Zwischen Frankfurt und der Welt: Zehn Filme im Regionalen Wettbewerb des 19. LICHTER Filmfest

Das Programm des Regionalen Langfilmwettbewerbs des 19. LICHTER Filmfest Frankfurt International (28. April - 3. Mai 2026) steht fest – und es ist so vielfältig wie das Filmschaffen der Region selbst. Vier Weltpremieren, zwei Deutschlandpremieren und vier Hessenpremieren versprechen ein cineastisches Abenteuer voller überraschender Perspektiven und künstlerischer Handschriften.

 

Die zehn ausgewählten Filme eröffnen Einblicke in unterschiedlichste Lebensrealitäten – von Frankfurter Milieustudien über intime Künstlerporträts bis hin zu interkontinentalen Begegnungen – und zeigen zugleich die wachsende Bedeutung des hessischen Filmschaffens über die Region hinaus. Alle Werke wurden in Hessen oder dem Rhein-Main-Gebiet gedreht oder (ko-)produziert; ihre Filmschaffenden leben oder arbeiten hier oder haben zentrale Produktions- und Postproduktionsschritte in der Region realisiert. Sieben Filme des Wettbewerbs wurden von Hessen Film & Medien gefördert.

Auffällig ist in diesem Jahr die starke Präsenz von Spielfilmen, die erstmals die Einreichungen dominieren und sich auch in der Auswahl deutlich widerspiegeln. Im Zentrum stehen Werke wie "Der Heimatlose" von Kai Stänicke mit Schauspielerin Emilia Schüle, ein eindringliches Drama über Identität und Erinnerung auf einer Nordseeinsel, das in Frankfurt spielende Drama "Drei Leben lang" von Felicitas Korn, das drei miteinander verwobene Schicksale in der Mainmetropole erzählt, sowie "Ein Abend im Dezember" von Matthias Kreter, ein groteskes Kammerspiel um ein aus dem Ruder laufendes Adventsdinner in einem Frankfurter Reihenhaus. Mit "Redoubt" präsentiert der schwedische Künstler und Regisseur John Skoog, Professor an der Kunsthochschule Mainz, eine hypnotische Parabel über Angst und Selbstbehauptung während des Kalten Krieges. "Sorry Momo", das Debüt des Darmstädter Regisseurs Dennis Baumann, erzählt von einer jungen Frau, die sich in ihrer Wohnung vor der Welt zurückzieht und sich plötzlich mit ihrer Vergangenheit konfrontiert sieht.

Ergänzt wird das Programm durch Dokumentarfilme wie Sung-Hyung Chos "Die Eulenspieglerin: Ulrike Rosenbach", ein Porträt der Videokunst-Pionierin, sowie "Fat Years of Fatmull" von Maxi Buck, das eine nordhessische Metal-Band zwischen Proberaum, Alltag und großen Träumen begleitet. Mit "Ensemble Modern – Why We Play" richtet Thorsten Schütte den Blick auf eines der weltweit bedeutendsten Ensembles für Neue Musik und dessen kreative Arbeit im Frankfurter Ostend. Internationale Perspektiven eröffnen "I'm Not an Actor" von Aditya Kripalani, der Frankfurt und Mumbai über eine ungewöhnliche digitale Begegnung zweier Menschen miteinander verbindet, sowie "In Case We Never Meet Again" von Noaz Deshe – eine intime Beobachtung von Beziehungen und Familienleben zwischen Kanada und der Ukraine im Schatten des Krieges.

Der Regionale Langfilmpreis der Dr. Marschner Stiftung ist mit 3.000 Euro dotiert. Bei allen Premierenvorstellungen sind die Filmschaffenden persönlich anwesend, um ihre Werke dem Publikum vorzustellen – eine Gelegenheit für Begegnungen und Gespräche, die den Charakter des LICHTER Filmfests als Publikumsfestival prägen.

LICHTER Spezial: internationale und lokale Perspektiven
Auch abseits des Wettbewerbs sind regionale Filme zu entdecken: Im LICHTER Spezial läuft unter anderem das von der Offenbacher Firma Revnard Films koproduzierte Libanon-Liebesepos "A Sad and Beautiful World", die Dokumentation "BONEY M: Disco. Macht. Legende.", die als Festivalpremiere in Zusammenarbeit mit der ARD zu sehen ist und Aufstieg, Konflikte und Erfolge der von Frank Farian im Rhein-Main-Gebiet produzierten Disco-Ikonen nachzeichnet, Jule Krachts einfühlsames Porträt "Das Knistern der Regenwürmer" als Weltpremiere, das Rüsselsheimer Kinder mit unterschiedlichen Fähigkeiten beim Entdecken von Kunst und Bewegung begleitet, sowie die Webserie "INSIDE: Bahnhofsviertel", die bei LICHTER ihre Kinopremiere feiert und in der YouTube-Star Tomatolix (Felix Michels) eine Woche lang die Lebensrealitäten des Frankfurter Bahnhofsviertels erkundet.

Festivalkontext und Filmkongress
Neben regionalen Langfilmen präsentiert das 19. LICHTER Filmfest vom 28. April bis 3. Mai ein internationales Filmprogramm zum Thema "Kunst", Highlights des bundesdeutschen Filmschaffens in der Sektion "Zukunft Deutscher Film" sowie Kurzfilme aus Hessen und dem Rhein-Main-Gebiet.

Mit über 100 Filmbeiträgen in den verschiedenen Sektionen, Videokunst beim Lichter Art Award, Virtual-Reality-Produktionen des VR Storytelling Award sowie Konzerten, Partys und Branchentreffen versteht sich das Festival als offenes Forum für Film, Kunst und gesellschaftliche Debatten. Parallel dazu findet vom 29. April bis 2. Mai 2026 der filmpolitische Kongress Zukunft Deutscher Film statt, der Frankfurt erneut zu einem wichtigen Treffpunkt für filmkulturelle Debatten macht.

Das bereits bestätigte Gästefeld reicht von den Regisseuren Faraz Shariat, Dominik Graf und Ulrich Köhler über Schauspielerin Maren Eggert und Kunsttheoretiker Bazon Brock bis hin zur Politikwissenschaftlerin Nicole Deitelhoff, der früheren Bundespräsidentschaftskandidatin Gesine Schwan, Publizist Harald Welzer und Produzentin, Regisseurin und Autorin Saralisa Volm. Ergänzt wird das Programm durch den Künstler Liam Young, die Philosophin und Futuristin Maya Van Leemput, den Tech- und Kulturkritiker Paris Marx, Popmusiker Frank Spilker sowie die Philosophin Catrin Misselhorn. Auch ZDF-Nachrichtenikone Claus Kleber wird erwartet.

Durch diese Verbindung von Festival und Kongress treffen die vor Ort anwesenden Filmschaffenden auf ein außergewöhnlich breites Spektrum prominenter Stimmen aus Kunst, Politik und Wissenschaft – eine Frankfurter Besonderheit, die das LICHTER Filmfest bundesweit bekannt gemacht hat.

Quelle: www.lichter-filmfest.de