SuperTex - Eine Stunde im Paradies

Deutschland Niederlande 2002/2003 Spielfilm

Inhalt

Max und sein Bruder Boy sind die Sprösslinge einer wohlhabenden jüdischen Unternehmerfamilie. Während der angepasste Boy ein Leben im Sinne des patriarchalischen, traditionsbewussten Vaters führt, versucht Max, der sich nach einer Veränderung seines Lebens sehnt, gegen den übermächtigen Vater zu revoltieren. Als der Vater jedoch einen schweren Unfall erleidet, sind die Brüder gezwungen, ihre Haltungen und Lebenspläne neu zu überdenken.

 

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Heinz17herne
Heinz17herne
Das Leben meint es gut mit dem selbstbewussten und weltoffenen Max Breslauer. Über Geld muss sich der erstgeborene 30-jährige Spross einer Amsterdamer jüdischen Familie keine Sorgen machen. Sein Vater Simon Breslauer, ein polnischer Jude und Überlebender des Holocaust, hat es zu etwas gebracht. Er ist, unterstützt von seiner Frau Dora, Chef und Inhaber von Supertex, dem führenden Anbieter von Billigkleidung in Holland.

Max revoltiert gegen die übergroße, dominante Vaterfigur, will raus aus dessen Schatten und raus aus der Firma, deren traditionelles Geschäftsgebahren in Zeiten der Globalisierung seiner Ansicht nach veraltet ist. Seine Freundin Esther zieht es derweil zu den „Wurzeln“ nach Israel. Max reist ihr nach, kann sich auf Dauer aber kein Leben außerhalb Europas vorstellen. Der tragische Unfall des Pater Familias, der sich mit der blonden Polin Maria eine attraktive Geliebte hält, macht seine Lebensentwürfe zur Makulatur: Max muss sich neu entscheiden...

Doch zunächst versucht er, seinen jüngeren Bruder Benjamin „Boy“ Breslauer in der väterlichen Firma zu etablieren. Zumal der in die Familie eines schwerreichen, mit Simon befreundeten Kanaldeckel-Fabrikanten (Paraderolle für Otto Tausig) einheiraten soll – ob er will, oder nicht. Ein Auftrag in Marokko wird für Boy ökonomisch zum Fiasko: Ausgeraubt landet er in einem Basar beim jüdischen Händler David und beschließt, an der Seite seiner schweigsamen Tochter Sulamith ein neues Leben zu beginnen – und reüssiert als Mobilklo-Betreiber für die Touristen in Fez.

Auf sich allein gestellt und von seiner Mutter mit allen Vollmachten ausgestattet, will Max das Unternehmen verkaufen. Erst im letzten Moment besinnt er sich auf die eigene Stärke und schlägt ein neues „Supertex“-Kapitel auf. Ob auch an der Seite der Geliebten seines Vaters, wie in Leon de Winters Roman, lässt Jan Schütte freilich offen.

„Eine Stunde im Paradies“, so der Untertitel, ist zum einen das vielschichtige Porträt einer Familie in der Zerreißprobe, eine intelligent inszenierter Vater-Sohn-Konflikt. Zum anderen erzählt der hochkarätig besetzte, mit eingängiger Musik von Zbigniew Preisner unterlegte Film von Menschen in einer Umbruchsituation und vom Fremdsein in der eigenen Welt. Seit langem hat sich Jan Schütte mit dem Thema „Weggehen, um anzukommen“ befasst. Hier geht es nicht gänzlich ohne Klischees etwa über Rituale und Ränkespiele großbürgerlicher jüdischer Familien, über Beziehungsneurosen der Kinder von Holocaust-Überlebenden, über den Zwiespalt zwischen traditionellen (Israel als das gelobte Land) und emanzipierten („Juden mit Porsche“ auch noch am Schabbesmorgen) Lebensentwürfen ab.

Aber Jan Schüttes Verfilmung des gleichnamigen Bestsellers von Leon de Winter (souveräne Kamera: Edward Klosinski) hat sich durchaus zum Vorteil von der Romanvorlage emanzipiert, indem sie die Geschichte statt in episodischen Rückblicken nun chronologisch erzählt – und das mit subtilem Humor, doppelbödigem Witz und psychologischer Raffinesse.

Pitt Herrmann

Credits

Regie

Schnitt

Darsteller

Produktionsfirma

Produzent

Alle Credits

Regie

Dialog-Regie

Deutsche Dialoge

Production Design

Schnitt

Ton-Design

Casting

Darsteller

Produktionsfirma

Produzent

Co-Produzent

Herstellungsleitung

Post-Production

Dreharbeiten

    • 15.10.2002 - 15.12.2002: Amsterdam, , Nordrhein-Westfalen, Marokko
Länge:
2603 m, 95 min
Format:
35mm, 1:2,35
Bild/Ton:
Farbe, Dolby SRD
Prüfung/Zensur:

FSK-Prüfung (DE): 06.02.2004, 96875, ab 6 Jahre / feiertagsfrei

Aufführung:

Uraufführung (ES): 07.09.2003, San Sebastian, IFF;
Kinostart (DE): 11.03.2004;
TV-Erstsendung: 13.03.2006, Arte

Titel

  • Originaltitel (DE) SuperTex - Eine Stunde im Paradies
  • Originaltitel (NL) SuperTex

Fassungen

Original

Länge:
2603 m, 95 min
Format:
35mm, 1:2,35
Bild/Ton:
Farbe, Dolby SRD
Prüfung/Zensur:

FSK-Prüfung (DE): 06.02.2004, 96875, ab 6 Jahre / feiertagsfrei

Aufführung:

Uraufführung (ES): 07.09.2003, San Sebastian, IFF;
Kinostart (DE): 11.03.2004;
TV-Erstsendung: 13.03.2006, Arte