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Theo, ein junger Mann aus dem Ruhrgebiet, der auch "Zocker Theo" genannt wird, hat einen großen Traum: Gemeinsam mit seinem Freund Enno möchte er sich selbständig machen und einen gebrauchten LKW erstehen. Dafür fehlt dem charmanten Verlierertyp jedoch das Geld, an welches er mit Hilfe von Pferdewetten gelangen möchte. Als er dabei nicht den notwendigen Erfolg hat, beginnt er eine Pokerpartie mit Jussuf, dem Türken, der sich allerdings als Profi entpuppt. Theo lässt sich auch von weiteren Rückschlägen nicht entmutigen und wird es am Ende allen zeigen.
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Die knapp zweistündige Ruhrpottgeschichte „Aufforderung zum Tanz“ aus dem Herne der 1970er Jahre ist der Vorläufer der ungleich erfolgreicheren (Kino-) Produktion „Theo gegen den Rest der Welt“ des gleichen Gespanns Matthias Seelig/Peter F. Bringmann. „Zocker-Theo gegen den Rest der Welt“: Dieses Enno Goldini-Zitat aus „Aufforderung zum Tanz“ war ursprünglich als Titel des Folgestreifens geplant.
Was waren das für herrlich politisch-unkorrekte Zeiten: Die Ruhrpott-Duse Tana Schanzara schlägt als resolute Passantin drei Roma, welche sich über Theo hergemacht hatten, mit dem Stockschirm in die Flucht. Elisabeth Volkmann sorgt als offenherzige Sekretärin der mafiosen Handelsfirma im Wanne-Eickeler Hauptbahnhof, wo sich Theo als Hilfsarbeiter verdingt, um Frachtpapiere zu fälschen, für Aufsehen vor allem bei der Männerwelt.
Überhaupt darf man die Besetzung als phänomenal bezeichnen. In kleinen Rollen glänzen Werner Eichhorn und Hans Hirschmüller, die Bochumer Schauspieler aus seligen Zadek-Zeiten, als Kneipengäste. Und die noch etwas pausbäckig-junge Gudrun Landgrebe lässt als Bar-Maus Ulla in einer artistischen Auto-Nummer mit Marius Müller-Westernhagen schon erkennen, was sie für eine wunderschöne „flambierte Frau“ werden wird.
Müller-Westernhagen ist eine Idealbesetzung für den 25-jährigen Herner Underdog Theo Gromberg, der immer wieder und zwar buchstäblich eins' auf die Fresse kriegt, aber wie ein Stehaufmännchen immer wieder von neuem von der großen weiten Welt träumt – und das nicht zufällig in einem Kohlenpott-Städtchen, das zu dieser Zeit noch von Bergehalden, Kohlenstaub und Dreckecken aller Art geprägt war. Aber auch von der Herzlichkeit seiner Multikulti-Einwohner. Diesen Typus verkörpert der italienische Gastarbeiter Enno Goldini, der sich als wahrer Freund für Theo abzocken und im Wortsinn bis aufs Hemd ausziehen lässt. Und dennoch erreichen die beiden am Ende ihr Ziel, das sei als finale Volte der Geschichte verraten.
„Aufforderung zum Tanz“, ein von Alexander Wesemann produzierter Fernsehfilm des Westdeutschen Rundfunks Köln und erstausgestrahlt am 13. Februar 1977 in der ARD, ist heute naturgemäß nur noch nostalgisch zu konsumieren. Mit den locker-flockigen Sprüchen von den „Metzgern im Marienhospital“ etwa, die Hermann am Tresen ganz selbstverständlich über die Lippen kommen. Mit tristen Zechenbrachen, schmuddeligen Hinterhöfen, schmutzigen Straßen, nicht nur bei Regen grauen Mauern und Malocher-Kneipen mit Billardtischen und Groschengräbern. Dazu eine Sinti- und Roma--Gang im pinkfarbenen Amischlitten und, geradezu prophetisch, eine gewalttätige Türken-Mafia im feinsten Zwirn in ihrem Manager-Büro im Wanne-Eickeler Hauptbahnhof. Kameramann Axel Block hat die bereits 1975 entstandenen Geschichten des in Herne aufgewachsenen Matthias Seelig in wundervollen Einstellungen eingefangen.
Pitt Herrmann