Die Christel von der Post

Die Christel von der Post

BR Deutschland 1956, Spielfilm

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Hokuspokus in Rothenburg

Es war sicher nicht ganz leicht, zu den meistgefragten Darstellern in den fünfziger Jahren zu gehören. Die Drehbücher forderten musikalisches Talent ein. Fritsch ohne Gesang - nur die halbe Miete. Ziemann ohne Trällern und Tanz - undenkbar. Und Biederstaedt? Was konnte er? Hier nun mimt er einen Trompeter, der so berühmt ist, dass man ihm in Rothenburg ob der Tauber hinterher lief und um Autogramme anging. Nun weiß natürlich jeder, dass Trompetengeschmetter nicht vom Himmel fällt. Also wird synchronisiert. Da hat der Zuschauer Spaß an der Freud‘, wenn der Biederstaedt am Mundstück einer Trompete sabbelt, und wir doch alle wissen, dass er realiter keinen eigenen Ton herausbringt. Singen konnte er auch nicht - also wurde ihm auch hier eine fremde Stimme unterlegt. Wahrscheinlich war es sein jungenhaftes Lachen, das ihn auf die Besetzungslisten brachte. Was tönte noch? Die Hammondorgel. Sie taucht in (fast-) allen frühen Ulrich-Filmen auf. Die Orgel gehört zu den 50er Jahren wie die Mandoline zum Mondschein. Vielleicht, weil sie zum Muff in den Wohnzimmern passte? Italien ist auch Thema. Ein italienischer Wirt in Rothenburg, der nicht zurecht kommt. In der Hand die obligate bast-gebundene Schianti-Flasche. Die Deutschen lernten das Pizzaessen gerade... Die Musik kommt dieses Mal vom RIAS-Tanzorchester, was sehr viel weniger betulich klingt als der übliche Egon Kaiser „mit seinen Solisten“. Hörbiger spielt den flatternden Hoteldirektor, Carl Wery poltert herzlich, Gunter Philipp springt herum wie ein Gummiball, ohne dass sich ein Lacher ereignet. Regisseur Karl Anton hätte es früher merken können: hier läuft nichts, dafür alles aus dem Ruder. Eine schöne mittelalterliche Stadt wird zur Kulisse für einen auf CinemaScope aufgeblasenen Marischka Drehbuch-Schmarrn. Erfreulich ein kleiner Schuss Pfeffer. Philipp schreibt an den Hoteldirektor: „Vielleicht können Sie Ihr Hotel mit dem Kalk renovieren, den Sie im Gehirn haben.“

Credits

Regie:Karl Anton
Drehbuch:Franz Marischka
Kamera:Willi Sohm
Schnitt:Annemarie Rokoss
Musik:Werner Müller
  
Darsteller: 
Gardy GranassBriefträgerin Christel Werner
Hardy KrügerKriminalassistent Horst Arndt
Claus BiederstaedtMecky Doppler
Paul HörbigerHotelbesitzer Ferdinand Brenneis
Hannelore BollmannRita Hohenfeld
Gunther PhilippPoldi Blaha
Carl WeryKriminalkommissar Egon Hanke
Carla HagenBriefträgerin Ruth Bornemann
Lotte RauschWirtschafterin Ella Lenz
Ludwig Manfred LommelBotaniker Prof. Manfred Hummel
Karl HellmerHotelportier Pelzer
Wolfgang NeussGardrobier Klabuschke
Stanislav LedinekGartenlokalbesitzer Antonio
Hilde von StolzAnni Klewinski
Wulf RittscherGeneraldirektor Klewinski
Gretl TheimerFrau Klewinski
Hans Schwarz Jr.Hausdiener Franz
Bruno W. PantelOtto
Erna Haffner
RIAS-Tanzorchester
  
Produktionsfirma:Berolina-Film GmbH (Berlin)
Produzent:Kurt Ulrich

Alle Credits

Regie:Karl Anton
Regie-Assistenz:Franz Marischka, Dieter Renner
Script:Annemarie Scheu
Drehbuch:Franz Marischka
Kamera:Willi Sohm
Kameraführung:Hannes Fuchs
Kamera-Assistenz:Wolfgang Hannemann
Standfotos:Richard Wesel
Licht:Otto Schulze
Bauten:Hanns H. Kuhnert, Paul Markwitz
Requisite:Günter Franke, Günter Beer
Maske:Fredy Arnold, Maria Westhoff
Kostüme:Walter Salemann, Trude Ulrich
Schnitt:Annemarie Rokoss
Ton:Heinz Garbowski
Musik:Werner Müller
Dirigent:Werner Müller
Solist:Horst Fischer (Trompete), Heinrich Riethmüller (Hammond-Orgel)
Gesang:Cornel-Trio, Willy Hagara, Kurt Reimann, Die Sunnies (DE), Die Schöneberger Sängerknaben
Liedtexte:Hans Bradtke
  
Darsteller: 
Gardy GranassBriefträgerin Christel Werner
Hardy KrügerKriminalassistent Horst Arndt
Claus BiederstaedtMecky Doppler
Paul HörbigerHotelbesitzer Ferdinand Brenneis
Hannelore BollmannRita Hohenfeld
Gunther PhilippPoldi Blaha
Carl WeryKriminalkommissar Egon Hanke
Carla HagenBriefträgerin Ruth Bornemann
Lotte RauschWirtschafterin Ella Lenz
Ludwig Manfred LommelBotaniker Prof. Manfred Hummel
Karl HellmerHotelportier Pelzer
Wolfgang NeussGardrobier Klabuschke
Stanislav LedinekGartenlokalbesitzer Antonio
Hilde von StolzAnni Klewinski
Wulf RittscherGeneraldirektor Klewinski
Gretl TheimerFrau Klewinski
Hans Schwarz Jr.Hausdiener Franz
Bruno W. PantelOtto
Erna Haffner
RIAS-Tanzorchester
  
Produktionsfirma:Berolina-Film GmbH (Berlin)
Produzent:Kurt Ulrich
Produktionsleitung:Heinz Willeg, Karl Mitschke
Aufnahmeleitung:Walter Dettmann
Dreharbeiten:: Rothenburg ob der Tauber und Umgebung, Waldbühne Berlin
Erstverleih:Constantin-Filmverleih GmbH (Frankfurt am Main)
Länge:2811 m, 103 min
Format:35mm, 1:2,35 (CinemaScope)
Bild/Ton:Eastmancolor, Mono
Prüfung/Zensur:FSK-Prüfung (DE): 27.11.1956, 13388, ab 12 Jahre / nicht feiertagsfrei
Aufführung:Uraufführung (DE): 20.12.1956, Hannover, Weltspiele;
TV-Erstsendung (DE): 12.04.1971

Titel

Originaltitel (DE) Die Christel von der Post

Fassungen

Original

Länge:2811 m, 103 min
Format:35mm, 1:2,35 (CinemaScope)
Bild/Ton:Eastmancolor, Mono
Prüfung/Zensur:FSK-Prüfung (DE): 27.11.1956, 13388, ab 12 Jahre / nicht feiertagsfrei
Aufführung:Uraufführung (DE): 20.12.1956, Hannover, Weltspiele;
TV-Erstsendung (DE): 12.04.1971
 

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