Home for Christmas

Norwegen Schweden Deutschland 2010 Spielfilm

Inhalt

Die Tragikomödie spielt an Heiligabend, tief in der norwegischen Provinz. In dem kleinen Dorf Skogli bereiten sich die Menschen auf das Fest der Liebe vor – auch wenn nicht allen der Sinn nach weihnachtlicher Besinnlichkeit steht. Während die einen liebevoll den Christbaum schmücken, macht sich bei anderen Einsamkeit breit. Zwischen ausgelassenem Bescherungstrubel und Feiertagsdepression kommt es in dem Dorf zu allerlei Ereignissen, die alltäglich sind und an diesem Abend doch etwas Besonderes bekommen. Ein Kind wird geboren und ein Reisender stirbt; eine Affäre endet und eine junge Liebe beginnt. Am nächsten Morgen ist in dem Dorf für eine Reihe von Menschen nichts mehr so, wie es vorher war.

 

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Heinz17herne
Heinz17herne
„Hjem til jul“, zum Weihnachtsfest nach Hause, steht auf einem kleinen Pappschild, mit dem Jordan vor dem Sportgeschäft des kleinen norwegischen Ortes Skogli um ein paar Münzen für das Zugticket zu seinen Eltern bittet. Aber es ist Heiligabend und alle Einkäufe für das Fest sind längst erledigt, weshalb die Fußgängerzone wie ausgestorben daliegt. Als auch die Lichter im Geschäft ausgehen, spiegelt sich die Gestalt des bärtigen Obdachlosen in einer Schaufensterpuppe im Fußballtrikot.

In seinem tragikomischen Weihnachtsfilm verschränkt der nach „Kitchen Stories“ und „O’Horten“ auch hierzulande bestens eingeführte norwegische Filmemacher Bent Hamer ein halbes Dutzend eigenständiger Geschichten auf eine Weise miteinander, die das Publikum ebenso fordert wie die alten Leute, die einen Tisch aus dem oberen Stock in Simons Häuschen in die gute Stube bugsieren, wo Jordans hochbetagte Eltern neben dem Weihnachtsbaum der Ankunft ihres Sohnes harren.

Zieht sich die Geschichte des einst erfolgreichen Fußballers, der in einem wichtigen Spiel versagte und seither von Selbstzweifeln geplagt dem Alkohol verfallen ist, nun aber am Heiligen Abend wie durch ein Wunder von einem Weihnachtsengel in Person seiner alten Jugendliebe, der Christbaumverkäuferin Johanne Jakobsen, aufgefangen wird, wie ein Roter Faden durch die Szenenfolge, so beginnt „Home for Christmas“ nicht in der norwegischen Waldeinsamkeit, sondern auf dem Kriegsschauplatz Balkan.

Der kleine Goran ist am Weihnachtsabend ausgebüxt, um aus seinem Versteck im Altar einer zerstörten orthodoxen Kirche irgendwo in Bosnien eine kleine geschnitzte Figur zu holen. Nun gilt es, noch einen Baum für diese Figur zu holen im verwilderten Gelände einer zerstörten Fabrik. Doch dort lauert der Tod auf den Jungen, der von einem Heckenschützen schon ins Zielfernrohr-Visier genommen worden ist. Wie durch ein Wunder erbarmt sich dieser angesichts des flehenden Blickes von Gorans hinzueilender Mutter (Nadja Soukup). Nach achtzig Minuten mutiert dieser zunächst solistisch aus dem Rahmen fallende Prolog zur bewegenden, wenn auch nicht kitschfrei-sentimentalen Rahmengeschichte.

Paul greift zur Selbsthilfe, als seine Frau Tone (Kristine Rui Sletterbakken) den Heiligen Abend mit ihrem neuen Freund Hroar verbringen will: Er schlüpft in die Rolle (und das Kostüm) des Weihnachtsmannes, um seine beiden Kinder selbst zu bescheren. Vor dem Schaufenster eines Modelleisenbahngeschäftes trifft die junge Muslima Bintu den um ein Jahr jüngeren Mitschüler Thomas (Morten Ilseng Risnes). Da in ihrer Familie das Weihnachtsfest nicht gefeiert wird und er behauptet, das sei bei ihm daheim auch so, lädt sie ihn ein, auf dem Dach des Hauses die Sterne zu zeigen. Bald rühren sich trotz der Kälte Schmetterlinge im Bauch.

Karin hat ihr Appartement mit Dutzenden von Teelichtern geschmückt, um ihren Geliebten Kristen stimmungsvoll zu empfangen. Es wird die erhoffte leidenschaftliche Nacht, aber sie endet abrupt mit seinem Geständnis, sich nicht von Gattin Liv (Jessica Pelligrini) und den Kindern trennen zu können: Er liebe beide Frauen gleichermaßen.

Dass ihr Gatte, der Arzt Knud, auch am Heiligen Abend Nachtdienst hat, ist Elise gar nicht recht, auch wenn die Zuschläge zur Finanzierung des neuen Eigenheims dringend gebraucht werden. Denn wieder bleibt nur Zeit für andere Kinder, in diesem Fall das Neugeborene eines Serben (Igor Necemer) und einer Albanerin (Nina Zanjani), die dem Balkankrieg entflohen sind und sich auf dem Weg zu ihrer in Schweden lebenden Schwester befinden. Das quicklebendige, gesunde Christkind, dem Knud in der Krippe einer einsam gelegenen Blockhütte zum Licht der Welt verhilft, könnte auch die Wünsche seiner Frau auf eigenen Nachwuchs erfüllen...

„Home for Christmas“ erzählt Weihnachtsmärchen von heute, voll skurrilem Humor und schicksalhafter Tragik, in denen Zärtlichkeit und Verzweiflung, Hoffnung und Versöhnung, Geburt und Tod eng beieinander liegen. Nur einige von ihnen kreuzen sich in der mitternächtlichen Christmette der kleinen Kirche von Skogli, aber alle eint Bent Hamers nur scheinbar beiläufige Art, sie zu erzählen: Erst auf den zweiten Blick erschließen sich seine zumeist optischen Verweise auf Zusammenhänge, die dem Zuschauer nicht auf dem Silbertablett präsentiert werden. Und nicht alle Geschichten werden zu Ende erzählt, was viel Raum lässt, diese in der eigenen Phantasie weiterzuspinnen. Was so recht in diese dunkle Jahreszeit passt. Deutsche Erstaufführung war am 1. Oktober 2010 beim Filmfest Hamburg, die Erstausstrahlung erfolgte am 15. Dezember 2013 auf Arte.

Pitt Herrmann

Credits

Alle Credits

Regie

Regie-Assistenz

Drehbuch

Drehbuch-Mitarbeit

Vorlage

Kamera-Assistenz

Kamera-Bühne

Bühne

Ton-Design

Ton-Assistenz

Produzent

Line Producer

Produktionsleitung

Produktions-Assistenz

Länge:
2331 m, 85 min
Format:
35mm, 16:9
Bild/Ton:
Farbe, Dolby
Prüfung/Zensur:

FSK-Prüfung (DE): 17.12.2010, 125361, ab 12 Jahre / feiertagsfrei

Aufführung:

Uraufführung (CA): 13.09.2010, Toronto, IFF;
Kinostart (DE): 02.12.2010

Titel

  • Originaltitel (DE) Home for Christmas
  • Weiterer Titel (NO) Hjem til jul
  • Weiterer Titel (SE) Hem till jul

Fassungen

Original

Länge:
2331 m, 85 min
Format:
35mm, 16:9
Bild/Ton:
Farbe, Dolby
Prüfung/Zensur:

FSK-Prüfung (DE): 17.12.2010, 125361, ab 12 Jahre / feiertagsfrei

Aufführung:

Uraufführung (CA): 13.09.2010, Toronto, IFF;
Kinostart (DE): 02.12.2010

Auszeichnungen

IFF San Sebastian 2010
  • Bestes Drehbuch