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Kinofilm nach der populären Fernsehserie. Zum 50jährigen Jubiläum der Capitol-Versicherung laden die Firmenchefs die gesamte Belegschaft zum Betriebsausflug in ein Landhotel ein. Natürlich sind auch Bernd Stromberg, Berthold "Ernie" Heisterkamp, Jennifer Schirrmann und die inzwischen verheirateten Ulf und Tanja inklusive ihres Pflegesohns Marvin mit von der Partie. Allerdings kursiert im Vorfeld ein böses Gerücht: Angeblich soll auf der Feier die Schließung der Versicherungsfiliale angekündigt werden. Das würde natürlich jede Menge Entlassungen bedeuten. Also versuchen Stromberg, Ernie und die anderen, beim Firmenvorstand auf dem Fest einen möglichst guten Eindruck zu machen, um statt auf die Straße in die Firmenzentrale versetzt zu werden.
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Das bevorzugte Mobbing-Opfer Strombergs hat aus seiner Sicht lange genug kleine Brötchen gebacken und wehrt sich vehement dagegen, beim Imagefilm zum Jubiläum wieder nur die zweite Geige zu spielen. Als „Papa“ in der Cafeteria vom Hausmeister erfährt, dass diese demnächst dichtgemacht und überhaupt das ganze Unternehmen umstrukturiert wird, läuten bei ihm die Alarmglocken. Schließlich sind tropfende Kräne und schmuddelige Ecken, kurz: die seit Jahren überfällige Renovierung seiner Abteilung ein untrügliches Warnzeichen.
„Jeder hier in dem Bums hat Spaß!“ lautet künftig Strombergs Devise, der plötzlich alle zur Fahrt nach Botzenburg einlädt – von Jennifer Schirrmann, die mit den Männern durch ist und mit Stromberg sowieso („Am Ende sitzte da alleine“) bis hin zur unersättlichen Sabine „Sabbel“ Buhrer („kinderlos und nicht jugendfrei“), die später in der Hotelsauna mächtig Dampf macht. Mit dabei auch Ulf und Tanja Steinke samt ihrem neuen Pflegekind Marvin, einem zehnjährigen Alptraum, den man keine Sekunde aus den Augen lassen darf.
„Wo nichts mehr geht, fängt alles an“: Nach einer abenteuerlichen „Happy Tours“-Busfahrt, bei der Stromberg für den völlig übermüdeten Fahrer Trappe am Lenkrad sitzt, fällt „Papa“ beim neuen Capitol-Vorstandsmitglied Klaus Klinkhammer gleich mit der Tür ins Haus für einen neuen Job in der Konzernzentrale. Was beim Personalchef gar nicht gut ankommt, von Strombergs anzüglichen Bemerkungen Frauen gegenüber einmal ganz abgesehen. Die aktuell Sinan Turçulu gelten, ausgerechnet der Organisatorin der Jubiläumsfete.
Die nicht so recht in Gang kommt, was einerseits am inzwischen die Runde gemachten Gerücht, die Abteilung werde abgewickelt, liegt, andererseits am langweiligen Imagefilm „Das Vertrauen ist der Weg“ Tatjana Berkels. Stromberg entreißt seinem früheren Mobbing-Opfer das Mikrophon und offenbart erhebliche Entertainer-Qualitäten unter dem Motto: „Menschen wie du und ich“. Weil nebenan auf der Hochzeitsfeier von Jennifers „Ex“ (mit Johanna Wieking als lebensfroher Mina) entschieden mehr los ist, holt Stromberg kurzerhand deren DJ Günni ‘rüber: „Lass das mal den Papa machen“ wird zum Ohrwurm der ausgelassenen Fete.
Die für Stromberg an der Seite des von seiner Aktion vollauf begeisterten Klinkhammers in einem Edelpuff endet als Belohnung für seine Bereitschaft, die Rationalisierungspläne der Capitol-Spitze den Kollegen in unterhaltsamer Weise zu verkaufen. Doch aus seiner neu entflammten Liebe zu Jennifer lässt er selbst das attraktive Escortgirl Helena abblitzen. Der desavouierte Spießer-Vorstand setzt ihn sogleich vor die Tür, woraufhin „Papa“ eine öffentlichkeitswirksame Protestaktion anführt, die ihn als selbst ernannten Arbeiterführer nicht nur in die TV-Nachrichten spült, sondern – an der Seite Frank-Walter Steinmeiers – bis in die Führungsetage des Berliner Willy-Bandt-Hauses…
Nach der BBC-Erfolgsserie „The Officer“ von und mit Ricky Gervais, zwischen 2001 und 2003 in Großbritannien in zwei Staffeln ausgestrahlt, schrieb Ralf Husmann für Pro Sieben die deutsche Bürowelt-Satire „Stromberg“, die es von 2004 bis 2012 auf fünf Staffeln brachte. Mittels Crowdfunding brachte Brainpool im Jahr darauf das Kapital für eine gut zweistündige, großartig besetzte Kinofassung zusammen, die in Köln, Arnsberg (Dorint-Hotel), Düsseldorf (Schloss Garath) und Berlin gedreht wurde. Uraufgeführt am 18. Februar 2011 im Cinedom Köln begeisterte „Stromberg – Der Film“ nach dem Kinostart über 1,5 Millionen Besucher. Pro Sieben sorgte am 25. Oktober 2015 für die Free-TV-Premiere.
Pitt Herrmann