Credits
Regie
Drehbuch
Kamera
Schnitt
Musik
Darsteller
- Swetlana
- Artur
- Said
- Vika
- Roman
- Oleg
- Vater
- Mutter
- Pjotr
- Abdel
Produktionsfirma
Produzent
Alle Credits
Regie
Drehbuch
Dramaturgie
Kamera
Ausstattung
Maske
Kostüme
Schnitt
Ton
Musik
Darsteller
- Swetlana
- Artur
- Said
- Vika
- Roman
- Oleg
- Vater
- Mutter
- Pjotr
- Abdel
- Tankwart
- Frau Eschweiler
Produktionsfirma
in Co-Produktion mit
Produzent
Produktionsleitung
Aufnahmeleitung
Erstverleih
Späterer Verleih
Video-Erstanbieter
Filmförderung
Länge:
88 min
Format:
s16mm - Blow-Up 35mm
Bild/Ton:
Farbe, Ton
Aufführung:
Uraufführung (DE): 06.10.2000;
Aufführung (DE): 2001, Dortmund, femme totale
Titel
- Originaltitel (DE) Swetlana
Fassungen
Original
Länge:
88 min
Format:
s16mm - Blow-Up 35mm
Bild/Ton:
Farbe, Ton
Aufführung:
Uraufführung (DE): 06.10.2000;
Aufführung (DE): 2001, Dortmund, femme totale
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Swetlanas Eltern bemühen sich um Normalität: ’Raus aus dem Übergangsheim in eine richtige Wohnung. Fleiß, Ordnung, Disziplin, Bescheidenheit – das waren die Tugenden der „Deutschen“ in Russland, und das ist das seit Generationen tradierte Bild von der „alten Heimat“. Doch diese präsentiert sich, zumal im multikulturellen Ruhrgebiet, gänzlich anders, wobei Duisburg paradigmatisch für jede deutsche Großstadt stehen kann. Swetlana etwa befindet sich in ihrer Schulklasse in einer ungemütlichen Sandwich-Situation: Auf der einen Seite die türkischen Kinder, die deutlich in der Mehrheit sind, dann wenige Nordafrikaner, auf der anderen Seite die wenigen „heimischen“ Deutschen.
Waren sie in Kasachstan als „Faschisten“ stigmatisiert, so sind sie es hier als „Ruskis“: Ignoriert von den Deutschen, angefeindet von den Türken und den anderen mit Migrationshintergrund, die neidvoll mit ansehen, wie den Spätaussiedlern die deutsche Staatsbürgerschaft völlig problemlos gewährt wird, während sie, die teilweise schon in der dritten Generation hier leben, sich langwierig darum bemühen müssen.
Also sind die „Ruskis“ auf sich selbst angewiesen und bleiben unter sich. Auch Swetlana zieht es immer wieder in die Kellerdisco des Übergangsheimes, nicht nur Arturs wegen – und zum Verdruss der Eltern, die eine baldmögliche Assimilation wünschen, zumindest für ihre Kinder, die es einmal besser haben sollen.
Längst hat Swetlana ein Auge auf Said geworfen (der Duisburger DJ Abdelwahab Achouri), was durchaus auf Gegenseitigkeit beruht. Der marokkanischstämmige, in Deutschland geborene Gemüsehändler von gegenüber beeindruckt Swetlana durch sein freundliches, sanftes, verständnisvolles Wesen, das so völlig absticht vom machohaften Verhalten der anderen männlichen Jugendlichen ihrer unmittelbaren Umgebung, Artur eingeschlossen. Und dennoch ist es Artur, mit dem Swetlana ganz bewusst und nach eigenem „Fahrplan“ erste sexuelle Erfahrungen sammelt...
„Swetlana“ ist bewusst ein Mittelding zwischen Dokumentar- und Spielfilm, in dem die 17-jährige Marina Podlich, die in einen kleinen Dorf in Kasachstan aufgewachsen ist und nun in Köln lebt, im Grunde ihre eigene Geschichte erzählt, sich selbst verkörpert. Ulrike Maria Hund von der Drehbuchwerkstatt Köln, selbst eine Russlanddeutsche, und die dffb-Absolventin Tamara Staudt, deren Familie bereits 1947 aus Westpreußen nach Süddeutschland aussiedeln konnte, haben überwiegend mit Amateuren gearbeitet.
Neben Jakob Köhn und Lilia Henze vom Deutschen Theater Taschkent und Bernhard Schütz in der Rolle von Tankwart, dem zeitweiligen Arbeitgeber Arturs, ist Denis Burgazliev der einzige Profi-Schauspieler: Der Moskauer lebt, inzwischen mit einer Russlanddeutschen verheiratet, in Berlin.
In einer sehr engagiert geführten Diskussion mit der Regie-Debütantin Tamara Staudt am 7. Oktober 2000 im Berliner fsk-Kino am Oranienplatz outeten sich Ungarn- und Rumäniendeutsche mit vergleichbaren Biographien aus dem Publikum. Das größte Problem für die jungen Leute sei ihre Isolation: Von den (Bio-) Deutschen nicht als gleichwertig anerkannt, von den „Ausländern“ als privilegiert beneidet und daher angefeindet, sind sie völlig auf sich selbst bezogen.
Dazu kommen die Konflikte der Generationen: In Kasachstan, in den Karpaten oder in Siebenbürgen bestanden, bestärkt durch die eigene Minderheitensituation, intakte, mehrere Generationen umfassende Familienverbände in ländlichem oder kleinstädtischem Umfeld. Hier nun auf die anonyme, normenlos-multikulturelle Großstadt „losgelassen“, versuchen die Eltern, ihre Kinder mit drakonischen Maßnahmen abzuschotten.
„Swetlana“ ist am 28. September 2000 in den Kinos gestartet und am 13. Januar 2001 im „Dritten“ des WDR erstausgestrahlt worden.
Pitt Herrmann