Bis Oktober präsentiert das Kino des DFF – Deutsches Filminstitut & Filmmuseum Frankfurt eine Filmreihe des Dokumentarfilmers und Kameramanns Pavel Schnabel, der bei allen Vorstellungen persönlich zu Gast sein wird.
Pavel Schnabel wuchs im nordböhmischen Liberec auf und studierte Kamera an der renommierten Prager Film- und Fernsehhochschule FAMU. Nach dem Einmarsch der Truppen des Warschauer Pakts im August 1968 brach er das Studium jedoch ab und ging in den Westen. Auf Empfehlung Alexander Kluges kam er mit Absolvent*innen der HfG Ulm in Kontakt, mit denen er in Frankfurt das "Epplwoi Motion Picture Kollektiv" gründete, das 1969/70 die längst zu Klassikern avancierten Filme "Am Ama Am Amazonas" und "Zwickel auf Bizyckel" realiserte.
Mit dem 1977 entstandenen "Hommage à August Sander" legte Schnabel seine erste eigenständige Produktion vor: ein Kurzfilm, der mit seiner künstlerischen Handschrift und dokumentarischen Herangehensweise stilbildend für sein späteres Schaffen wurde. Danach entstanden sowohl Fernsehauftragsarbeiten als auch selbstproduzierte Dokumentarfilme, von denen mehrere ausgezeichnet wurden.
Zu den wiederkehrenden Themen in Schnabels Werk zählen Emigration und Exil, das europäische Judentum, gesellschaftliche Minderheiten sowie die jüngste Geschichte. Das Besondere an seinen Filmen liegt darin, dass er diese Themen nicht abstrakt behandelt, sondern über Porträts einzelner Menschen erschließt, die im Spannungsfeld größerer historischer Ereignisse stehen. Dabei zeichnen sich seine Arbeiten durch geduldige Beobachtung, ein Gespür für aussagekräftige Details und die Bereitschaft aus, Widersprüche stehen zu lassen, statt sie aufzulösen.
Die Filmreihe im DFF läuft bis zum 3. Oktober 2026.
Alle Filme, Termine und Uhrzeiten unter www.dff.film