Der liebe Augustin

Deutschland 1940 Spielfilm

Films from the National-Socialist period must be considered in the context of state-influenced production and reception. Further informations »

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Falk Schwarz
Der singende Widerständler
Wien 1680. Am Hof des absolutistisch-herrschenden Kaisers. Er befiehlt, alle katzbuckeln. Ein Nachthemd für die Kaiserin wird zur Staatsaffäre. Am Hof herrscht ein Luderleben ohne gleichen. Luxus, Nichtstun, Verachtung fürs Volk. In der Schlossküche werden 100 Hähnchen gebraten, um nur das Eine zu bekommen, das gut genug ist für den Herrscher. Aus den abgenagten Hühnerknochen wird eine magere Suppe für die Armen gekocht. Es gibt nur ein Recht, das Recht des Herrschers. Dagegen lehnt sich Augustin auf. Er ist keineswegs "lieb", sondern mutig, benennt die Dinge ("Im Schloss baden sie in Burgunder Wein") und singt seine Spottlieder in der Kneipe. Da feiern ihn die Bürger als einen Helden. Kommt die Schlossgarde vorbei, stimmen alle ein braves Lied an, und wenn sie gegangen sind, hat wieder Augustin das Wort. Schließlich wagt er sich zu sehr in die Nähe des Kaisers, der macht mit dem aufmüpfigen Untertan kurzen Prozess und lässt ihn im Kerker foltern. - Die Frage ist, wie dieser Film zu lesen ist. Könnte er eine Parabel auf die Gegenwart des Jahres 1940 sein, in dem der Film gedreht wurde? Oder ist er doch eher eine naive Nacherzählung des angeblichen Lebens dieses Wiener Stadtoriginals? Zweifel nagen. Der Drehbuchautor Hans Sassmann war Mitglied der NSDAP, Regisseur Emo ein Bruder im Geiste. Welchen Grund sollten sie haben, jenem derzeit siegreichen Deutschland in den Arm zu fallen? Rätselhaft. Augustin beugt sich nicht vor der Macht. Er ist und bleibt widerständig und lässt sich nichts gefallen - bis zur Selbstgefährdung. Steckte darin eine Botschaft? Als Augustin aus dem Gefängnis ausbrechen kann, sieht er, dass die schwarze Pest sein Wien befallen hat. Er betrinkt sich und fällt auf der Straße ins Koma. Jetzt wird der leblose Augustin auf einem Karren vor die Tore der Stadt gefahren und in eine Grube geworfen, in der bereits viele Leichname liegen. Dieses Bild ist schauerlich. Die Wiener Folklore will es, dass Augustin aus seinem Rausch aufwacht und aus dem Massengrab steigt, um weiter die Untertanen mit dem Dudelsack und seinen Melodien aufzuheitern. Die Kinder singen: "Ach, du lieber Augustin, noch bist nicht hin".

Credits

Director

Director of photography

Cast

Production company

All Credits

Director

Director of photography

Production design

Cast

Production company

Duration:
95 min
Format:
35mm, 1:1,37
Video/Audio:
s/w, Ton
Censorship/Age rating:

Zensur (DE): 21.11.1940

Screening:

Uraufführung (DE): 17.12.1940

Titles

  • Originaltitel (DE) Der liebe Augustin

Versions

Original

Duration:
95 min
Format:
35mm, 1:1,37
Video/Audio:
s/w, Ton
Censorship/Age rating:

Zensur (DE): 21.11.1940

Screening:

Uraufführung (DE): 17.12.1940