Das geheime Stockwerk

Deutschland Österreich Luxemburg 2024/2025 Spielfilm

Inhalt

Der zwölfjährige Karli zieht mit seiner Familie in die Alpen, wo sich seine Eltern den Traum vom eigenen Hotel erfüllen. Bei seinem Streifzug durch das alte Gebäude entdeckt er, dass er mit einem alten Lastenaufzug durch die Zeit reisen kann – und landet in einem Stockwerk im Jahr 1938! Dort freundet er sich mit dem jüdischen Mädchen Hannah und dem Schuhputzer Georg an. Gemeinsam lösen sie einen aufregenden Kriminalfall und Karli begreift, was für ein Schatten über der Welt seiner neuen Freunde liegt.

Quelle: Filmfestival Max Ophüls Preis 2026

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Heinz17herne
Heinz17herne
Das Gasteiner Tal unweit von Salzburg, zu kakanischen Zeiten ein Hotspot des europäischen Adels, tut sich heute schwer, an alte Glanzzeiten anzuknüpfen, wie David Schalko in seinem Roman „Bad Regina“ mit austriakischer Bosheit geschildert hat. Der zwölfjährige Karli muss mit seinen Eltern Lucas und Susi aus der Großstadt in die Alpenregion ziehen, da diese sich einen Traum erfüllen wollen: Sie küssen das „Grand Hotel de Europe“, das hoch über dem berühmten Bad Gasteiner Wasserfall thront, wieder wach. Weshalb Karli zu seinem Ärger die Sommerferien in der Baustelle verbringen muss und sich nur höchst ungern bereit erklärt, mit anzupacken.

Ohne Internet und W-Lan ist ihm langweilig, so stromert Karli im mehr als hundert Jahre alten Gebäude herum. Er bleibt im altersschwachen Aufzug stecken und probiert verzweifelt sämtliche Knöpfe aus. Die Tür geht zu einem merkwürdig belebten Flur auf, in dessen Vitrinen kleine Hakenkreuzfahnen zu sehen sind. Karli ist im Jahr 1938 gelandet, wo sich der „Anschluss“ der Heimat Adolf Hitlers ans „Tausendjährige Reich“ bereits abzeichnet – und sich ein Otto Hartwig bereits mit „Heil Hitler!“ begrüßen lässt.

„Komische Schuhe“: Das etwas mit diesem Zeitreisenden nicht stimmt, erkennt als erstes die in etwa gleichaltrige Hannah, die mit ihrem Vater, dem Berliner Verleger Dr. Friedländer, angeblich hier Urlaub macht, an Karlis Sneaker. In der Lobby kommen beide ins Gespräch – und Karli berichtet ihr von unglaublichen alltäglichen Begleitern wie einem Handy, das Telefon, Plattenspieler und den Großen Brockhaus auf Kartenspielgröße vereint.

Bald kommt heraus, dass Hannah als jüdisches Mädchen von den beiden rabiaten Söhnen des Nazis Hartwig, Heinrich und Herrmann, verfolgt und gemobbt wird. „Man kann sich doch wehren“ meint Karli, der nun lernen muss, dass es in der aufkommenden Diktatur keine rechtliche Handhabe dagegen gibt: Polizei und Gerichte sind auch im austrofaschistischen Ständestaat Schuschniggs zunehmend gleichgeschaltet. Nur das besonnene Verhalten des nach außen jovial auftretenden Hoteldirektors Schneider, der seine schützende Hand über Friedländer und andere Exilanten hält, verhindert eine Eskalation.

Karli und Hannah bilden mit dem Schuhputzerjungen Georg, der mit seiner Kinderarbeit rund um die Uhr drei jüngere Brüder mitversorgt, ein heimliches Detektiv-Trio, das dem umtriebigen Barpianisten Bruno und seiner Geliebten Sarah auf der Spur ist. Als Georg fälschlicherweise ein Diebstahl unterstellt wird, woraufhin er von Inspektor Hainbichler auch noch in Gewahrsam genommen wird, scheint sich der Verdacht gegen Bruno zu erhärten.

Doch nun mischen auch Heinrich und Herrmann plötzlich mit und die Vorzeichen ändern sich radikal. Zumal Hannahs Vater mit Bruno unter einer Decke zu stecken scheint. Karli muss derweil für seine Eltern immer neue Ausreden erfinden, um sein langes Ausbleiben sogar bis in späte Abendstunden zu erklären. Der Zeitreisende ist von den Ereignissen des Jahres 1938 so geschockt, dass er seine Eltern danach befragt. Die sich freilich recht zugeknöpft geben, schon gar wenn ihr Sohn mehr über die Judenverfolgung wissen möchte. Eines aber wird Karli klar: Er muss Hannah dazu bewegen, ihrem Vater zu vertrauen, der offenbar zusammen mit Bruno die Flucht über die Alpen plant…

Wie sollen wir, fragt Regisseur Norbert Lechner im Farbfilm-Presseheft, unseren Kindern abseits der Fake News und der Social-Media-Propaganda die schreckliche Nazizeit näherbringen bei nur noch sehr wenigen Zeitzeugen? Er gibt mit seinem grandiosen, sowohl hochspannenden als auch berührenden, die Zeitebenen ständig wechselnden Film eine verblüffend funktionierende Antwort: „Karli reist ins Jahr 1938, findet dort Freunde und löst mit ihnen einen spannenden Kriminalfall. Er kämpft für seine neuen Freunde und seine Überzeugungen und betrachtet bald auch sein eigenes Leben im Jahr 2025 mit anderen Augen. Mit ihm tauchen wir in eine fremde Welt ein und entblättern Stück für Stück ihre Geheimnisse. Auf diese Weise können wir ein relevantes Thema filmisch erzählen, ohne jemals die kindliche Perspektive zu verlassen.“

Achtung, Spoiler: Den verblüffenden Schlusspunkt setzt der inzwischen Großvater gewordene Georg, indem er den neben seinem skeptischen Freund Pepe auf dem Ast eines Baumes in seinem Garten sitzenden Zeitreisenden als Karli aus dem Gasteiner Grandhotel erkennt und herzlich begrüßt. Der bereits bei der Uraufführung dreifach ausgezeichnete Film gewann inzwischen gut ein Dutzend weitere Festival-Preise von Philadelphia über Wien und Paris bis hin zum Kirchlichen Filmfestival Recklinghausen Mitte März 2026.

Pitt Herrmann

Credits

Alle Credits

Kamera

Kamera-Assistenz

Steadicam

Farbkorrektur

Standfotos

Szenenbild

Ausstattung

Außenrequisite

Schnitt-Assistenz

Synchron-Ton-Schnitt

Ton-Design

Synchron-Ton

Geräusche

Mischung

Darsteller

Producer

Produktionsleitung

Dreharbeiten

    • 06.06.2024 - 01.08.2024: Bad Gastein, Semmering, Luxemburg
Länge:
96 min
Format:
DCP, 1:2,35 (CinemaScope)
Bild/Ton:
Farbe, Ton
Prüfung/Zensur:

FSK-Prüfung (DE): 18.06.2025, 269944, ab 6 Jahre / feiertagsfrei

Aufführung:

Uraufführung (DE): 01.06.2025, Gera, Goldener Spatz - Deutsches Kinder Medien Festival;
Kinostart (DE): 12.03.2026

Titel

  • Originaltitel (DE) Das geheime Stockwerk
  • Weiterer Titel (eng) The Secret Floor

Fassungen

Original

Länge:
96 min
Format:
DCP, 1:2,35 (CinemaScope)
Bild/Ton:
Farbe, Ton
Prüfung/Zensur:

FSK-Prüfung (DE): 18.06.2025, 269944, ab 6 Jahre / feiertagsfrei

Aufführung:

Uraufführung (DE): 01.06.2025, Gera, Goldener Spatz - Deutsches Kinder Medien Festival;
Kinostart (DE): 12.03.2026

Auszeichnungen

Festival ALE KINO 2025
  • Neon Goats Award, Bester Kinderfilm
Kinderfilmfestival Wien 2025
  • Publikumspreis
Jewish Film Festival Phildelphia 2025
  • Publikumspreis
Kinderfilmfestival Münster 2025
  • Bester Kinderfilm
Mon Premier Entfants Au Cinema, Paris 2025
  • Bester Kinderfilm
Cinepänz Köln 2025
  • Publikumspreis
Festival des deutschen Films Ludwigshafen 2025
  • Goldener Nils, Bester Kinderfilm
Kinderfilmfestival GIFFONI 2025
  • Special Award
Final Cut Marburg 2025
  • Hauptpreis, Kinderfilm
Goldener Spatz - Deutsches Kinder Medien Festival 2025
  • Sonderpreis des Thüringer Ministerpräsidenten
  • Goldener Spatz, Beste*r Darsteller*in
  • Goldener Spatz, Bester Langfilm
Kinderfilmfestival ZLIN 2025
  • Preis der Kinderjury, Bester Spielfilm
IFF Giffoni 2025
  • Tommy Hilfinger Special Award, Elements +10