Adamski

Deutschland 1992-1994 TV-Spielfilm

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Heinz17herne
Heinz17herne
Steffen „Shorty“ Schult, der sich später Steffen Scheumann nannte, Publikumsliebling der Ära Leander Haußmanns als Intendant des Schauspielhauses Bochum, spielt Horst Adamski, den „Kleinen Trompeter“ eines DDR-Jugendblasorchesters, der später auch als Volkspolizist seiner Berufung nachgehen konnte. Nach der Wende aus dem Dienst entlassen schlägt er sich als Kaufhausdetektiv in Ost-Berlin (gedreht wurde im Kaufhof am Alexanderplatz, dem einstigen Centrum-Warenhaus der DDR-Hauptstadt) durch, eher widerwillig denn aus Überzeugung versteht sich.

Denn die Methoden im neuen Konsumtempel westlich-kapitalistischer Prägung sind nicht zimperlich: Werden einmal nicht genügend Diebe erwischt, um die von den Konzernbossen als Leistungsnachweis geforderte Quote zu erreichen, müssen vorzugsweise ältere und ausländische Kunden als Ersatz-Diebe herhalten, denen einfach Ware untergeschoben wird. Was seine Kollegen ganz selbstverständlich erledigen, sorgt bei Adamski für Bauchschmerzen.

Eines Tages wird Adamski auf Lili aufmerksam, eine tatsächliche Taschendiebin. Sie beschafft äußerst geschickt Waren nach einer „Einkaufsliste“ ihres Dealers Wolf, der diese dann auf Flohmärkten feilbietet. Adamski verliebt sich in die selbstbewusste Schöne, folgt ihr mit der Videokamera auf Schritt und Tritt – im Kaufhaus, auf dem Flohmarkt, sogar bis in die Wohnung. Was Lili schließlich mitbekommt und gründlich missversteht: Sie denkt, es mit einem Perversen zu tun zu haben.

Dabei ist Adamski nicht hinter Lili her, um sie seinen Konzernbossen ans Messer zu liefern, obwohl das für ihn und besonders in den Augen der Chefs ein besonders dicker Fisch an seiner Angel wäre. Sondern um möglichst mit Lili gemeinsame Sache zu machen. Der er, all‘ seinen Mut zusammennehmend, seine Liebe gesteht. Ja es gelingt ihm sogar mit einem Trick, ihren Dealer – und angeblichen Freund – Wolf in die Flucht zu schlagen. Doch da ist noch die Kaufhausangestellte Erika, eine frustrierte Üppige mit großem Herz, in das sie den „kleinen Trompeter“ ganz fest eingeschlossen hat. Aus lauter Eifersucht wäre Erika fähig, das Ganovenduo zu sprengen...

Jens Becker ist mit „Adamski“ eine kleine, liebenswerte Geschichte aus der unmittelbaren Nach-Wende-Zeit gelungen, die ins Konzept der ARD-Reihe „Wilde Herzen“ passt. Der 1963 in Berlin geborene und zunächst als Volontär beim DDR-Fernsehen tätige Meisterschüler Wim Wenders' an der Berliner Akademie der Künste hat ein bemerkenswertes Langfilm- und Leinwanddebüt gedreht, für das er 1994 gleich zwei Förderpreise erhielt: den Kunstpreis der Berliner Akademie der Künste sowie den Jurypreis auf dem Max Ophüls-Festival in Saarbrücken.

Auf die Uraufführung am 29. Oktober 1993 auf den Int. Filmtagen Hof und den Kinostart am 12. Mai 1994 folgte die TV-Erstausstrahlung am 23. November 1995 im „Dritten“ des Bayerischen Rundfunks. Auch im nächsten (TV-) Film „Kathrin und Wladimir“ hat Jens Becker auf das Trio erfahrener Bühnen-Schauspieler aus der DDR gesetzt mit dem gebürtigen Sachsen Steffen Schult und den beiden in Ost-Berlin geborenen „Ernst Busch“-Absolventinnen Nadja Engel und Petra-Maria Cammin vom Berliner Ensemble.

Pitt Herrmann

Credits

Regie

Drehbuch

Kamera

Schnitt

Musik

Darsteller

Produzent

Alle Credits

Regie

Regie-Assistenz

Drehbuch

Kamera

2. Kamera

Optische Spezialeffekte

Standfotos

Titelgrafik

Ausstattung

Kostüme

Garderobe

Schnitt

Schnitt-Assistenz

Ton-Assistenz

Mischung

Musik

Darsteller

Produzent

Herstellungsleitung

Produktionsleitung

Aufnahmeleitung

Produktions-Assistenz

Aufnahmeleitung Sonstiges

Geschäftsführung

Produktions-Sekretariat

Dreharbeiten

    • Oktober 1992 - November 1992: Berlin, Brandenburg
Länge:
2522 m, 89 min bei 25 b/s
Format:
35mm, 1:1,66
Bild/Ton:
Fujicolor, Ton
Aufführung:

Uraufführung (DE): Oktober 1993, Hof, Internationale Filmtage;
TV-Erstsendung (DE): 23.11.1995, Bayern 3

Titel

  • Originaltitel (DE) Adamski

Fassungen

Original

Länge:
2522 m, 89 min bei 25 b/s
Format:
35mm, 1:1,66
Bild/Ton:
Fujicolor, Ton
Aufführung:

Uraufführung (DE): Oktober 1993, Hof, Internationale Filmtage;
TV-Erstsendung (DE): 23.11.1995, Bayern 3