Villa Henriette

Österreich Schweiz 2004 Spielfilm

Inhalt

Verfilmung des gleichnamigen Roman von Christine Nöstlinger: Marie, ein zwölfjähriges Mädchen, lebt zusammen mit ihrer Familie in der liebevoll gestalteten Villa Henriette. Das Mädchen hat eine besondere Beziehung zu dieser Villa. Für sie ist das Gebäude, im Gegensatz zu den kuriosen Familienmitgliedern, eine Person mit der sie sprechen kann und die ihre Teenagerprobleme versteht. Eines Tages verliert Maries Großmutter ihr Geld an einem Gauner und der Villa droht die Zwangsversteigerung. Um das zu verhindern, lässt sich Marie einiges einfallen.

 

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Heinz17herne
Heinz17herne
Die zwölfjährige Marie lebt in einem ziemlich eigenwilligen Haus, das mit seiner efeubewachsenen, geheimnisvollen Fassade und dem verwilderten Garten der Nüchternheit der umliegenden Neubauten trotzt. Wie ihre Großmutter glaubt auch Marie, dass das Haus ein Eigenleben hat. Ihre Mutter, eine im realen Leben stehenden Stewardess, hat für die Marotten des Hausers und ihrer Schwiegermutter, die ihr ganzes Geld in unverkäufliche Erfindungen steckt, wenig Verständnis. Maries Vater, ein Archäologe, scheint ganz im alten Ägypten zu leben, ist in Wirklichkeit aber arbeitslos und verbringt seine Zeit im Kaffeehaus. Seine Schwester Olli, die auch im Haus wohnt, ist eine Möchtegern-Poetin, die sich in der Attitüde der unverstandenen Künstlerin gefällt.

Großmutters exzentrischer Bruder Albert, der sich, etwas schwerhörig, nur um seine Blumen zu kümmern scheint, vervollständigt die eigenbrötlerische Wohngemeinschaft. Doch nicht ganz, denn für Marie sind auch der sprechende Kühlschrank, der neurotische Mülleimer, welcher sich einbildet, ein Autobus zu sein, und die seltsamen Erfindungen, die das Haus dominieren, ein Teil ihrer Familie.

Großmutter präsentiert eine neue Erfindung, in die sie ihre letzten Mittel investiert hat: ein sich selbst aufladender elektrischer Tretroller. Er ist ihre einzige Hoffnung, endlich ans große Geld zu kommen, mit dem sie dringend notwendige Reparaturen am Haus durchführen will. Eine präpotente Immobilienspekulantin platzt eines Tages ins Haus und eröffnet Marie, dass es zur Versteigerung ausgerufen ist. Denn Großmutter kann die 200.000 Euro, die sie bei der Bank zur Finanzierung ihrer „Ideen“ über Jahre aufgenommen hat, nicht zurückzahlen.

Als würde dieser Schock nicht genügen, entsteht auch noch zwischen Maries Freunden Konrad und Stefan ein erbitterter Konkurrenzkampf um ihre Gunst. Marie kann weder den von seiner wohlhabenden Familie verwöhnten Konrad, dem sie für die Nachprüfung in Mathematik Nachhilfestunden gibt, im Stich lassen, noch will sie auf die Freundschaft des kecken, cleveren und lustigen Stefan verzichten müssen.

Es stellt sich heraus, dass Großmutter einem Betrüger, Lenz Feininger, aufgesessen ist. Der Traum vom Geschäftserfolg platzt wie eine Seifenblase. Das Geld ist weg, die Versteigerung des Hauses scheint unabwendbar. Die Familienmitglieder resignieren, schauen sich nach neuen Wohnungen um. Für Marie aber ist dieses Haus viel mehr als nur ein Zuhause. Sie gibt nicht auf und kämpft mit aller Kraft und Phantasie, mit tatkräftiger Unterstützung ihrer Freunde und sogar des Hauses bis zuletzt, um ihr geliebtes Heim vor dem Abriss zu retten...

Die erfolgreiche Kinderbuchautorin Christine Nöstlinger konnte für das Projekt der Verfilmung ihres Romans „Villa Henriette“ so begeistert werden, dass sie sogar eine kleine Nebenrolle (als Hausmeisterin) übernommen hat. Ihre unangepassten, durchweg liebenswerten Charaktere wurden in ihren Grundzügen übernommen und durch ein weiteres „Familienmitglied“ ergänzt: die Villa mit menschlichen Reaktionen (der Nina Hagen ihre unverwechselbare Stimme verleiht), in Kombination mit einem therapeutischen Kühlschrank. Sie werden in Milan Dors Drehbuch zu Verbündeten von Marie.

Regisseur Peter Payer hat mit viel Wiener Schmäh und einer hochkarätigen Besetzung ein so spannendes wie amüsantes Kinoerlebnis für Kinder ab acht Jahren und die ganze Familie gedreht. Die Produktion von Katja Dor, Brigitte Hofer, Erich Lackner und Fiona Meisel ist am 15. August 2006 im ORF erstausgestrahlt worden, ein Termin im deutschen Fernsehen ist mir nicht bekannt.

Pitt Herrmann

Credits

Alle Credits

Länge:
2399 m, 88 min
Format:
35mm, 1:2,35
Bild/Ton:
Farbe, Dolby SR
Prüfung/Zensur:

FSK-Prüfung (DE): 25.04.2005, 102237, ohne Altersbeschränkung / feiertagsfrei

Aufführung:

Uraufführung (AT): 03.12.2004, Wien;
Kinostart (DE): 30.06.2005

Titel

  • Originaltitel (AT CH) Villa Henriette

Fassungen

Original

Länge:
2399 m, 88 min
Format:
35mm, 1:2,35
Bild/Ton:
Farbe, Dolby SR
Prüfung/Zensur:

FSK-Prüfung (DE): 25.04.2005, 102237, ohne Altersbeschränkung / feiertagsfrei

Aufführung:

Uraufführung (AT): 03.12.2004, Wien;
Kinostart (DE): 30.06.2005