”: Der junge Modedesigner Jesko (Jürgen Vogel) kehrt nach zwanzig Jahren widerwillig in die elterliche Villa zurück. Er ist an Leukämie erkrankt und sein Bruder Ansgar (Peter Davor), hin- und hergerissen zwischen familiärer Bindung an seinen Vater Gebhard (Dietrich Hollinderbäumer) und brüderlicher Solidarität, hat die seit vielen Jahren verschollene, inzwischen dem Wahnsinn verfallene Mutter Käthe (Margit Carstensen) mit Hilfe seiner Freundin, der Krankenschwester „Zitrone” (Nadja Uhl), dazu bewegen können, sich als Knochenmarkspenderin zur Verfügung zu stellen – die letzte Hoffnung für Jesko.

Doch der exzentrische „Versager”, so die gängige Sprachregelung in der Familie, will sich nicht darauf einlassen. Zu verletzt ist er noch nach all‘ den Jahren über die schrecklichen Ereignisse seinerzeit: Als Kinder hatten Jesko und Gebhard hautnah miterleben müssen, wie Vater Gebhard (als junger Mann: Christian Körner), ein Industrieller mit sorgfältig verborgener NS-Vergangenheit, die Gattin betrog und diese zunehmend ausrastete (als junge Frau: Andrea Sawatzki). Die Situation eskalierte derart, dass die Mutter aus dem Haus verbannt und die beiden Kinder aufs Internat geschickt wurden.

„Zitrone” ist der gute Geist des Hauses, obwohl sie offenbar ein Verhältnis zum zwielichtigen, gewalttätigen Chauffeur der Familie, Bernie (Ronnie Janot), unterhält. Der erste Versuch einer Knochenmarktransplantation scheitert, nicht nur aus medizinischen, sondern vor allem aus psychologischen Gründen: Auch wenn Jesko und seine Mutter in einem Gartenhaus “isoliert” werden, eskaliert die hochexplosive Stimmung in der Villa immer wieder: Vergangenheit und Gegenwart vermischen sich auf unheilvolle, tragische Weise. Bis Jeskos selbstbewusste kleine Tochter Charlotte (Roxanne Borski) auftaucht und für neues, frisches Leben in der Psychogruft sorgt.

Als Käthe in selten wachen Momenten der Erinnerung kramt, kommt zutage, dass Vater Gebhard aus einer Liaison ein uneheliches Kind hat – als allerletzte Chance für Jesko. Der Stiefbruder wird ausfindig gemacht – und ganz nebenbei auch die quirlige „Zitrone” aus den Fängen des Chauffeurs befreit: Die Chancen betragen nunmehr immerhin 70 Prozent! Und wieder taucht ein merkwürdiges Bild der Hoffnung in all‘ der Ausweglosigkeit auf: Der brennende Schneemann, mit dem sich einst in Kindertagen der ältere Bruder beim jüngeren Respekt und Anerkennung verschaffte.

Der großartige Film, uraufgeführt am 3. Juli 2002 beim Filmfest München und nach dem am 31. Oktober 2002 erfolgten Kinostart am 27. Juni 2003 auf Arte erstausgestrahlt, lebt von einer erstklassigen Besetzung, lebt von Margit Carstensen: Ein völlig zerstörtes Wrack, psychisch wie physisch, eine „Hexe”, die auch vor Gewalt gegen ihre eigenen Kinder nicht zurückschreckt, und deren pure Anwesenheit allein alle sorgfältig zugeschaufelten Gräben der Vergangenheit wieder aufreißen lässt. Wie „die” Carstensen alle emotionalen Extremsituationen glaubhaft auf die Leinwand bringt, erinnert schon mit etwas Wehmut an ihre Kino-Glanzzeiten in den Filmen Rainer Werner Fassbinders und ließ seinerzeit hoffen, dass der neue Bochumer Schauspielhaus-Intendant Elmar Goerden dieses Potential besser zu nutzen wusste als sein Vorgänger Matthias Hartmann.

Pitt Herrmann

Credits

Director

Screenplay

Director of photography

Editing

Cast

All Credits

Director

Assistant director

Script supervisor

Screenplay

Director of photography

Assistant camera

Lighting design

Production design

Costume design

Editing

Sound editor

Editing (other)

Sound assistant

Cast

Line producer

Unit production manager

Location manager

Original distributor

Shoot

    • 12.08.2001 - 12.10.2001: Baden-Württemberg
Duration:
2781 m, 101 min
Format:
Super16mm - Blow-Up 35mm, 1:1,85
Video/Audio:
Farbe, Dolby SRD
Censorship/Age rating:

FSK-Prüfung (DE): 17.10.2002, 91991, ab 12 Jahre / feiertagsfrei

Screening:

Uraufführung (DE): 03.07.2002, München, Filmfest;
Kinostart (DE): 31.10.2002;
TV-Erstsendung (DE FR): 27.06.2003, Arte

Titles

  • Originaltitel (DE) Scherbentanz

Versions

Original

Duration:
2781 m, 101 min
Format:
Super16mm - Blow-Up 35mm, 1:1,85
Video/Audio:
Farbe, Dolby SRD
Censorship/Age rating:

FSK-Prüfung (DE): 17.10.2002, 91991, ab 12 Jahre / feiertagsfrei

Screening:

Uraufführung (DE): 03.07.2002, München, Filmfest;
Kinostart (DE): 31.10.2002;
TV-Erstsendung (DE FR): 27.06.2003, Arte

Awards

Bayerischer Filmpreis 2003
  • Nachwuchspreis für Regie
  • Beste Nebendarstellerin
2003
  • Deutscher Kamerapreis
FBW 2002
  • Prädikat: Wertvoll
Filmfest, München 2002
  • Förderpreis Deutscher Film in der Kategorie Drehbuch