Berlinale 2026: Das Panorama-Programm ist vollständig

"Only Rebels Win" von Danielle Arbid mit Hauptdarstellerin Hiam Abbass wird das Berlinale Panorama 2026 eröffnen. Insgesamt laufen 37 Titel aus 36 Ländern.

 

Mit dabei sind neue Filme von Hong Sangsoo, Joaquín del Paso, André Novais Oliveira, Elle Sofe Sara, Sarmad Sultan Khoosat, Tobias Nölle, Alisa Kovalenko, Marcelo Martinessi, Mahnaz Mohammadi und Aidan Zamiri. Weitere Stars auf der Leinwand sind Charli xcx, Alexander Skarsgård, Jannis Niewöhner, Sophie Okonedo, Mercedes Cabral, Valerie Pachner, Fiona Shaw, Siri Hustvedt und Douglas Gordon.

"Das kontrastreiche Programm dieses Jahres ist nicht nur visuell vielfältig, sondern besteht auch aus Filmen, die mit emotionaler Tiefe, Textur und einem starken Gefühl für Komposition unsere Wahrnehmung der Welt über den Kinosaal hinaus prägen können", kommentiert Sektionsleiter Michael Stütz. "Das Medium Film wird zum Vermittler der Grenzüberschreitung, des Geschichtenerzählens und zum Ausdruck von Verlangen und Selbstbestimmtheit."

Starke Gradmesser unseres unmittelbaren sozialen Umfelds und unserer gesellschaftlichen Normen sind in diesem Jahr gleich mehrere Filme, die sich um die große Liebe drehen. Von Sarmad Sultan Khoosats "Lali" über "Iván & Hadoum" von Ian de la Rosa bis hin zu Anna Rollers Adaption von Leif Randts "Allegro Pastell" Liebesgeschichten fungieren hier als Gegenwartsdiagnose. "Se eu fosse vivo... vivia" von André Novais Oliveira erzählt derweil von der wohl ultimativen unendlichen Liebe zweier Menschen.

Migration, Überlebenskämpfe und korrupte Antagonist*innen stehen im Zentrum von Joaquín del Pasos "El jardín que soñamos", sowie Dominik Lochers und Honeylyn Joy Alipios "Enjoy Your Stay". Es sind packende, dringliche und formal innovative Arbeiten, die nicht zuletzt mit ihren Schauspielleistungen beeindrucken. Regiemeister Hong Sangsoo zeigt mit seinem neuesten Berlinale-Beitrag "Geunyeoga doraon nal" eine subtile Reflexion über die Profession des Schauspiels.

Starke feministische Perspektiven zeigen sowohl die samische Choreografin Elle Sofe Sara in ihrem außergewöhnlichen Filmdebüt "Árru" als auch die iranische Aktivistin und Filmemacherin Mahnaz Mohammadi in ihrem aufrüttelnden Drama "Roya", sowie Olive Nwosu in ihrem ambitionierten Debüt "Lady". Pop-Superstar Charlie xcx begeistert in "The Moment" von Aidan Zamiri – Mockumentary, feministische Selbstermächtigung und zugleich ein ironischer Meta-Kommentar auf das Music-Biz.

Das besonders starke dokumentarische Kino im Panorama findet poetische Bilder für drängende Themen. Die Filme geben unterschiedliche Antworten auf die Fragen, was erzählt wird und in welcher Form es auf die Leinwand gebracht wird. Yulia Lokshinas "Im Umkreis des Paradieses" und Tobias Nölles & Loran Bonnardots "Tristan Forever" untersuchen Utopien im frei gewählten Exil: Paraguay und die Insel Tristan da Cunha sind die Schauplätze dieser zutiefst unterschiedlichen Realitäten zwischen ersehnter Isolation und totaler Kontrolle.

Tawfik Sabouni ("The Other Side of the Sun") und Alisa Kovalenko & Marysia Nikitiuk ("Traces") kreieren in ihren Filmen Räume für Reflexion, in denen die Protagonist*innen über ihre Traumata und die global gegenwärtige Architektur von Krieg, Gewalt und Missbrauch sprechen können.

Mit "Siri Hustvedt – Dance Around the Self" und "Douglas Gordon by Douglas Gordon" gibt es zwei dokumentarische Porträts prägender Künstler*innen unserer Zeit im Programm, die unterschiedlicher nicht sein könnten.

Das queere Kino nimmt auch wieder seinen gebührenden Platz im Programm ein. "Two Mountains Weighing Down My Chest" von Viv Li und "La Face cachée de la Terre" von Arnaud Alain begeistern mit dokumentarischen Einblicken in queere Gegenwartsentwürfe. "The Education of Jane Cumming" von Sophie Heldman und "Narciso" von Marcelo Martinessi blicken beide auf gelebte queere Realitäten der Vergangenheit zurück und ergänzen die queere Geschichtsschreibung.

Die Berlinale freut sich auf einen festivalweit starken Jahrgang für den queeren Film zum 40. Jubiläum des Teddy Award. Gefeiert wird traditionell in der Volksbühne Berlin, am 20. Februar 2026. Weitere Details zum ergänzenden Teddy 40 Programm und der Gesprächsreihe Wild at Heart werden in Kürze folgen.

Der 28. Panorama Publikums-Preis wird in Zusammenarbeit mit radioeins und dem rbb Fernsehen am 22. Februar im Zoo Palast jeweils an den Spiel- und Dokumentarfilm vergeben, der das Publikum am meisten beeindruckt hat.

Panorama-Filme 2026 

Quelle: www.berlinale.de