Und über uns der Himmel

Und über uns der Himmel

Deutschland (West) 1947, Spielfilm

Inhalt

In diesem ersten deutschen Film, der nach dem Zweiten Weltkrieg in der amerikanischen Besatzungszone gedreht wurde, kehrt der ehemalige Kranführer Hans Richter nach Berlin in seine halb zerstörte Wohnung zurück, wo er eine verwitwete Frau mit ihrem Kind vorfindet. Aus Angst vor einer arbeits- und chancenlosen Zukunft beginnt er auf dem Schwarzmarkt zu handeln und sich durch Schiebergeschäfte ein kleines Vermögen aufzubauen. Doch als auch sein Sohn zurückkehrt, der durch eine Kriegsverletzung vorübergehend erblindet ist und die Geschäfte seines Vaters moralisch verurteilt, findet er wieder auf den "rechten Weg" zurück.

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Selbst in Trümmern noch ein Allerweltskerl

Wer möchte nicht die Hände über dem Kopf zusammenschlagen bei diesen Bildern aus dem zerbombten Berlin! 1947 - kein Stein ist mehr auf dem anderen, kein Schornstein raucht mehr, keine Fassade steht - eine Stadt in totaler Agonie. Der Kranführer Hans Richter (Hans Albers) kann es nicht fassen, als er seine alte Wohnung ausgebombt vorfindet. Wie soll das Leben weitergehen? Lehrer Heise (abgemagert und kaum wiederzuerkennen: Otto Gebühr) bringt es auf den Punkt: „Was haben wir schon noch vom Leben zu erwarten?“ Doch darauf lässt sich der Film nicht ein. Albers ist voller Energie und Hoffnung, er packt an, er schwingt den Hammer, er küsst die kesse Mizzi einfach mal so („Ich sollte mir das abgewöhnen“, sagt er zu sich selbst), er ist nicht unterzukriegen - doch er lässt sich mit Schiebern und Schwarzmarktgaunern ein. Plötzlich hat er alles, andere haben nichts. Der moralische Preis jedoch ist hoch. Sein Sohn (Paul Edwin Roth) wendet sich von ihm ab, will nichts mehr mit seiner „Verkommenheit“ zu tun haben. Bis hierher haben die Szenen Rhythmus, Schwung, lassen Fantasie zu, sogar Leidenschaft. Albers ist einfach ein prima Schauspieler und ein geschickter Film-Fahrensmann. Aber nach und nach verliert der Film an Geschlossenheit, vielleicht weil dem ungarischen Regisseur Josef von Baky die „Läädenschoft“ (Brauner) abhanden kam? Meisterlich jedoch vom ersten bis zum letzten Bild bleibt Kameramann Werner Krien, der eben nicht routiniert herunterfilmt, sondern uns Perspektiven bietet: so sehen wir die Reaktionen von Mizzi in einer Spiegelscherbe, Albers Gesicht in der Reflektion der "Haiti"-Bartheke. Krien setzt Licht in die Schatten, die Ruinen scheinen eine dritte Dimension zu gewinnen. Albers Augenpartie wird aus dem Dunkel so herausmodelliert, dass man - trotz schwarz-weiß - seine blauen Augen zu sehen meint. Das sollte erstmal jemand nachmachen.

Credits

Alle Credits

Regie:Josef von Baky
Regie-Assistenz:Wolfgang Becker
Drehbuch:Gerhard Grindel
Kamera:Werner Krien
Standfotos:Horst Philipp
Bauten:Emil Hasler, Walter Kutz
Schnitt:Wolfgang Becker
Ton:Gustav Bellers
Musik:Theo Mackeben
Liedtexte:Michael Freytag
  
Darsteller: 
Hans AlbersHans Richter
Lotte KochEdith Schröder
Paul Edwin RothWerner Richter
Annemarie HaseFrau Burkhardt
Heidi ScharfMizzi
Ralph LotharFritz
Herbert StassWalter
Otto GebührLehrer Heise
Elsa WagnerDessen Frau
Hellmut HelsigHarry
Marianne LutzHelga
Ursula Barlen
Ludwig Linkmann
Reinhold Bernt
Erwin Biegel
Erich Dunskus
Karl Hannemann
Alfred Maack
Richard Miersch
Gustav Püttjer
Walter Strasen
  
Produktionsfirma:Objektiv-Film GmbH (Berlin)
Produktionsleitung:Richard König
Aufnahmeleitung:Willy Herrmann
Länge:2810 m, 103 min
Format:35mm, 1:1,37
Bild/Ton:s/w, Ton
Prüfung/Zensur:Alliierte Militärzensur (DE): 11.1947
Aufführung:Uraufführung (DE): 27.02.1948, Hamburg

Titel

Originaltitel (DE) Und über uns der Himmel

Fassungen

Original

Länge:2810 m, 103 min
Format:35mm, 1:1,37
Bild/Ton:s/w, Ton
Prüfung/Zensur:Alliierte Militärzensur (DE): 11.1947
Aufführung:Uraufführung (DE): 27.02.1948, Hamburg