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All Pictures (12)Credits
Director
Screenplay
Director of photography
Editing
Music
Cast
- Anna
- Dimitri
- Franz
- Friederike
- Hubert
- Betty
- Alfred
- Max
- Linda
- Emily
Production company
Producer
All Credits
Director
Assistant director
Screenplay
Director of photography
2nd Camera unit
Lighting design
Production design
Make-up artist
Costume design
Costumes
Editing
Sound design
Sound
Audio mixing
Music
Music performer
Cast
- Anna
- Dimitri
- Franz
- Friederike
- Hubert
- Betty
- Alfred
- Max
- Linda
- Emily
- Frau Schnallenberger
- Klaus Neumann
- Conny
- Herr Böhmer
- Gundy
Production company
in co-production with
Producer
Producer (TV)
Unit production manager
Original distributor
Shoot
- 18.11.2013 - 28.12.2013: Ulm, Athen
Duration:
102 min
Format:
HD, 16:9
Video/Audio:
Farbe, Dolby
Censorship/Age rating:
FSK-Prüfung (DE): 09.09.2014, 146962, ohne Altersbeschränkung/feiertagsfrei
Screening:
Uraufführung (DE): 28.06.2014, München, Filmfest;
Kinostart (DE): 09.10.2014
Titles
- Arbeitstitel (DE) Spiel des Lebens
- Originaltitel (DE) Ein Geschenk der Götter
Versions
Original
Duration:
102 min
Format:
HD, 16:9
Video/Audio:
Farbe, Dolby
Censorship/Age rating:
FSK-Prüfung (DE): 09.09.2014, 146962, ohne Altersbeschränkung/feiertagsfrei
Screening:
Uraufführung (DE): 28.06.2014, München, Filmfest;
Kinostart (DE): 09.10.2014
Awards
Deutscher Schauspielerpreis 2015
- Bestes Ensemble
Bayerischer Filmpreis 2015
- Pierrot, Beste Hauptdarstellerin
Biberacher Filmfestspiele 2014
- Goldene Biber, Bester Spielfilm
FBW 2014
- Prädikat: besonders wertvoll
Filmfest München 2014
- Bayern 3 Publikumspreis
- Förderpreis Neues Deutsches Kino, Bester Nachwuchsproduzent
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„Was soll ich für Sie tun?“ fragt ihr männlicher Gegenüber, „hier gibts nur ein Theater.“ Zum Glück gibts aber auch die kulturaffine Agenturleiterin Schnallenberger – und die hat etwas für Anna, für den Anfang wenigstens: Leiterin eines achtwöchigen Schauspieltrainings für Arbeitslose hier im Jobcenter. Die Wahrheit kommt erst später ans Licht: die Hardware für den geplanten Computerkurs fehlt. Statt PC- nun also Stimm- und Körpertraining, klar, dass Anna auf harsche Ablehnung der „schwer Vermittelbaren“ stößt.
„Nicht die einfachsten Kandidaten“ hat Frau Schnallenberger vorab gewarnt. Mit einiger Berechtigung. Ihre acht Schützlinge sehen nicht viel Sinn darin, die antike Sophokles-Tragödie „Antigone“ zu erarbeiten statt die moderne Computersprache zu erlernen. Max, einer der Jüngeren, sträubt sich zunächst am vehementesten. Und weiß, wenn auch moderater im Ton, den Fahrlehrer Hubert und den Tischler Franz auf seiner Seite. Und die stark übergewichtige Ex-Kinderpflegerin Betty, die gern das große Wort führt und in deren Schatten sich die hibbelige Friseur-Dauerpraktikantin Linda versteckt.
Schon eher könnte sich der Bibliothekar Alfred eine Aufführung, die am Ende des Seminars geplant ist, vorstellen. Und der Deutsch-Grieche Dimitri, spielt das Stück doch schließlich in der Heimat seiner Vorfahren. Zudem hat der idealistische Macher, dem zur Eröffnung des ersten vegetarischen griechischen Restaurants der ganzen Region nur noch ein Bankkredit fehlt, sogleich ein Auge auf die neue attraktive Kursleiterin geworfen. Bleibt noch Friederike, die ständig zu spät kommt und wie das personifizierte schlechte Gewissen herumläuft.
Das wird also nichts, ist Anna sich sicher, als sie abends daheim ihrer Mitbewohnerin und Schauspiel-Kollegin Emily und deren Gast, dem jungen Regisseur und designierten Intendanten Klaus Neumann, ihr Herz ausschüttet. Der sogleich zusagt, Anna bei erstbester Gelegenheit eine Rolle verschaffen zu wollen – freilich nicht ganz uneigennützig. Erst als Anna nachts auf einer Brücke dem verzweifelten Hubert begegnet, der sich die Schuld am Tod einer Fahrschülerin gibt und daher seinen Beruf an den Nagel gehängt hat, wird ihr wie beim Blick in einen Spiegel ihre eigene beschissene Situation klar. 36 Jahre, ohne Mann und ohne Kind und nun auch ohne Job: „Ich bin eine einzige Katastrophe.“
Und plötzlich beginnt Anna, sich für ihre acht Kursteilnehmer zu interessieren. Für den alten Tischler, dessen Betrieb Konkurs ging und dem seine langjährige Ehefrau Gundi davongelaufen ist, weil kein Geld mehr für den Fisch zum Gemüse und zu den Kartoffeln vorhanden ist – allerdings nicht ohne einen mit vorgekochten Mahlzeiten vollgestopften Kühlschrank zu hinterlassen. Für den jungen Max, der sich nicht vor der Gruppe als Legastheniker outen will. Für Friederike, die junge Mutter zweier Töchter, die in ihrem psychisch kranken Gatten Hans keine Stütze hat und einfach mit der riesigen Mehrfachbelastung nicht fertig wird. Anna entwickelt Empathie für „den stinkenden kleinen Kackhaufen im fleißigen Ländle“, als den sich ihre frustrierten arbeitssuchenden Schützlinge empfinden: „Winner und Loser, dazwischen gibts gar nichts.“
Annas Wandlung, ihre frische Energie, färben auf die Gruppe ab. Ausgerechnet, als alle mehr und mehr Gefallen an ihrem (Rollen-) Spiel finden, trifft sie die Nachricht wie ein Schlag: Ohne Moos nix los, die Bildungsmaßnahme wird nicht weiter finanziert. Womit Anna nun wirklich nicht gerechnet hat: alle wollen weitermachen und Betty mutiert zur Mutter der Kompanie. In Franz' brachliegender Werkstatt, die er über Nacht aufgeräumt hat. Wenig später kann sogar in einem richtigen Bühnenbild geprobt werden – und das Häufchen von Elend, Friederike, die sich selbst aber auch gar nichts zutraut, wo sie doch ganz allein für die vierköpfige Familie daheim sorgt bei schmalstem Hartz-IV-Budget, wird mit der Titelrolle betraut. Anna, stets von ihrer verständnisvollen Mitbewohnerin Emily unterstützt, fühlt sich im siebten Himmel. Was auch mit Dimitri zusammenhängt, der ihr sein mit dem „Kuckuck“ versiegeltes Restaurant-Schiff zeigt. Und dann über Nacht verschwindet, offenbar nach Griechenland: Wer soll nun die Rolle des Königs Kreon übernehmen?
„Ein Geschenk der Götter“ ist großes Schauspieler-Theater eines generationenübergreifenden Ensembles, bis in kleinste Nebenrollen (Tini Prüfert als Schauspieler-Kollegenschwein Conny, Gunter Mickles als Theaterinspizient) punktgenau besetzt. Man merkt Oliver Haffner in seinem ersten großen Kinofilm die langjährige Theatererfahrung u.a. am Drehort, dem Theater Ulm, und am Schauspielhaus Bochum an. Zudem sorgen Kaspar Kavens unspektakuläre Kamera und Anja Pohls Montage für große Kinomomente: Kein lautes britisches Sozialdrama und kein moralinsaurer, sich kritisch gebender, dabei aber in Selbstmitleid ertrinkender deutscher Sozialkitsch. Sondern eine auf ganz leisen Sohlen daherkommende Mutmacher-Komödie, der man jederzeit die Sympathie aller Filmemacher vor und hinter der Kamera für ihre tragikomischen Figuren aus Fleisch und Blut anmerkt. Sie war am 2. November 2015 im „Dritten“ des SWR erstmals auf dem Bildschirm zu sehen.
Pitt Herrmann