Unentschuldigte Stunde

Österreich 1937 Spielfilm

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Falk Schwarz
Ob das gut geht?
Der "Herr Professor" (dieses Mal kein Lehrer, sondern Mediziner: Anton Edthofer), ein guter Fünfziger, heiratet die Schülerin Käte (Gusti Huber), die kurz vor der Matura steht, von der Schulbank weg. Gut drei Dezennien trennen sie. Regisseur Emo hält sich gar nicht lange mit der Werbung des älteren Herrn um die Schülerin auf, sondern erzählt etwas anderes - wie das Leben der beiden Frischverheirateten im Alltag aussieht. Käte langweilt sich als reiche Gattin zwischen Anprobe bei der Schneiderin, Friseurbesuchen und Kaffeekränzchen. Ihr Mann und sie wollen in die Oper. Käte freut sich narrisch. Da klingelt das Telefon, beide stehen in Abendgarderobe im Flur. Die Klinik. Er muss zu einer dringenden Operation. Der Opernabend fällt aus, Käte heult vor Enttäuschung. Da kommt sie auf die Idee, obwohl sie wohlbestallte Profgattin mit einer Dienerschar ist, wieder in ihre Klasse zurückzukehren und als Schülerin auf die Matura hin zu arbeiten. - Klingt von der Fabel her ganz anregend und verlangt vor allem von Gusti Huber eine ständige Verwandlung. Die Schwachstelle in diesem Film kommt aus einer anderen Ecke: Hans Moser. Er spielt, nein, er tobt sich durch die Rolle des Vaters von Käte. Er steht mal wieder keinen Moment still, rast auf seinen kurzen Beinen durch die Dekorationen, lässt sich von seiner Filmbedienung ungeduldig die Krawatte binden - alles ganz überflüssig und unmotiviert. Was sonst ein Kabinettstückchen ist, wird hier zur Tollheit. Ein gänzlich "Verwuselter", ein Opfer seiner eigenen Raserei, zerrt und zieht an allem, was ihm in die Quere kommt. Da wird die Liberalität des Regisseurs zu einem Problem: Warum hat er diesen Knurzel nicht an die Leine gelegt? Warum ihm nicht Mäßigung auferlegt und eine Diktion verlangt, die zumindest halbwegs verständlich ist? Fragen an Emo. Dann die Besetzung: Dagny Servaes ist eine bewundernswert schöne Frau. Nicht eine Stunde hätte sie es mit diesem moserschen Hampelmann ausgehalten. Hier jedoch sind sie filmisch verheiratet. Ein Besetzungsschnitzer. Zum Schluß holt der Professor seine Schülerin/Gattin in der Schule ab, nachdem sie relegiert wurde. Sie schwächelt und fällt ihm entgegen. Er sagt: "Käte ist schwanger". Das Lehrerkollegium ist sprachlos entsetzt. Er zu ihr - wieder draußen: "Eins musst du mir versprechen: du gehst nie wieder in die Schule". Sie: "Doch, in sechs Jahren".

Credits

Regie

Kamera

Schnitt

Darsteller

Produktionsfirma

Produzent

Alle Credits

Regie

Regie-Assistenz

Kamera

Schnitt

Musikalische Leitung

Darsteller

Produktionsfirma

Produzent

Aufnahmeleitung

Länge:
2480 m, 91 min
Format:
35mm, 1:1,33
Bild/Ton:
s/w, Tobis-Klangfilm
Prüfung/Zensur:

Zensur (DE): 06.10.1937, B.46392, Jugendverbot

Aufführung:

Uraufführung (AT): 24.09.1937, Wien;
Erstaufführung (DE): 11.10.1937, Berlin, U.T. Kurfürstendamm, U.T. Friedrichstraße

Titel

  • Originaltitel (AT) Unentschuldigte Stunde
  • Verleihtitel (DE) Die unentschuldigte Stunde

Fassungen

Original

Länge:
2480 m, 91 min
Format:
35mm, 1:1,33
Bild/Ton:
s/w, Tobis-Klangfilm
Prüfung/Zensur:

Zensur (DE): 06.10.1937, B.46392, Jugendverbot

Aufführung:

Uraufführung (AT): 24.09.1937, Wien;
Erstaufführung (DE): 11.10.1937, Berlin, U.T. Kurfürstendamm, U.T. Friedrichstraße