Summary
Clemens Trunschka is not doing so well. With spotty employment and a shaky marriage, he's pretty much lost any claim to being a "functional alcoholic". The more accurate term for him would probably be "lousy drunk". So when an opportunity arises to help a German company recruit an American candidate as its CEO, Trunschka seizes the chance to get back in the black - with both his finances and his family.
Showing a deftness for handling such emotional material, writer/director Bastian Günther expands Trunschka's headhunting expedition into a captivating and subtle examination of failure. He's aided by lead actor Ulrich Tukur, who delivers a fearless portrayal of a man searching for new ways to hit bottom as he flings himself down the slopes of self-loathing with all the gusto of a certain cartoon coyote. "Houston" drives unflinchingly deep into the heart of Texas and comes up with something as surprising as it is precious: hope.
Source: German Films Service & Marketing GmbH
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Es läuft nicht gut für Clemens Trunschka – privat. Sein verhaltensgestörter Sohn Jonas ist mehrfach in der Schule gewalttätig geworden und soll nun therapiert werden. Nicht die einzige Baustelle für seine Gattin Christine, die vergeblich versucht, die Alkoholsucht ihres Mannes einzudämmen. Nach der Party ihres Freundes Hannes steuert sie den Wagen und lässt Clemens seinen Rausch im in der Garage abgestellten Fahrzeug ausschlafen. Im neuen Auftrag sieht Trunschka die Gelegenheit, sein Leben beruflich wie privat wieder in die richtige Bahn zu lenken. Doch die Kontaktaufnahme mit Steve Ringer scheitert mehrfach – beiderseits des Großen Teichs. Helfen könnte vielleicht der Geschäftsmann Robert Wagner, den er in einer Hotelbar kennenlernt…
Bastian Günther im Presseheft über seinen Protagonisten: „Er ist nicht gemacht für dieses Leben, für diese Erwartungshaltungen und den Druck von außen. Er ist ein Außenseiter, der mit den Bedingungen nicht zurechtkommt. Das erzeugt in mir sofort eine gewisse Empathie, ich verstehe diesen Typen gut. Trunschka sehnt sich nach etwas anderem – auch wenn er nicht weiß, nach was.“ Den ersten Eindruck, den der Deutsche von Houston hat, vermittelt uns Kameramann Michael Kotschi als klassisches Fensterbild: Ulrich Tukur steht am von schweren Vorhängen eingerahmten Fenster seiner Suite, sein Rücken ist nur als Schattenriss zu erkennen, während er auf die eindrucksvolle, aber auch bedrückende Hochhauskulisse der texanischen Metropole blickt. Und mit ihm die Kinobesucher.
Nicht zufällig trägt der Film nicht den Namen seiner Hauptfigur, sondern den der Stadt, in der er spielt: das Licht und die sterile Wolkenkratzer-Architektur Houstons stehen im Zentrum – und stehen zugleich für die Verstörung des Protagonisten. Bastian Günther: „Die Stadt war sehr inspirierend für den Schreibprozess und ist nun im Film mehr als nur eine Location. Sie hat ein Eigenleben bekommen. Das Licht in Texas ist einmalig und Houston hatte für unseren Film wunderbare, starke Motive zu bieten – wie z.B. das Hotel, der 'Ship Channel', die Freeways etc. Außerdem ist es im Sommer dort extrem heiß und schwül. Ein Faktor, der für die Geschichte und Trunschkas Verfassung nicht unwichtig war.“
Das Bild an sich, so der Regisseur, erzähle in „Houston“ schon so viel, dass es den Dialog nicht brauche. Der auch, was Ulrich Tukurs Wirkung sehr entgegenkommt, nur sehr sparsam eingesetzt wird. Was man generell vom Ton sagen kann: Michael Rothers leise Hintergrundmusik wird durch keinen Straßenlärm, keine sonstige alltägliche Geräuschkulisse überdeckt. Die Koproduktion mit Texas Avenue Films wurde am 22. Januar 2013 beim Sundance Film Festival uraufgeführt und erhielt im gleichen Jahr beim Independent Film Festival Boston den Spezialpreis der Jury. Nach der Deutschen Erstaufführung bei den 47. Hofer Filmtagen nahm Bastian Günther am 24. Oktober 2013 den von der Bavaria, dem Bayerischen Rundfunk und der DZ Bank gestifteten Förderpreis Deutsches Kino („Bester deutscher Nachwuchsspielfilm“) entgegen. Auf den Kinostart am 21. November 2013 folgte die Free-TV-Premiere am 12. August 2015 in der ARD.
Pitt Herrmann