Zum 100. Jubiläum: Murnaus "Faust" mit Vortrag und Buchpräsentation im Münchner Filmmuseum

Am kommenden Sonntag, 25.10., um 17.00 Uhr präsentiert das Münchner Filmmuseum F.W. Murnaus "Faust. Eine deutsche Volkssage" mit Live-Musikbegleitung sowie Vortrag und Buchpräsentation der "Faust Bibel" von MUBI Editions.

 

Der Stummfilm "Faust. Eine deutsche Volkssage" von Friedrich Wilhelm Murnau hatte vor 100 Jahren seine Premiere. Geprägt von Romantik und Expressionismus, inspiriert von alten Volkssagen und der Malerei Rembrandts sowie durchdrungen von metaphysischen Landschaften, besticht "Faust" durch die enorme Ambition seiner visuellen Effekte. Zum Abschluss der Dreharbeiten überreichten die Mitwirkenden von "Faust" Murnau ein besonderes Abschiedsgeschenk: Eine Art visuelles Tagebuch mit Fotografien und Originalzeichnungen, das die Entstehung des legendären Films nahezu Schritt für Schritt dokumentiert, eingebunden in ein Requisit des Films, die großformatige Bibel, die Faust vor seinem Pakt mit Mephisto verbrennt. 

Bei der Filmvorführung am Sonntag um 17.00 Uhr stellt MUBI Editions das eindrucksvolle Buch im Filmmuseum vor. Stefan Drößler hält einen illustrierten Vortrag zur Produktionsgeschichte von "Faust". Der Film wird live begleitet Sabrina Zimmermann & Mark Pogolski.

"Faust. Eine deutsche Volkssage"
Deutschland 1926
R: Friedrich Wilhelm Murnau | Buch: Hans Kyser | Kamera: Carl Hoffmann | Besetzung: Gösta Ekman, Emil Jannings, Camilla Horn, Frida Richard, Wilhelm Dieterle, Yvette Guilbert, Hanna Ralph | 105 min | OmeU 

Die Produktion von F.W. Murnaus Filmklassiker "Faust", einem Renommé-Projekt der Ufa, verlief keineswegs harmonisch: Der ursprünglich vorgesehene Regisseur Ludwig Berger wurde gegen F.W. Murnau ausgetauscht, die vorgesehene Hauptdarstellerin Lillian Gish sagte ab, Produzent Erich Pommer wurde während der Dreharbeiten entlassen, F.W. Murnau, Emil Jannings und der Komponist der vorgesehenen Begleitmusik Ernö Rapée reisten lange vor der offiziellen Premiere des Films ab, weil sie Engagements in den USA annahmen. Die von Gerhart Hauptmann verfassten Zwischentitel konnten nach Protesten von Drehbuchautor Hans Kyser nicht verwendet werden. Sie wurden in der Rekonstruktion des Filmmuseums München erstmals in den Film eingefügt.

Quelle: www.muenchner-stadtmuseum.de/film