Kohlhiesels Töchter

Deutschland 1919/1920 Spielfilm

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Falk Schwarz
Einfach ein Glücksfall
Die hübsche Gretel und der schüchterne Seppl treffen sich am Brunnen. Gretel holt Wasser. Der Hahn ist aufgedreht, das Wasser fliesst in den Holzeimer. Doch die Beiden nehmen gar keine Notiz. Sie sind viel zu sehr mit sich beschäftigt, denn sie stellen plötzlich fest: zwischen uns ist doch etwas, wir entflammen füreinander. Doch das Wasser rauscht, der Eimer ist längst voll und fließt über. Doch die Beiden haben nur Augen für sich. Als sie dann aus ihrer Trance erwachen, nehmen sie den Eimer und tragen ihn gemeinsam ins Haus. - Das ist Lubitsch. Eine wunderbare Szene, denn durch das überfliessende Wasser wird nicht nur symbolisch aufgenommen, dass die Beiden sich da erkennen und es zwischen ihnen „fließt“, sondern der Zuschauer denkt auch unwillkürlich: das Maß ist voll. Jetzt muss etwas passieren, jetzt muss diese einseitige Geschichte endlich gelöst werden, jemand muss den Hahn abstellen... Die Mehrdeutigkeit der Bilder, das ist Lubitsch. So ist dieser Film um die bekannte Geschichte der zwei ungleichen Kohlhiesel-Töchter dem Regisseur wie aus einem Guss gelungen. Emil Jannings albert, trägt seine Braut auf Händen, reduziert alles Stummfilm-Mienenspiel auf ein Minimum, ist ausgelassen, derb, fröhlich, poltert durch das Bauernhaus irgendwo im Bayerischen, ist so ein richtig liebenswerter Depp, der dann allerdings bei der Widerspenstigen Zähmung arg zulangt. Er biegt sich seine Braut zurecht und sie geht - der Zeit gemäß - plötzlich richtig gut „bei Fuß“. Dazu hat sich der Regisseur lauter Kleinigkeiten einfallen lassen: zum Beispiel wie die Gretel dem Kuss, den sie gerade erhalten hat, mimisch noch einmal nachschmeckt. Glänzende Schauspieler! Henny Porten in der Doppelrolle lässt kein Register aus, ist als Liesel derb und als Gretel zart. Und sie überzieht nicht so grob, wie Liselotte Pulver es in der gleichen Rolle 40 Jahre später tat. Dieser Film ist auch heute noch eine reine Freude - von Anfang bis Ende. Lubitsch, der Glücksfall.

Credits

Director

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Cast

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All Credits

Director

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Production design

Costume design

Cast

Production company

Original distributor

Shoot

    • Januar 1920 - Februar 1920: Garmisch-Partenkirchen; Ufa-Messter-Atelier Berlin-Tempelhof
Duration:
4 Akte, 1129 m
Format:
35 mm, 1:1,33
Video/Audio:
s/w, stumm
Censorship/Age rating:

Zensur (DE): Februar 1920, 43836, Jugendverbot;
Zensur (DE): 04.03.1921, Jugendfrei

Screening:

Uraufführung (DE): 09.03.1920, Berlin, Ufa-Palast am Zoo;
TV-Erstsendung (DE): 13.12.1992, Bayern 3

Titles

  • Originaltitel (DE) Kohlhiesels Töchter

Versions

Original

Duration:
4 Akte, 1129 m
Format:
35 mm, 1:1,33
Video/Audio:
s/w, stumm
Censorship/Age rating:

Zensur (DE): Februar 1920, 43836, Jugendverbot;
Zensur (DE): 04.03.1921, Jugendfrei

Screening:

Uraufführung (DE): 09.03.1920, Berlin, Ufa-Palast am Zoo;
TV-Erstsendung (DE): 13.12.1992, Bayern 3