Sechzehneichen

Deutschland 2011/2012 TV-Spielfilm

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Heinz17herne
Heinz17herne
Ein Mann steht fassungslos in den noch rauchenden Trümmern seines Lebens. Seine Villa ist ausgebrannt, seine Frau und seine Tochter sind unauffindbar. Das Verhör durch den Staatsanwalt bringt allmählich Licht in das Dunkel eines „Falles“, dessen ungeheure Dimensionen erst Stück für Stück offenbar werden – in der Rückschau des Familienvaters. Nils Eichhorn lebt mit Gattin Laura und Tochter Fanny (Tarja bzw. Tove Loos) in Frankfurt am Main. Es geht ihnen beruflich wie privat gut, das Glück könnte perfekt sein, wäre da nicht Lauras Husten. Ihre allergischen Anfälle werden immer schlimmer und so sucht Nils eine Möglichkeit, der schlechten Großstadt-Luft zu entkommen. Er findet sie über den Makler Konstantin auf dem Land, genauer gesagt in einer idyllisch gelegenen, weitläufigen „Gated Community“

Gleich nach ihrem Einzug werden die Eichhorns zu einer Party für Neuankömmlinge eingeladen. Während Nils im Kreis der Männer um den unmittelbaren Nachbarn Ansgar (Anatole Taubman) und den Arzt Ludwig sogleich Anschluss findet und sich wie im Paradies wähnt, fremdelt Laura noch mit der doch arg abgehobenen weiblichen Gesellschaft um Valerie, Marlene und Sophie (Stephanie Eidt): „Was sind das denn für Leute hier?“

Eines späten Abends zappt Nils wahllos durchs Fernsehprogramm, bis er im „Sechzehneichen“-Hauskanal „Metropolis“ auf heiße Sexszenen stößt – mit der grazilen Nachbarsgattin Marlene. Was ihn freilich wenige Tage später noch stutziger macht ist die Live-Übertragung einer Schönheitsoperation, die offenbar in Ludwigs Haus und damit in unmittelbarer Nachbarschaft vorgenommen wird. Nils wird ganz anders und er zappt rasch weiter. Ohne das Gesehene zu hinterfragen.

Im Gegenteil: er lässt sich in der Nacht zu einem konspirativen Männertreff überreden – und zur Aufnahmeprüfung auf glattem Parkett durch eine vermummte Schlittschuhläuferin verführen. Nils besteht sie unter großem Beifall – und unter der Bedingung, dass er seine selbstbewusste Frau Laura, die im jungen Tim (Jonas Nay) inzwischen einen Tennispartner gefunden hat und sich ansonsten von der Gemeinschaft nach Möglichkeit separiert, zu einem so seelenlos-abgerichteten Wesen dressiert wie es die anderen Community-Mitglieder mit ihren Gattinnen getan haben. Bei der Widerspenstigen Zähmung versprechen Ludwig & Co tatkräftige Hilfe. Als Lauras Schwester Ella zu Besuch kommt, kann Nils sie der sexhungrigen Meute als erstes Opfer zuführen...

Inspiriert vom 1972 erschienenen dystopischen Roman „The Stepford Wives“ des amerikanischen Science-Fiction- und Horrorautors Ira Levin, in Deutschland 1977 zunächst unter dem Titel „Die Roboterfrauen“ herausgekommen, hat sich Hendrik Handloegten mit „Sechzehneichen“ an einem Psychothriller versucht, der Drama mit Krimi und Horror zu einer ziemlich unverdaulichen Mixtur kompiliert. Weil er sich nicht in letzter Konsequenz für einen Genrefilm entscheiden konnte. Oder weil sich die Verantwortlichen beim Hessischen Rundfunk dazu nicht haben durchringen können? Nach neunzig durchweg dramatischen Minuten bleibt alles im Ungewissen. War das Ganze etwa nur ein Alptraum?

„Sechzehneichen“, am 28. November 2012 in der ARD erstausgestrahlt, macht immerhin mit einem sehr realen Disneyland-Phänomen bekannt, das man sich durchaus im Speckgürtel Mainhattans vorstellen kann. Von der Außenwelt abgeschottete „Gated Communities“ wird es bald auch hierzulande geben, damit die Sprösslinge wohlhabender Eltern nur mit ihresgleichen verkehren und nicht mit Schmuddelkindern spielen – wie der Nachbarssohn Simon, der durch ein Loch im Zaun entschlüpfen konnte und nun von der ganzen Gemeinschaft gesucht wird. Einschließlich Laura, die dafür die kleine Fanny daheim allein ihrem Schicksal überlässt...

Pitt Herrmann

Credits

Alle Credits

Regie-Assistenz

Continuity

Steadicam

Kamera-Bühne

Innenrequisite

Schnitt

Ton-Assistenz

Stunt-Koordination

Darsteller

im Auftrag von

Redaktion

Produktionsleitung

Dreharbeiten

    • 26.09.2011 - 02.11.2011: Frankfurt am Main und Umgebung
Länge:
90 min
Format:
16:9
Bild/Ton:
Farbe, Dolby
Aufführung:

Uraufführung (DE): 30.06.2012, München, Filmfest

Titel

  • Originaltitel (DE) Sechzehneichen
  • Weiterer Titel 16 Oaks

Fassungen

Original

Länge:
90 min
Format:
16:9
Bild/Ton:
Farbe, Dolby
Aufführung:

Uraufführung (DE): 30.06.2012, München, Filmfest