Biografie
Vlad Ogay, geboren als Vladislav Ogay am 10. Juli 1981, studierte an der Moskauer Kunsttheaterschule und arbeitet seitdem als Bühnen-, Kostüm- und Szenenbildner sowie Ausstatter in Theater und Film.
Am Theater hat er Bühnenbilder und Kostüme für so unterschiedliche Produktionen wie Molières "Der Menschenfeind" (2018) am Gogol-Center in Moskau, Shakespeares "Ein Sommernachtstraum" (2021) am Lettischen Nationaltheater in Riga oder Vladimir Sorokins "Der Schneesturm" (2025) am Düsseldorfer Schauspielhaus entworfen.
Als bildender Künstler schafft Vlad Ogay Installationen und Readymades und setzt sich mit kultureller Identität, Sozialkritik und kollektivem Gedächtnis auseinander. Seine Werke wurden in der Einzelausstellung "Crucifixions" in der CUT ART Gallery in Riga (2023) sowie in Gruppenausstellungen wie "Artists Against the Kremlin" (2024) in den Kunstzentren Vrij Paleis und De Balie in Amsterdam gezeigt und waren auf wichtigen Kunstmessen wie Contemporary Istanbul, (Un)fair Milano und SCOPE Art Fair, Miami Beach vertreten.
Für Fernsehen und Film hat Ogay ab Ende der 2000er-Jahre als Szenenbildner an einigen Fernsehserien mitgewirkt, ab 2015 gefolgt von Spielfilmen wie der Actionreihe "Neulovimye" ("The Elusives", 4 Filme, RU 2015/2016), "Tvar" ("Evil Boy", RU 2019) und "Varavva" ("Barabbas", RU 2019) und. Im Jahr 2020 war er Ausstatter beim Horrorfilm "Yaga" ("Baba Yaga", RU) und Szenenbildner (gemeinsam mit Dmitry Tatarnikov) bei Vadim Perelmans Holocaust-Drama "Persischstunden" (RU/DE/BY) nach einer Erzählung von Wolfgang Kohlhaase, der bei der Berlinale uraufgeführt wurde.
Insbesondere seine Zusammenarbeit mit dem Regisseur Kirill Serebrennikov ab dem Cannes-Wettbewerbsbeitrag "Petrov's Flu" (RU/FR/CH/DE 2021), bereitete den Weg für Ogays internationale Filmlaufbahn. Mit Serebrennikov drehte er in den folgenden Jahren "Tchaikovsky's Wife" (RU/CH/FR 2022) und das Poeten-Biopic "Limonov: The Ballad" (IT/FR/ES 2024) mit Ben Whishaw in der Hauptrolle, das ebenfalls im Cannes-Wettbewerb lief. Auf mehreren Festivals preisgekrönt, darunter mit dem C.I.C.A.E.-Award bei der Berlinale 2022, wurde zudem Michael Borodins sozialkritisches Drama "Convenience Store" (RU/SI/TR/DE).
Infolge der politischen Ereignisse entschied sich Vlad Ogay im Februar 2022, Russland zu verlassen, um seine persönliche wie künstlerische Freiheit bewahren zu können.
Für sein Szenenbild zu Serebrennikovs europäisch-amerikanischer Ko-Produktion "Das Verschwinden des Josef Mengele" mit August Diehl in der Hauptrolle, über das Leben des untergetauchten NS-Verbrechers Mengele in Lateinamerika, wurde Vlad Ogay für den Deutschen Filmpreis 2026 nominiert.