Credits
Regie
Drehbuch
Kamera
Schnitt
Musik
Darsteller
- Iris
- Chauffeur
- Fritzi
- Nuna
- Briggi
- Georg sen.
- Elisabeth "Elli" Förster
- Mona
- Ali
- Gabi
Produktionsfirma
Produzent
Alle Credits
Regie
Drehbuch
Kamera
Bauten
Maske
Kostüme
Schnitt
Ton
Musik
Darsteller
- Iris
- Chauffeur
- Fritzi
- Nuna
- Briggi
- Georg sen.
- Elisabeth "Elli" Förster
- Mona
- Ali
- Gabi
- Susa
- Heidi
- Barbara
- Andrea
- Georg jun.
Produktionsfirma
Produzent
Länge:
90 min
Format:
35mm
Bild/Ton:
Farbe, Dolby
Aufführung:
TV-Erstsendung (DE): 19.10.1996, ARD
Titel
- Originaltitel (DE AT) Lamorte
Fassungen
Original
Länge:
90 min
Format:
35mm
Bild/Ton:
Farbe, Dolby
Aufführung:
TV-Erstsendung (DE): 19.10.1996, ARD
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Iris galt in der Klasse als „böse Fee“, dennoch sind alle gekommen, sogar eine Ärztin aus London. Die Spannbreite der einst hoffnungsfrohen Mädchen reicht von der Hausfrau und vielfachen Mutter über eine Anwältin, eine Beamtin im Sozialministerium, einer gestylten Modeboutique-Besitzerin bis hin zum „Star“ der Klasse, einer Sängerin.
Nach der Ankunft aller zwölf ehemaligen Schulfreundinnen verläuft der erste Abend harmonisch, zumindest auf den ersten Blick. Aber bereits beim zweiten tun sich Abgründe auf: Die Sängerin Susa ist eine Alkoholikerin auf Entzug, die so elegante wie missgünstige Boutiquenbesitzerin Mona steht kurz vor dem Konkurs und Fritzis Gasthof läuft längst nicht mehr so gut wie zur Glanzzeit des Semmering-Tourismus.
Am anderen Morgen ist ein Ausflug zum Schneeberg geplant. Da platzt der Sohn der Hoteliersfamilie in die aufgeräumte Stimmung der frühstückenden Gäste: Er ist aufgrund einer Mädchengeschichte vom renommierten katholischen Internat geflogen und zeigt absolut keine Reue. Fritzi ist entsetzt, Verständnis bringt allein Iris auf: Er soll auf ihre Kosten eine Reise antreten und sich danach frei entscheiden, ob er doch noch Abitur machen oder sich einen Beruf aussuchen will. Iris spricht aus eigener Lebenserfahrung: Man soll das Leben genießen, solange man kann. Denn sie hat ihr „Leben“ der Karriere geopfert.
Beim Schneeberg-Ausflug kommt es erneut zu kleinen boshaften Spitzen und Gehässigkeiten, aber auch zu weiblicher Solidarität mit Szenen des verständnisvollen, ja freundschaftlichen Miteinanders. Zerstörte Illusionen allerorten: Das „Muttertier“ beklagt die Lasten des Alltags, die alleinstehende Apothekerin das Fehlen einer Familie. Die Gespräche drehen sich immer wieder um menschliche Zuneigung und Wärme, fehlende Freunde und Familienangehörige.
Sie verpassen die letzte Seilbahn und müssen mühsam zu Fuß ins Tal hinabsteigen, wo wenigstens ein üppiges Mahl auf alle wartet. Und eine dicke Überraschung: Iris outet sich als zum Sterben bereite Todeskandidatin. Sie ist unheilbar krank und möchte ihr Leben selbst beenden – und zwar ganz friedlich nicht daheim, wo niemand auf sie wartet, sondern hier im Hotel, „im Kreise meiner Familie“.
Alle ihre früheren Klassekameradinnen hat sie zu Erben ernannt, hat sie mit sehr persönlichen Geschenken bedacht. Und dennoch breitet sich nach langen Momenten lähmenden Entsetzens offener Widerstand aus. Nach heftigen, sehr emotional geführten Auseinandersetzungen bleibt die einstige Maturaklasse dennoch zusammen, um Iris in ihrer letzten Stunde zu begleiten. Während sie ihren Giftcocktail trinkt, stimmen alle in den noch aus der Schulzeit bekannten Kanon „Abendstille überall“ ein. Dann wird das Fenster geöffnet und ihr Fahrer, der die Nacht über draußen am Wagen ausgeharrt hat, kann nach Wien zurückkehren.
Ist es Sterbehilfe, wenn man einen Freitod nicht verhindert hat? Das Beisammensein im Angesicht des Todes hat eine heilsame Wirkung auf alle Beteiligten: die kleinlichen Streitigkeiten und Eifersüchteleien sind schlagartig vorbei, jeder begreift den hohen Stellenwert des Lebens und der Liebe.
„Lamorte“ ist ein anrührender Fernsehfilm, der das Tabuthema Sterben mit großer Behutsamkeit aufgreift und kitschige Überzeichnungen peinlich vermeidet. Xaver Schwarzenberger gelingt nach einem Drehbuch seiner ersten Gattin Ulrike „Ulli“ Schwarzenberger mit einer hervorragenden Besetzung, genannt seien noch Dolores Schmidinger, Bibiane Zeller und Lotte Ledl, eine feinfühlige Menschen-Darstellung, eine genaue Beobachtung menschlich-allzumenschlicher Verhaltensweisen in Extremsituationen.
Pitt Herrmann