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Zeughauskino präsentiert "Berlin – Dein Filmgesicht"

In der Reihe "Berlin.Dokument" präsentiert das Zeughauskino Berlin im Deutschen Historischen Museum am Freitag, 11., und Samstag, 12. Mai, jeweils um 18.30 Uhr, den Film "Berlin – Dein Filmgesicht" von Hans Borgelt aus dem Jahr 1979.

 

Die Produktion im Auftrag des SFB montiert Ausschnitte aus 48 deutschen Spielfilmen seit Beginn des Tonfilms und spiegelt darin, "wie der deutsche Tonfilm Berlin und die Berliner zeigt". Der Filmhistoriker Jeanpaul Goergen wird eine Einführung zum Film geben.

Regisseur Hans Borgelt: "Die Aufgabe, aus vielen alten Berliner Filmen einen neuen Berlin-Film herzustellen, ist ebenso reizvoll wie kompliziert. Die Schwierigkeiten beginnen mit der Materialsuche. Aus Almanachen und Katalog kennt man Dutzende von Filmtiteln, die auf Berlin als Inhalt oder Hintergrund einer Handlung hinweisen; in der Erinnerung haben sich Szenenfetzen aus früheren Filmen festgeklammert [...]. Das Konzept, nach dem soviel unterschiedliches Geschehen dramaturgisch geordnet werden könnte, stand von Anfang an fest: chronologisch – allerdings keine Einordnung der Tonfilme in der Reihenfolge ihres Entstehens, sondern eine Chronologie ihrer Inhalte, vom Bau des Berliner Stadtschlosses unter Schlüter Anno 1708 bis in die jüngste Gegenwart.

Zweierlei Vorsätze waren zu erfüllen: anlässlich des 50. Geburtstages des deutschen Tonfilms nur Tonfilme zu verwenden und zweitens nur Spielfilme, keinerlei Dokumentationen vom Kulturfilm bis zur Wochenschau. Filmhistorische Sorgfalt verlangt, dass jeder Ausschnitt, der präsentiert wird, mit dem Titel des Films, dem er entstammt, gekennzeichnet ist, sowie mit dem Produktionsjahr des betreffenden Films. Der Zuschauer wird sich schnell daran gewöhnen, dass die angegebene Jahreszahl nicht die Zeit der Spielhandlung meint. [...] Alle Spielfilme, die zu dieser Collage Szenen beisteuerten, sind Dokumente der Zeit ihres Entstehens: Dokumente des Geschmacks, des Stils, der künstlerischen Leistung, des politischen Standpunktes. Chronologisch ergeben sie ein Geschichtsbild, das weder authentisch noch vollständig sein kann. Es ist Historie aus der Phantasie von Autoren, aus der Perspektive von Regisseuren aus den unterschiedlichen Produktionsmotiven von Filmherstellern. Nicht jede Szene gibt zugleich Aufschluss über Tendenz und Ziel des Films, aus dem sie entstammt. Sie wurde allein mit der Absicht ausgewählt, das Porträt der Stadt Berlin und ihrer Bürger sichtbar zu machen. [...] Das Bemühen war, dem Thema dramaturgisch so gerecht zu werden, dass der Film ohne Begleittext auskommt. Dies ist vielleicht die schwerste Form des Kommentars: die Kommentarlosigkeit.

Kann man aus vielen alten Spielfilmen einen einzigen neuen zusammenstellen, ohne der Gefahr einer Manipulation zu entgehen? Es kommt auf seine Gestaltung an, auf eine Komposition, die dem Thema gemäß ist. Die Produzenten des Films sind davon überzeugt, dass sich Berlins 'Filmgesicht' sehen lassen kann, ohne erröten zu müssen.“ (H.B. [Hans Borgelt], Collage zufälliger Wirklichkeitsfetzen. Deutsche Kinemathek, Schriftgutarchiv)

Weitere Informationen: www.dhm.de