Karina Ressler erhält den Ehrenpreis Schnitt 2026

Im 26. Jahr von Edimotion geht der Ehrenpreis Schnitt an eine Editorin, deren Arbeit das österreichische und europäische Autorenkino seit mehr als drei Jahrzehnten prägt: Karina Ressler.

 

Im Zentrum ihres Schaffens steht die über zwanzig Jahre gewachsene Zusammenarbeit mit Jessica Hausner – von "Hotel" über "Lourdes" bis zu "Little Joe" und "Club Zero". Daneben verbinden sie enge Arbeitsbeziehungen mit Regisseur*innen wie Götz Spielmann, Barbara Albert, Sabine Derflinger, David Schalko und Patric Chiha.

In Villach aufgewachsen und an der Filmakademie Wien ausgebildet, hat Karina Ressler die Montagekunst des österreichischen Kinos wie kaum eine andere geformt. Ihre Arbeit führt das Publikum nicht durch dramaturgische Gewissheiten, sondern eröffnet Räume für eigene Wahrnehmung: Sie gibt Figuren Raum, sich zu entfalten, lässt Zeit, wo andere beschleunigen, und vertraut darauf, dass das Publikum eigene Verbindungen herstellt. Bereits 2013 war sie beim Festival zu Gast, zu dem sie nun als Ehrenpreisträgerin zurückkehrt – damals gleich mit zwei Wettbewerbsnominierungen für den Dokumentarfilm "Oh Yeah, She Performs!" und den Spielfilm "Grenzgänger".

Eine österreichische Karriere mit unverwechselbarer Handschrift

Karina Resslers Arbeiten wurden auf den großen internationalen Festivals uraufgeführt und vielfach ausgezeichnet. Dreimal erhielt sie den Österreichischen Filmpreis für den Besten Schnitt – jedes Mal für einen Film von Jessica Hausner: "Lourdes", "Amour Fou" und "Little Joe". Seit "Hotel" entwickeln beide gemeinsam eine Filmsprache, die Erwartungen bewusst unterläuft und vertraute Erzählmuster immer wieder infrage stellt – ein seltener Beleg dafür, wie sehr die erzählerische Kraft eines Werks aus dem Dialog zwischen Regie und Schnitt erwächst.

Zugleich zeigt ihre Filmografie die ganze Bandbreite des österreichischen Kinos: von Barbara Alberts "Fallen" über Florian Flickers "Grenzgänger" bis zu aktuellen Werken wie Arman T. Riahis "Fuchs im Bau" und David Schalkos Serie "Kafka". Mit Götz Spielmanns für den Oscar nominierten Film "Revanche" montierte sie einen der Schlüsselfilme des österreichischen Kinos. Als langjährige Professorin für Montage an der Hochschule für Fernsehen und Film München prägte sie darüber hinaus eine neue Generation von Editor*innen.

Eine umfangreiche Filmografie von Karina Ressler sowie Informationen zu den gezeigten Filmen sind auf unserer Website verfügbar: edimotion.de/festival/sektionen/schnitt-preise/ehrenpreis/

Festivalprogramm zum Ehrenpreis

Zum Auftakt von Edimotion 2026 zeigt das Festival am 16. Oktober mit "Little Joe" einen Höhepunkt der Zusammenarbeit zwischen Ressler und Hausner. Die Laudatio hält Jessica Hausner selbst: Die international gefeierte Regisseurin, deren Filme seit mehr als zwanzig Jahren in Karina Resslers Schneideraum ihre endgültige Form finden, würdigt ihre engste künstlerische Weggefährtin persönlich – ein Auftakt, der den kreativen Dialog zwischen Regie und Schnitt, dem dieses Festival gewidmet ist, auf der Bühne sichtbar macht. Am 19. Oktober folgt "Revanche! mit einem Werkstattgespräch im Filmhaus Köln. Die Preisverleihung findet am selben Abend im Rahmen der Abschlussveranstaltung statt.

Termine
- Fr, 16.10.2026, 20:00 Uhr – "Little Joe" (AUT/GB/DE 2019, R: Jessica Hausner) – Filmforum NRW, Museum Ludwig – Eröffnung mit Ehrenpreisträgerin und Filmgespräch, Laudatio: Jessica Hausner
- Mo, 19.10.2026, 10.30/11 Uhr – "Revanche" (AUT 2008, R: Götz Spielmann) – Filmhaus Köln – in Anwesenheit der Ehrenpreisträgerin mit Werkstattgespräch und Filmausschnitten
- Mo, 19.10.2026, 20:00 Uhr – Preisverleihung Ehrenpreis Schnitt – Filmforum NRW, Museum Ludwig

Quelle: www.edimotion.de