Houston

Deutschland 2011-2013 Spielfilm

Inhalt

Es läuft nicht gut für Clemens Trunschka. Der beste Freund des Headhunters ist der Alkohol. Nur mühsam schafft Trunschka es, seine Existenz als funktionierender Alkoholiker aufrecht zu erhalten, während er für seine Familie kaum mehr als eine physisch anwesende Hülle ist. Seine Ehe droht an der Sucht genauso zu zerbrechen wie er selbst.

Als er jedoch von einem großen deutschen Automobilkonzern den Auftrag erhält, den amerikanischen CEO von Houston Petrol, Steve Ringer, als neuen Vorstandsvorsitzenden anzuwerben, sieht Trunschka die Gelegenheit, sein Leben wieder in die richtige Bahn zu lenken.

 

Nachdem eine erste Kontaktaufnahme in Deutschland scheitert, reist Trunschka nach Houston, Texas. Doch der Auftrag entpuppt sich als schwierig, denn Ringer ist auch dort nicht zu fassen. Die Jagd verschwimmt im Rausch, die Lage scheint mehr und mehr ausweglos. Egal was Trunschka versucht, er kommt seinem Ziel nicht näher.

Die Reise wird zu einer Tortur, bis Trunschka neue Hoffnung schöpft, als der ähnlich einsame Robert Wagner wie eine Naturgewalt in sein Leben platzt. Wagner, ein amerikanischer Geschäftsmann, der im selben Hotel abgestiegen ist, hat Kontakte in der Stadt und hilft seinem neuen Freund "Clem", wo immer er kann. Wagner sucht aufdringlich Trunschkas Freundschaft – immer ein bisschen zu freundlich und zu gut gelaunt.

Doch obwohl Trunschka mit Wagners Hilfe Fortschritte macht, ist er nicht fähig, den wahren Wert des neuen Freundes zu erkennen. Im Gegenteil – Trunschka verliert die Kontrolle, und die Reise, von Scheitern und Misserfolgen geprägt, wird endgültig ein Trip in seine eigene Finsternis.

Quelle: 47. Hofer Filmtage 2013

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Heinz17herne
Heinz17herne
Vögel zwitschern. Ein Mann steigt in ein Auto, gibt dem Fahrer ein Zeichen. Und ab geht die Post. Was die Geschwindigkeit betrifft aber auch die Fliehkräfte: obwohl sich das Fahrzeug gefährlich schräg in eine Kurve legt, kann der Fahrer sogar beruhigt seine Hände vom Lenkrad nehmen. Es scheint gut zu laufen für Clemens Trunschka. Denn der Mann, der ihn nach dieser rasanten Testfahrt auf der Versuchsstrecke eines großen deutschen Automobilkonzerns in Empfang nimmt, heißt Borgmann und hat einen lukrativen Auftrag: Trunschka soll den amerikanischen CEO von Houston-Petrol, Steve Ringer, als neuen Vorstandsvorsitzenden anwerben. Für eine Unsumme, die selbst Spitzenkicker vor Neid erblassen ließen. Und der Headhunter ist bei Erfolg mit zehn Prozent mit von der Partie.

Es läuft nicht gut für Clemens Trunschka – privat. Sein verhaltensgestörter Sohn Jonas ist mehrfach in der Schule gewalttätig geworden und soll nun therapiert werden. Nicht die einzige Baustelle für seine Gattin Christine, die vergeblich versucht, die Alkoholsucht ihres Mannes einzudämmen. Nach der Party ihres Freundes Hannes steuert sie den Wagen und lässt Clemens seinen Rausch im in der Garage abgestellten Fahrzeug ausschlafen. Im neuen Auftrag sieht Trunschka die Gelegenheit, sein Leben beruflich wie privat wieder in die richtige Bahn zu lenken. Doch die Kontaktaufnahme mit Steve Ringer scheitert mehrfach – beiderseits des Großen Teichs. Helfen könnte vielleicht der Geschäftsmann Robert Wagner, den er in einer Hotelbar kennenlernt…

Bastian Günther im Presseheft über seinen Protagonisten: „Er ist nicht gemacht für dieses Leben, für diese Erwartungshaltungen und den Druck von außen. Er ist ein Außenseiter, der mit den Bedingungen nicht zurechtkommt. Das erzeugt in mir sofort eine gewisse Empathie, ich verstehe diesen Typen gut. Trunschka sehnt sich nach etwas anderem – auch wenn er nicht weiß, nach was.“ Den ersten Eindruck, den der Deutsche von Houston hat, vermittelt uns Kameramann Michael Kotschi als klassisches Fensterbild: Ulrich Tukur steht am von schweren Vorhängen eingerahmten Fenster seiner Suite, sein Rücken ist nur als Schattenriss zu erkennen, während er auf die eindrucksvolle, aber auch bedrückende Hochhauskulisse der texanischen Metropole blickt. Und mit ihm die Kinobesucher.

Nicht zufällig trägt der Film nicht den Namen seiner Hauptfigur, sondern den der Stadt, in der er spielt: das Licht und die sterile Wolkenkratzer-Architektur Houstons stehen im Zentrum – und stehen zugleich für die Verstörung des Protagonisten. Bastian Günther: „Die Stadt war sehr inspirierend für den Schreibprozess und ist nun im Film mehr als nur eine Location. Sie hat ein Eigenleben bekommen. Das Licht in Texas ist einmalig und Houston hatte für unseren Film wunderbare, starke Motive zu bieten – wie z.B. das Hotel, der 'Ship Channel', die Freeways etc. Außerdem ist es im Sommer dort extrem heiß und schwül. Ein Faktor, der für die Geschichte und Trunschkas Verfassung nicht unwichtig war.“

Das Bild an sich, so der Regisseur, erzähle in „Houston“ schon so viel, dass es den Dialog nicht brauche. Der auch, was Ulrich Tukurs Wirkung sehr entgegenkommt, nur sehr sparsam eingesetzt wird. Was man generell vom Ton sagen kann: Michael Rothers leise Hintergrundmusik wird durch keinen Straßenlärm, keine sonstige alltägliche Geräuschkulisse überdeckt. Die Koproduktion mit Texas Avenue Films wurde am 22. Januar 2013 beim Sundance Film Festival uraufgeführt und erhielt im gleichen Jahr beim Independent Film Festival Boston den Spezialpreis der Jury. Nach der Deutschen Erstaufführung bei den 47. Hofer Filmtagen nahm Bastian Günther am 24. Oktober 2013 den von der Bavaria, dem Bayerischen Rundfunk und der DZ Bank gestifteten Förderpreis Deutsches Kino („Bester deutscher Nachwuchsspielfilm“) entgegen. Auf den Kinostart am 21. November 2013 folgte die Free-TV-Premiere am 12. August 2015 in der ARD.

Pitt Herrmann

Credits

Drehbuch

Schnitt

Darsteller

Alle Credits

Dreharbeiten

    • 20.10.2011 - 14.11.2011: Houston Texas
    • 10.04.2012 - 28.04.2012: Berlin, NRW
Länge:
107 min
Format:
HD, 16:9
Bild/Ton:
Farbe, Dolby
Prüfung/Zensur:

FSK-Prüfung (DE): 14.10.2013, 141230, ab 12 Jahre / feiertagsfrei

Aufführung:

Uraufführung (US): Januar 2013, Salt Lake City, Sundance Film Festival;
Erstaufführung (DE): Oktober 2013, Hof, Internationale Filmtage;
Kinostart (DE): 05.12.2013

Titel

  • Arbeitstitel (DE) Headhunter
  • Originaltitel (DE) Houston
  • Weiterer Titel (DE) Big Game Hunting

Fassungen

Original

Länge:
107 min
Format:
HD, 16:9
Bild/Ton:
Farbe, Dolby
Prüfung/Zensur:

FSK-Prüfung (DE): 14.10.2013, 141230, ab 12 Jahre / feiertagsfrei

Aufführung:

Uraufführung (US): Januar 2013, Salt Lake City, Sundance Film Festival;
Erstaufführung (DE): Oktober 2013, Hof, Internationale Filmtage;
Kinostart (DE): 05.12.2013

Auszeichnungen

Verband der deutschen Filmkritik 2014
  • Bester Schnitt
Filmtage Hof 2013
  • Förderpreis Neues Deutsches Kino